Seit Mitte des Jahres gibt es das groß angekündigte iPad nun. Nachdem wir in der Firma für Testzwecke eines zur Verfügung gestellt bekommen, habe ich es in mehreren Alltagssituation über einen längeren Zeitraum ausprobiert.
Prinzipiell muss man sagen, Apple ist hier wieder eine echte Intuition gelungen. Man kann ihnen sehr skeptisch gegenüberstehen (so wie ich das tue), aber im Bereich Usability und natürlich auch Coolness-Faktor sind sie Gradmesser.

macht schon was her so ein iPad :) - © apple.com
Also schindet natürlich auch das iPad optisch großen Eindruck und lässt sich leicht und intuitiv bedienen. Dank des größeren Bildschirms ist auch die onScreen-Tastatur auf Grund der größeren Felder angenehmer zu benutzen. Es ist zudem federleicht und der Akku hält verblüffend lange. Den Surftest auf der Couch besteht es deshalb mit Bravour (bis auf die Ausnahme Flashunterstützung). Es gibt auch viele nette kleine Spiele und, für mich besonders erfreulich, Monkey-Island in der aktualisierten Version zum netten Zeitvertreib. Doch hier auch gleich ein großes Manko, leider gibt es sehr wenig gratis Spiele, die über eine Demoversion hinaus gehen, hier hat Android mit seiner Open-Source-Community eindeutig die Nase vorne - die iPhone Entwickler wollen anscheinend "reich" werden mit ihren Apps (was man ja auch ein bisschen verstehen kann ...). Die Videodarstellung ist atemberaubend, aber dafür muss natürlich auch die Qualität des Ausgangsmaterials passen.
Na dann ab in die Innenstadt und der Praxistest beim Sightseeing mit unseren Freunden aus Neuseeland. Okay, für die Hosentasche ist es zu groß, also muss der Rucksack her - ist natürlich ein Nachteil gegenüber einem Smartphone aber logischerweise bedingt durch das größere Display.
Hmm, Sonnenlicht und iPad vertragen sich nicht, hier kann man auf dem Display nicht mehr viel erkennen, macht bei dieser Hitze aber nicht so viel, weil wir uns sowieso immer einen Schattenplatz suchen. Beim ersten POI (= Point of Interest) gleich mal Wikihood installiert. Da man hierfür einen iTunes-Zugang benötigt dauert es für mich beim ersten Mal sehr lange eine App herunterzuladen ...
Als es dann losgeht stellen wir fest: Ortung funktioniert tadellos und schon haben wir bald die ersten Information (auf Wunsch auf Englisch) auf dem Display. Funktioniert sehr praktisch und macht Spaß, im Ausland bleibt hier natürlich das Problem der Roaming-Gebühren. Als ich dann eine Nachricht nach Hause sende, dass wir uns (eh klar) verspäten merke ich schnell, dass ich sehr Tastatur-verwöhnt bin, das Schreiben geht mir nicht so leicht von der Hand und dauert auch dementsprechend lange - ausführliche Mails möchte ich mit dem iPad nicht schreiben müssen.
Am Abend auf der Grillfeier habe ich es selbstverständlich auch mit, sehr nett zum Häppchen nachsehen im Internet (wenn wieder mal Uneinigkeit herrscht ;) oder Youtube-Clips anzusehen.
Die große Frage die für mich allerdings bleibt, welche Daseinsberechtigung hat das iPad, nachdem der Trendy-Faktor weg ist? Welche Nische will Apple damit besetzen? Mobiler ist ein Smartphone und vom Funktionsumfang her ist natürlich ein Laptop unschlagbar. Ich habe schon gehört, dass es vor allem auch im Business-Bereich (Verkaufsunterstützung) Anwendung finden soll, hier bin ich sehr gespannt was die Zukunft bringt, das Potential ist auf jeden Fall vorhanden und der Grundstein gelegt.
Hier nochmal zusammengefasst die Quintessenz aus meinen Erfahrungen.
Vorteile:
- lange Akkulaufzeit
- Videos, Internet, Spiele
- intuitiv und trendy
- schnell einsatzbereit
Nachteile:
- kein Flash
- keine Webcam (Chats, Skype)
- im Freien (bei Sonneneinstrahlung) unleserlich, hier ist der Kindle um vieles praktikabler
- der Preis
- zu wenig guter gratis Content (im Vergleich zu Android)