Reif fuer die Insel
Falls uns wer sucht, wir sind hier: Perhentian Islands

Blick von unserem Balkon

Sonne und Meer, Faszination pur
Falls uns wer sucht, wir sind hier: Perhentian Islands


Am naechsten Tag geht es nach einem gemuetlichen Fruehstueck los zum Busbahnhof, wo wir in die Hauptstadt Kuala Lumpur (bedeutet "schlammige Flussmündung") weiterreisen. Nach 2h Stunden unaufgeregter Fahrt (diesesmal Schwitzen wir) erreichen wir das riesige Busterminal. Nachdem wir dort etwas herumirren finden wir den Bus in die Stadt und als wir alles Kleingeld zusammenkratzen koennen wir den Fahrpreis sogar bezahlen (einen 50-iger Schein, umgerechnet cirka 12 Euro, koennen sie nicht wechseln). Voellig eingepfercht steigen wir zu frueh aus und probieren unser Glueck gleich mal bei einem hochpreisig wirkenden Hotel. Wir merken sofort, die wollen uns Backpacker nicht und oh Verwunderung, das Hotel ist "voll" ... Netterweise weist uns ein Taxifahrer den Weg zu einem neu eroeffneten Hotel und ruft uns dort gleich noch an, ob was frei ist. In diesem Hotel passt Preis-Leistung wunderbar und so checken wir fuer zwei Naechte ein. Nach einer kurzen Erfrischung (vor allem Duschen und frische Kleidung) stuerzen wir uns in den Trubel und zwar Richtung der unzaehligen, riesigen Einkaufszentren mit dem Ziel als Pflicht mindestens einen Koffer fuer Elisabeth (ihr Rucksack war entgueltig aus dem Leim gegangen), die Kuer liessen wir uns noch offen.
Doch zuerst muessen wir uns um unser leibliches Wohl kuemmern und so suchen wir in einer der neuesten Shopping-Malls gleich mal den Foodcourt auf. Der haut uns so richtig um, eine riesige Auswahl zu einem tollen Preis und viele ungewoehnliche Essens- und Trinkensideen. Man kann hier vermutlich Tage mit abwechselnd Essen und Schauen zubringen und wir sollten fuer jede Mahlzeit hierher zurueck kehren und ausgezeichnet speisen, nur einmal wird mir mein Chicken mit Orangensauce viel zu suess sein.
Elisabeth entdeckt dann ein Geschaeft wo Zuckerl per Hand hergestellt werden und wir beobachten das Entstehen dieser kleinen Kunstwerke relativ lange. Elisabeth kostet sich durch und beschliesst dann ... aber halt, das soll ja eine Ueberraschung werden.

Es ist hier uebrigens Samstag, also Einkaufssamstag. Was ich zu Hause tunlichst meide, tu ich mir hier stundenlang an. Der Trubel ist unglaublich und irgendwann schwoer ich mir ab jetzt wieder an jedem Samstag einen grossen Bogen um jedes Einkaufszentrum zu machen. Auch bei Elisabeth stellt sich die Shopping-Laune seltsamerweise nicht ein, wir finden uns irgendwie nicht zurecht und die Auswahl ueberzeugt uns nicht. Als Elisabeth doch einmal Sandalen ihres Geschmacks findet ist die maximale Groesse 35, tja da fehlen einfach ein paar Nummern, meine Frau lebt auf grossem Fuss :) Nach 4 Stunden geben wir auf, nicht einmal den Koffer haben wir gekauft, fuer meine Kamera hatten sie auch keine Objektive, wir haben den Eindruck es gibt hier nur Ramsch oder europaeische Marken zum identen Preis.
Zwischendurch haben wir uns uebrigens im Vienna Cafe gestaerkt. Wir stolpern sehr zufaellig in dieses traditionelle oesterreichische Kafeehaus (zumindestens was Einrichtung und Speisekarte betrifft). Hier gibt es von Schnitzel bis Apfelstrudel alles, allerdings sind auch die Preise wie zu Hause. Als wir eine Speise entdecken MUESSEN wir einkehren. Und so kommt es, dass wir zwei Oesterreicher in einem deutsch gefuehrten Cafe, von malaischen Kellnerinnen bedient, von einem chinesischen Koch zubereitete Salzburger Nockerl essen, die noch dazu sehr gelungen sind. Das mussten wir uns einfach goennen, noch dazu muss ich zu meiner Schande gestehen, dass das mein erstes Mal war ...

Na gut, stuerzen wir uns eben in das Entertainment, welches hier in allen Shopping-Centers ausgiebig angeboten wird: Sehr belustigend sind vor allem lebensgrosse Angry Birds, die hier zur lautstarken Titelmelode herumrasen um fuer einen Weltrekordversuch zu werben. Skurill anmutend ist eine Achterbahn, die quer durch mehrere Stockwerke im Einkaufszentrum rast. Die Schreie sind dadurch beim Shoppen deutlich zu vernehmen und schaffen eine ganz eigene Atmosphaere. Wir amuesieren uns schluessendlich beim Bogenschiessen: Waehrend ich durchschnittlich schiesse erweist sich Elisabeth, nachdem sie den Dreh raus hat, als regelrechte Amazone. Bowlen duerfen wir leider nicht, weil wir keine Socken haben, ist uns dann so auch lieber (Barfuss in diese Schuhe ...).

Mit einem Umweg ueber das most-scarying Internet Cafe ever (unscheinbarer Eingang, lange unbeleuchtete Gaenge mit vielen Biegungen -> am Ende finden wir dann doch noch PCs die uns Zugang ins world wide web verschaffen) kehren wir in unser Hotel zurueck.
Ausgeruht geht es dann am naechsten Tag zum Sightseeing. Nachdem laut Wikitravel Kuala Lumpur (ab jetzt kurz KL genannt) keine must-sees hat wollen wir vor allem die Nationalmoschee und natuerlich die Petronas-Towers besichtigen. KL hat ein chaotisches Nahverkehrssystem, es gibt nur private Anbieter, dafuer 8 verschiedene Linien, teilweise unterirdisch, teilweise in der 8ten Etage. Beim Umsteigen bedeutet das lange Fusswege und immer ein neues Ticket kaufen.
So erreichen wir relativ abenteuerlich (zwerigst & so) die Moschee und hier laesst uns (zum x-ten Mal) unser Reisefuehrer im Stich. Nachdem die angegebenen Oeffnungszeiten nicht stimmen, schliesst die Moschee direkt vor uns ihre Tore fuer Besucher und das bedeutet 1,5 Stunden warten ... Zu unserem Glueck ist die Moschee sehr grosszuegig angelegt, inmitten eines gruenen Parks und mit vielen Springbrunnen, ausserdem befinden sich etliche Sitzgelegenheiten rundherum. Als wir uns niederlassen legt auch schon der Muezzin los und wir kommen uns vor wie im Orient. Der Gesang (?) des islamischen Vorbeters ist hier noch fremdlaendischer und fuer unsere Ohren extravaganter und so muessen wir einige Male verschaemt Kichern, einmal sogar losprusten. Genau in diesem Moment kommt ein Mann mit Gebetskappe, eindeutig Moslem, auf uns zu. Verschaemt halten wir inne, er streckt die Hand aus und ueberreicht uns freundlich zwei Essenspakete, sowie etwas zu Trinken. Ebenso schnell ist er auch schon wieder im Inneren der Moschee verschwunden, ehe wir richtig schalten und uns dementsprechend bedanken koennen. So geniessen wir abenteuerlich anmutende Snacks und einen wunderbaren Tee und fuehlen uns geschmeichelt.
Dadurch gestaerkt gehen wir eine Runde um die Moschee (das ist ein Riesenkomplex), laut Stefan (ich bezeichne ihn jetzt so, Reisefuehrer waere eine glatte Uebertreibung) muesste hier in der Naehe ein Park sein. Nach langem Gesuche haben wir den Eingang in den Park noch immer nicht entdeckt und aufziehendes schlechtes Wetter vertreibt uns zurueck zur Moschee, wo wir Unterschlupf suchen bis die Gebete vorbei sind und wir eintreten duerfen.
Beim Eintritt wird Elisabeth noch als Muslime "verkleidet", alle Frauen duerfen die Moschee nur verschleiert betreten.

Das Innere praesentiert sich uns als sehr weitlaeufiger, offener Bereich, wiederum mit vielen Springbrunnen. Die Ausmasse sind enorm, es finden hier bis zu 15.000 Glaeubige Platz um zu Beten.
Es gibt viele Freiwillige, die versuchen Touristen den Islam und seine Ideen naeher zu bringen und so lauschen wir relativ lange den interessanten Ausfuehrungen einer Frau Muslim.


Als Naechstes begeben wir uns zum KL Tower, einem vielseitig genutzten Fernsehturm, um von hier aus einen Blick ueber KL und vor allem auf die Petronas-Towers zu haben. Es ist mittlerweile dunkel als wir die Aussichtsplattform auf 276m Hoehe erreichen und so bietet sich ein toller 360 Grad Ausblick ueber die erleuchtete Stadt. Leider ist hier alles verglast, weswegen der Genuss Photos zu machen eindeutig etwas eingeschraenkt ist. Die Towers, als sie vor einigen Jahren gebaut wurden, die hoechsten der Welt, sind trotzdem sehr beeindruckend.
Nachdem wir eine Zeitlang den Ausblick unterstuetzt mit Fernglaesern genossen haben, wollen wir mit einem Taxi - wir sind mittlerweile sehr erschoepft - zu "unserem" Foodcourt. Doch jeder dieser Gauner weigert sich das Taximeter einzuschalten und verlangt einen utopischen Preis, dann eben doch per Oeffis und Pedales ... Am Weg schaffen wir es doch noch einen Koffer fuer Elisabeth zu erstehen, der ist zwar gar nicht so guenstig, sieht dafuer aber sehr hochwertig aus.

Beim Abendessen ueberlegen wir uns ein kurzes Resumee zu Kuala Lumpur:
Das vielzitierte "Mein Extra" fehlt dieser Metropole, oder wir konnten es in dieser kurzen Zeit nicht entdecken. Es ist hier weniger asiatisch und intensiv wie in Bangkok und nicht so auf Hochglanz poliert wie in Singapore. Ausserdem riechen die Abwaesser teilweise sehr unangenehm und beim Shoppen fanden wir uns auch ganz schlecht zurecht. Nachdem es wirklich keine Tophighlights gibt ist ein Besuch hier kein Muss, 1-2 Tage auf der Durchreise kann man allerdings ganz gut verbringen.
Fuer heute haben wir die Einreise nach Malaysia geplant. Gleich am Vormittag marschieren wir mit vollem Gepaeck los in Richtung Busbahnhof. Wir fragen den Busbahnhof-Aufseher freundlich, ob wir nur kurz hier unsere Rucksaecke stehen lassen koennten, wir wuerden noch gerne vor der Fahrt was zu essen besorgen. Ganz entgeistert schaut er uns an und erklaert uns mit Haenden und Fuessen, wir duerften das auf keinen Fall machen. Nachdem wir die Menschen in Singapur als sehr hoeflich und hilfsbereit kennen gelern haben, ueberrascht uns dieses Verhalten doch ein klein wenig. Doch dann wird uns klar woran es liegen koennte: In Singapur werden in der U-Bahn Videos von Terroranschlaegen (zT grauslige mit viel Blut und so) auf U-Bahnen in der Welt (zB London, Spanien, ...) gezeigt mit dem Hinweis man solle "suspicious persons", also verdaechtige bzw. suspekte Personen ansprechen. Auch Lautsprecherdurchsagen in den U-Bahnen weisen immer darauf hin, dass man sich bei "suspicious persons" bzw. Gepaeck, welches zurueck gelassen wurde sofort an die zustaendige Security wenden solle. Die Leute hier werden scheinbar auch veraengstigt und mit einer "permanenten Terrorbedrohung" verunsichert.
Wir lassen Tobi als "Sicherheit" beim Gepaeck stehen und ich mache mich auf die Suche nach schmackhaftem Essen- leider vergebens. Das einzige was ich zum Beissen finde sind trockene Keks die uns auf der 2 stuendigen Busfahrt als Proviant dienen.
Die Ausreise aus Singapur und Einreise nach Malaysia gestalten sich unkompliziert, mit der Ausnahme dass uns der Bus an der malayischen Grenze davon faehrt, aber die Busse fahren im 20 min Takt, also ist das auch kein wirkliches Problem. Hier in Malaysia ist uebrigens auch Todesstrafe auf Drogenbesitz und man wird auch gleich bei der Einreise darauf hingewiesen. Damit dann niemand sagen koennte, man haette nix gewusst ... Lt. Reisefuehrer sitzen auch einige Auslaender hier hinter Gitter und der eine oder andere wurde auch schon hingerichtet deswegen. Das ist dann doch alles ein bissal gar streng, wuerde ich meinen. Andere Laender, andere Sitten ...
Am ersten Busbahnhof in Malaysia (Johor Bharu), wo wir den Bus wechseln in Richtung Malakka (unsere erste Destination in Malaysia) versucht Tobi erstmals malayisches Geld zu besorgen. Doch die ATMs hier wollen nicht ganz das machen was Tobi so will. Nach dem 3. Bankomat und je 2 Fehlversuchen kommt dann doch etwas Unruhe auf, weil ohne Geld ka Musi, das ist natuerlich auch hier zu Lande so. Doch als der Muezzin lautstark via Lautsprecher zum Gebet ruft und auch Tobi ein kurzes Stossgebet gen Himmel richtet spuckt ein anderer Bankomat nach etwas Suche doch noch die Ringgit aus, die wir fuer die weitere Reise benoetigen.
Der Bus nach Malakka entpuppt sich als Gefrierfach mit Kingsize Sesseln (nur 3 Sitze in einer Reihe und richtig schoen breit und gut gefedert) und nach 3 stuendiger Fahrt sind wir zwar nicht taub (wie wir es von Thailaendischen Busfahren kennen) sondern tiefgekuehlt. Waerend der Fahrt auf der Autobahn sehen wir auf der Gegenfahrbahn gleich 2 schreckliche Unfaelle, je mit Bus und LKW. Gott sei Dank kommen wir gut in Malakka an und suchen uns in dem kleinen Staedtchen eine Unterkunft in der wir uns auf Anhieb wohl fuehlen. Malakka ist eine sehr gemuetliche, ruhige Stadt ein starker Kontrast zur High-Tech-City Singapur. Am Abend schlendern wir gemuetlich durch die Strassen und machen auch noch eine Bootstour, bei der wir mit einer muslimischen Reisegruppe (und verschleierten Frauen) das beleuchtete Schmuckkaestchen Malakka bewundern.
Malakka ist eine Kuestensadt und hatte vor allem im 15. und 16 Jh. eine Hochzeit. An der "Strasse von Malakka" gelegen war es damals ein sehr bedeutender Handelshafen in dem bis zu 2.000 Schiffe gleichzeitig vor Anker waren. Schiffe aus Indien, China, Europa, arabischen Laendern usw. trieben dort regen Handel. Bis zu 84 verschiedene Sprachen wurden damals in der Stadt gesprochen. In den unzaehligen Museen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Geschichte. So erfahren wir, dass hier zuerst die Portugiesen, dann die Hollaender und schliesslich die Englaender regiert hatten. Erst seit 1957 ist Malakka unabhaengig.
Am naechsten Tag beschliessen wir einen ausfuehrlicheren Rundang in Malakka zu machen. Die Hitze, uns kommt es hier viel heisser vor als in den bisherigen Laendern, lockt uns auf eine Fahrradrikscha. Diese Fahrradrikschas hier in Malakka sind etwas ganz besonderes - sie sind ganz besonders kitschig. Geschmueckt mit Plastikrosen, Barbie-Puppen und Skorpionen - wir koennen nicht widerstehen und chartern uns die Schoenste aller Rikschas. In die Rikscha mit den 100 Barbies wolle ich partout nicht einsteigen ... Die Fahrt geht los und dazu gibt es noch laute Techno-Musik, alle diese Rikschas haben einen CD-Wechsler und Boxen inklusive Subwoofer montiert (Abends sind sie auch noch mit blinkenden Lichtern versehen). Auf der Fahrt werden wir zum Blickfang, die Musik, die Rosen, ... So duesen wir mit unserer stark schwitzenden Rikschafahrerin - sie tut uns richtig leid und wir fragen uns zwischendurch warum wir das machen - von Sehenswuerdigkeit zu Sehenswuerdigkeit. Auf unserer Tour bleiben wir fuer Fotomoeglichkeiten immer wieder kurz stehen. Bei einer Sehenswuerdigkeit sehen wir eine Gruppe indonesischer PfadfinderInnen, die uns fragen ob wir mit ihnen ein Foto machen. Wir verstehen nicht ganz ob sie ein Foto von unserer Rikscha machen wollen (wie es andere schon getan haben ...), ob wir von ihnen ein Foto machen sollten, oder was immer. Nach laengerem hin und her wird uns klar, dass sie ganz eindeutig MIT uns ein Gruppenfoto machen wollen. Mit einem Fragezeichen im Gesicht posieren wir sogleich in der Gruppe und alle PfadfinderInnen machen mit ihrer Kamera ein Foto. Immer noch verdutzt reichen auch wir der Rikschafahrerin unsere Kamera um ein "Beweisfoto" auch auf unserer Kamera zu haben. Nach 30 Minuten ist dann die skurrile Rikschafahrt zu Ende. Nun geht unser Rundgang zu Fuss los. Von der Fahrt noch immer amuesiert schlendern wir bei den Sehenswuerdigekeiten umher und gehen dann auch auf einen Huegel um den Ausblick ueber die Stadt (wir sehen bis zum Meer) zu geniessen. Dort oben besichtigen wir auch die Reste einer uralten Kirche. Auf dem Weg herunter treffen wir einen Strassenkehrer, der uns sofort anspricht: Er ist aus Bangladesh und wir unterhalten uns mit ihm - mit ein paar Brocken Englisch, Haenden und Fuessen. So erfahren wir, dass er geplant hat fuer cirka 10 Jahre hier zu arbeiten um dann genug verdient zu haben um in seine Heimat zurueck zu kehren und heiraten zu koennen. Es ist vermutlich nur zu kapieren, dass er hier mit Strassenkehren mehr verdient, wenn man bedenkt, dass Bangdesh eines der aermsten Laender der Welt ist.
Irgendwann mussen wir der unglaublichen Hitze Tribut zollen und wir kaempfen uns zureuck zum Hotel um uns mit Aircondition wieder einigermassen zu akklimatisieren.
Gegen Abend versuchen wir die weitere Reise zu planen. Kuala Lumpur, die Hauptstadt, und natuerlich ein Strandurlaub wollen noch geplant werden. Im Internet versuchen wir die notwendigen Informationen zu bekommen, weil wir mit unserem Reisefuehrer (erstmals Stefan Loose und nicht Lonley Planet) nicht ganz so zurecht kommen. Aber das ist eine andere Geschichte ... Bei unserern Recherchen erfahren wir, dass zur Zeit Ferien in Singapur und Malaysia sind und das bedeutet, weil die Malayen sind auch ein reiselusiges Volk, dass die Preise in die Hoehe klettern und die Verfuegbarkeit von Hotelbetten aufgebraucht ist. Das ist dann doch ein bissal ein Pech und nach langem hin und her wohin und wie und ueberhaupt erstrahlt ein Sternchen am Horizont. Denn per Zufall kommen wir in der Hotellobby mit einem Deutschen ins Gespraech der uns einige gute Tipps fuer einen netten Strandurlaub gibt. Voller Zuversicht gehen wir erstmals ins Bett und fixieren dann die letzten 10 Tage unseres Urlaubes.
Wohin es gehen wird - stay tuned, es wird NUR hier zu lesen sein ;)







Tiger Airways ist eine fantastische Billigfluglinie - wir reisen mit ihr gleichzeitig nach Indien und auch in die Zukunft ... wie das funktioniert ... - aber alles der Reihe nach!
Nach einem problemlosen Flug mit einer Stunde Zeitverschiebung (jetzt sind es 6 Stunden zur Zeitrechnung in Salzburg) faellt uns gleich bei der Einreise auf, in Singapore ist alles strikt geregelt. So gibt es eine Kampagne die Singapore zur saubersten Stadt in Suedostasien macht, mit dem Mittel von drakonischen Strafen, die ueberall deutlich sichtbar ausgehaengt werden inklusive des Strafrahmens. z.B.: Abfaelle wegwerfen 600 Euro, gleich viel wie in der Oeffentlichkeit ausspucken. Es gibt sogar Strafen fuer die Toilettenspuelung nicht zu betaetigen oder auch beim Ueberqueren der Strasse den Zebrastreifen nicht zu benutzen. Ausserdem ist das Essen und Trinken in oeffentlichen Verkehrsmitteln verboten - wenn man staendig von Verbotsschildern umgeben ist fuehlt man sich eindeutig etwas gehemmt. Verstoerend wirkt auf uns irgendwie, dass auf dem Einreisedokument in rot abgedruckt ist, dass fuer Drogenbesitz die Todesstrafe verhaengt wird ...
Sonst faellt uns auf, dass die komplette Stadt wie auf Hochglanz poliert wirkt und topmodern ist.
Unser Hotel beziehen wir im Little India Bezirk der Stadt und wirklich, beim Aussteigen aus der U-Bahn kommen wir uns wie in Indien vor, nur viel sauberer, allerdings sind wir von lauter indisch wirkenden Menschen umgeben. Wir checken in einem Hotel ein und muessen beim Besichtigen der Zimmer wie befuerchtet feststellen, die Preise sind hier deutlich hoeher als bisher gewohnt in Suedostasien, sie kommen schon fast an eine europaeische Stadt heran. Nach harten Verhandlungen bekommen wir dann ein Zimmer in einem abgewohnten, aber sauberen Hotel, das wir vor allem wegen der super Lage (gleich neben der U-Bahn) waehlen.
Nach kurzem Frischmachen steht der Erforschung von Singapore nichts mehr im Weg und wir bewegen uns Richtung Marina Bay. Dieser Bereich umfasst die unglaublichste Skyline, die wir jemals gesehen haben rund um diese Bucht. Hier gibt es vor allem die neuesten drei Towers zu bewundern - Marina Bay Sands, die auf ihrem Dach durch einen riesigen Park verbunden sind. Wir sind verbluefft und fasziniert, was hier durch Menschenhand geschaffen wurde. Doch auch unser Magen meldet sich deutlich hoerbar und so kehren wir zum ersten Mal in dieser Stadt in einen Food-Court ein, wir sollten dieser Tradition bei den unterschiedlichsten Locations hier treu bleiben. Diese Auswahl zu diesem Preis ist einfach unschlagbar, Restaurants sind hier naemlich sonst sehr kostspielig. Das Einkaufszentrum ueber dem Foodcourt ist gigantisch und auch fuer Unterhaltung ist gesorgt, es gibt hier einen kleinen Fluss auf dem man mit Booten fahren kann, sowie auch einen Eislaufplatz - und das mitten im Einkauftrubel waehrend draussen bruetende Hitze herrscht - wir sind so nahe am Aequator wie noch nie zuvor!
Als wir gesaettigt wieder an die Oberflaeche zurueck kehren ist mittlerweile die Sonne untergegangen und so wirkt diese gigantische Skyline, eindrucksvoll beleuchtet, noch viel fantastischer. Wir koennen gar nicht genug davon bekommen diese Pracht zu photographieren und schlendern einfach gemuetlich herum. So "stolpern" wir ueber eine Auffuehrung, franzoesische Clowns imitieren die French Open mit Kegelartistik - wir amuesieren uns koestlich. Ein bisschen spaeter gibt es dann noch eine Show mit Lasern, Licht, Musik, Feuer und Wasser. Alle diese Attraktionen sind hier in die Umgebung integriert, es wird uns auch noch in den folgenden Tagen erstaunen was dieses Land fuer seine Einwohner in dieser Hinsicht tut.




Am naechsten Vormittag besuchen wir zuerst die Orchard Road, eine Strasse die vor allem beruehmt ist fuer ihre riesigen Einkaufszentren, die sich aneinander reihen und von denen jedes Einzelne den Europark winzig erscheinen laesst. Hier gibt es wirklich alles, von "normalen" Geschaeften, ueber einfach Staende bis zu riesigen Luxus-Malls, die sehr stylisch daherkommen und alle Designermarken (Gucci, ...) bieten. Das ist fuer unseren finanziellen Rahmen natuerlich nicht geeignet, aber ein bisschen herumschlendern macht eindeutig Spass. Trotzdem finden wir wieder einen guenstigen Foodcourt, bei dem wir uns vor der Fahrt in den Zoo staerken.
Bei Einstiegen in den Bus sind wir wiedermal verbluefft wir geregelt hier alles ablaeuft, es gibt eigene, fix installierte Warteschlangen fuer jede einzelne Linie und so gestaltet sich das Einsteigen schnell und geordnet. Auf der Fahrt in den Zoo kommen wir durch riesige, scheinbar unberuehrte Dschungel- und Wassergebiete, es wirkt so als wenn die Planung dieser Stadt auch Platz fuer die Natur gelassen haette - hier wirkt alles sehr durchdacht: dicht verbautes Stadtgebiet mit riesigen Wolkenkratzern, aber eben auch diese naturbelassenen Gebiete und Freizeitanlagen.
Der Zoo begeistert uns sehr, die Tiere wirken so als wenn sie in ihrer urspruenglichen Umgebung leben wuerden, weil hier eben alles Dschungel ist. Neben beeindruckenden Fuetterungen erleben wir vor allem einige tolle Shows, bei welchen uns neben den Tieren vor allem die sehr kompetenten, motivierten Angestellten positiv auffallen. Sie wirken alle so, als wenn sie richtig Spass bei ihrer Arbeit haetten. Diese Shows beinhalten neben dem Seeloewen Philipp vor allem vier asiatische Elefanten, die hier beim Arbeiten und Spielen gezeigt werden.
Sonst beeindrucken uns auf dem Gelaende die weissen Tiger (wusste gar nicht, dass es soetwas gibt), frei umherspringende Orang-Utans (einer pisst uns fast auf den Kopf) und Geparden, die ploetzlich beginnen loszusprinten. Zu guter Letzt wird das alles mit interessanten, kurzen Infos gewuerzt und so vergeht die Zeit bis der Park zusperrt viel zu schnell.




Die Attraktion, wofuer der Zoo hier beruehmt ist, beginnt fuer uns erst jetzt - die Nightsafari. In Stimmung gebracht dafuer werden wir gleich mal mit einer heissen Feuer- und Akrobatikshow, hier ist ueberhaupt alles auf Safari und Dschungel getrimmt, vom Klo bis zu den Restaurants. Danach besuchen wir gleich die Show, welche Tiere bei Nacht zeigt. Als ihnen eine Riesenschlange "entkommt" kommen manche im Publikum noch mit dem Schreck davon, als sie ploetzlich unter den Sitzen in einer Box wieder auftaucht, Elisabeth ist sichtbar froh, dass wir nicht ganz vorne sitzen. Sonst ist die Show vor allem effektvoll in Szene gesetzt und auch die "Erziehung" darf nicht zu kurz kommen, suesse Waschbaeren praesentieren das Muehltrennen. Nach der Show machen wir eine Fahrt mit dem Zug quer durch den Park, der die Hauptattraktionen dezent beleuchtet, aber dadurch noch beeindruckender in Szene setzt. Zu guter letzt wandern wir noch zu Fuss herum, alles ist sehr stimmungsvoll, weil der Weg nur spaerlich beleuchtet ist und man die Graeusche der Natur und Tiere in der Nacht gut vernehmen kann. In Erinnerung geblieben sind uns hier vor allem die riesigen Fledermaeuse, denen man so Nahe kommt, dass man sie beruehren koennte sowie Leoparden, die umherstreifen. Begeistert, aber auch erschoepft sind wir um kurz vor Mitternacht im Hotel zurueck.

Wieder ist ein neuer Tag angebrochen und wieder goennen wir uns Unterhaltung vom Feinsten (davon gibt es hier reichlich). Wir fahren nach Sentosa, einer eigenen Insel, die nur zur Unterhaltung dient. Hier gibt es neben vielen Attraktionen auch etliche Hotels sowie natuerlich Strand und Meer zu geniessen. Wir sind vor allem auf eines aus - dem soeben offiziell eroeffnetem Highlight der Insel: Universal Studios Singapore. Stielgerecht faehrt man aus einem Einkaufszentrum per ueberirdischer Bahn dorthin und mit der Eintrittskarte betreten wir eine eigene Welt und duerfen uns fuer einen Tag wie staunende Kinder fuehlen. Hier wurden viele Umgebungen geschaffen wie New York, Hollywood, Sciene Fiction (Battlestar Galactica), Jurrasic Park, Aegypten, Far Far Away (Shrek). Madagascar - alles mit riesigen Kulissen inklusive verkleideter Darsteller und unterschiedlichen Shows. Zu allen diesen Themen gibt es dann noch Top-Highlights: Wir starten mit einer von Steven Spielberg erdachten Show, bei der ein Tornado ueber New York hinwegbraust und wir befinden uns mitten drinnen, inklusive Wind und Regen und als furioses Finale bricht sogar der Boden unter uns weg. Die Haupattraktion ist allerdings die riesige Achterbahn, basierend auf Battlestar Galactica bei der es zwei unterschiedliche Seiten gibt, Humans and Cylons. Wir begeben uns natuerlich auf die Seite der Menschen und brausen schon kurz darauf mit 82,8 km/h los um kurz darauf ueber eine "Klippe" zu duesen und im gefuhlten freien Fall uns Richtung Erde zu begeben bevor wir in die erste Kurve einschwenken. Der kleine Junge neben mir spricht auf Englisch aus, was ich mir denke - "I will die ...", der Arme wird in Traenen aufgeloest unten ankommen. Der Nervenkitzel ist immens, die Gravitation wird scheinbar ausser Kraft gesetzt und ich bin froh, dass ich meine Brille vorher abgelegt habe. Elisabeth ist so begeistert, dass sie kurz darauf gleich nochmal fahren will, ich habe erst mal genug - nach diesen Extremen benoetige ich eine Pause und sehe mir das Ganze lieber in Ruhe von unten an.
Nachdem kurz darauf ein Gewitter aufzieht und die Nervenkitzel-Attraktionen gesperrt werden gehen wir zuerst mal zu dem Koenigreich "Far Far Away", wo wir einen Film von Shrek und Co in 4D erleben - die vierte Dimension umfasst neben Bewegung des Sitzes, Luft (Spinnen attackieren uns von hinten) und viel Wasser (der Esel niest uns zB ein paar Mal an).
Nachdem danach fuer alle Achterbahnen wieder gruenes Licht herrscht stuerzen wir uns ins alte Aegypten mit "Die Mumie" in Form einer Indoor-Achterbahn, die durch viele ueberraschende Effekte eine spannende Fahrt, zum Teil auch im Dunklen, bietet. Auf dem Beweisphoto kann man deutlich erkennen, dass Elisabeth zur "Sicherheit" noch die Augen geschlossen haelt ;)
Mit den restlichen Attraktionen verbringen wir noch einen vergnueglichen Nachmittag bevor wir uns dann mit einer "Kinder"-Achterbahn "ausrasten" wollen. Als wir nach raschem Start oben angelangt erstmal fast bis zum Stillstand abbremsen, drueckt Elisabeth mit einem veraechtlichem Laut das aus, was ich mir denke - "Ist ja eine Kleinigkeit nachdem was wir heute schon an Nervenkitzel erleben durften". Im naechsten Augenblick schreien wir beide los, die Achterbahn duest pfeilschnell und mit beeindruckendem Winkel in die naechste Kurve - die Kleinen hinter uns sind hoerbar tapferer ...




Doch irgendwann ist leider auch das Kindsein fuer uns wieder zu Ende und wir mischen uns wieder unter die Erwachsenen, was bedeutet, dass wir ins Kasino gehen um unser letztes Geld zu verspielen (natuerlich nur die Singapore-Dollar). Dafuer haben wir sogar taugliche Bekleidung mitgebracht und wir treten beide wie verwandelt dort ein und bestaunen die Dimension. Nachdem die Einsaetze sehr hoch sind haben wir bald alles verspielt und lauschen noch ein bisschen der Liveband bevor wir (wieder sehr spaet) ins Hotel zurueck kehren, wo wir unsere Weiterreise nach Malaysia vorbereiten.
Singapore wird uns als beeindruckende Stadt in Erinnerung bleiben, mir kommt es irgendwie wie domestiziertes Suedostasien vor - es besitzt teilweise noch diesen Flair, ist allerdings sehr westlich orientiert, genau durchgeplant und reguliert mit vielen tollen Attraktionen fuer Bescuher und Einwohner.
Nachdem am naechsten Tag in der Frueh bei uns im Hotel der Strom ausgefallen ist und deswegen der Lift nicht geht haben wir das erste Abenteuer bereits beim Stufen steigen, unglaublich wie eng das Stiegenhaus ist, da kommt man sich ja fast wie in den Tunnels vor, aber wir schaffen auch das tapfer und so kann unser geplanter Stadtspaziergang losgehen.
Zuerst schlendern wir gemuetlich in einem Park Richtung Markt und bewundern die hohen Wolkenkratzer, die hier in diesem Nobelviertel eine richtige Skyline bilden.

So erreichen wir unser Ziel und jetzt ist endlich (Zitat Elisabeth, meiner Meinung nach schon wieder) Shopping angesagt und wir statten dem Markt einen Besuch ab. Hier ist es wie von asiatischen Maerkten gewohnt eng, stickig und laut. Nachdem laut Aussage der Verkaeuferinnen heute ungewoehnlich wenig los ist "stuerzen" sich die Ladies hier richtig tatkraeftig auf uns zahlungskraeftige Falangs. Unser Budget ist schon ein klein wenig beschraenkt, wir wollen kein Geld mehr abheben und haben deswegen gar nicht mehr viel Bares zur Verfuegung. Durch intensive Verhandlungen bekommt Elisabeth trotzdem ihre zwei Tommy-Hilfiger-Hosen (eine einzelne Hose wollten die Damen einfach nicht hergeben), dafuer erhalten wir (natuerlich) einen special morning-discount. Es ist unglaublich wie gut die hier organisiert sein, der Stand ist sehr klein, trotzdem wird von Umkleidekabine, zu Spiegel, bis zu Sessel auf dem ich gemuetlich in der Zwischenzeit sitzen kann alles hervorgezaubert. Irgendwo holen sie dann noch eine groessere Hose aus dem Lager (?), schliesslich benoetigt Elisabeth hier Groesse XXXL, worauf ich mir ein bisschen laestern einfach nicht ersparen kann ... ;) Fuer den Geschaeftsabschluss laeuft eine der beiden noch mit meinem fuenfzig Dollarschein zum Wechseln und so koennen wir erheitert und mit zwei neuen Hosen weiterziehen.

Nach dem Trubel ist uns erst mal nach Staerkung und wir kehren in das bekannteste Pho-Lokal dieser Stadt ein, dem Pho 2000 mit dem unschlagbaren Slogan "Pho for President", welcher darauf basiert, dass hier sogar Bill Clinton eingekehrt ist. Diese Tatsache wird einem mit vielen Photos an den Waenden verdeutlicht und die Pho ist wirklich extrem lecker.

Unsere kulinarische Stadtreise (war urspruenglich gar nicht so geplant, aber das Angebot war einfach zu reizvoll) geht jetzt weiter und wir kehren bei der "Schwiegermama" ein - als wir gelesen haben, das es bei Fanny das beste Eis der Stadt gibt konnten wir natuerlich nicht widerstehen. Anscheinend fehlt uns tief in unserem Innersten doch schon etwas die gute Kueche unserer Muetter :)

Dort absolvieren wir dann gleich unser obligatorisches Kniffeln. Die Wertung ist so spannend wie noch in keinem anderen Urlaub und ich konnte durch den tollen Eisbecher gestaerkt mit einem Sieg in Fuehrung gehen. Als ich bezahlen will gebe ich der Kellnerin unabsichtlich einen kambodschanischen 2000er, der hatte sich da wohl reingemogelt und ich kenne den Unterschied nicht. Insgesamt haben wir in diesem Urlaub sieben verschiedene Waehrungen in Verwendung: thailaendische Baht, kambodschanische Riel, vietnamesische Dong, US-Dollar, Singapore-Dollar, malayische Ringgit, Euro - da gestaltet sich das Auseinanderhalten und noch mehr das korrekte Umrechnen nicht immer wirklich einfach ...
Nachdem wir das klaeren konnten und sie das korrekte Geld erhalten hatte (obwohl das kambodschanische sogar mehr wert gewesen waere) gehts aber endlich weiter zum wirklichen Sightseeing. Wir wandern die Prachtstrasse der Stadt (mit teuren Boutiquen und Hotels) entlang und bewundern sowohl neue Wolkenkratzer, als auch alte Kolonialgebaeude der Franzosen, geschmueckt wird das alles noch durch gepflegte Parkanlangen.


Als wir uns zwischendurch ein bisschen verlaufen schwatzt uns ein Cyclo-Fahrer an und wir erklaeren ihm, dass wir nur herumschlendern. Nach einem kurzen Austausch besteht er darauf, dass er uns auf dem Stadplan den richtigen Weg und unseren Standpunkt zeigt und er setzt sich sogar extra dafuer die Brille auf obwohl er damit sein Geschaeft kaputt macht. So finden wir dann auch unser letztes Ziel - den Wiedervereinigungspalast. Dieser Palast war einst das Symbol der suedvietnamesischen Regierung und sieht fast so aus wie vor mehr als 26 Jahren, als die Panzer der Vietcong das Gebauede einnahmen und damit die Existenz von Republik Suedvietnam beendet. Es ist sehr interessant zu sehen in welchem Prunk (1960iger Stil) der Praesident hier lebte, neben den praechtigen Zimmern mit einem eigenen Kartenspielzimmer gibt es sogar ein Kino, einen Hubschrauberlandeplatz inklusiv Hubschrauber sowieso ein weitlaeufiges Bunkersystem zu sehen. Unserer Meinung nach hat die kommunistische Regierung diesen Palast so belassen um allen die Prepotenz der damals Herrschenden, ermoeglicht durch amerikanisches Geld, zu zeigen. Und das funktioniert scheinbar auch, nachdem heute Samstag ist stroemen viele Einheimische (sie wirken wie einfache Leute vom Land) durch den Palast und betrachten mit grossen Augen die Pracht.

Mittlerweile zieht ein heftiges Gewitter ueber uns hinweg und wir warten zwar eine Zeitlang, nehmen dann aber ein Taxi fuer die Rueckfahrt zum Hotel. Die letzten Dong haben wir schon ausgegeben und der Taxifahrer kann den 10 Dollar Schein nicht wechseln, also laufe ich schnell ins Hotel um zu wechseln (Elisabeth wartet in der Zwischenzeit als "Pfand" im Auto). Die freundliche Dame an der Rezeption kann auch nicht wechseln und borgt mir dann einfach ihr privates Geld fuers Taxi - natuerlich begleiche ich meine Schulden sofort nachdem ich durchnaesst von der Wechselstube zurueck kehre. Das ist fuer uns wieder nur ein Beispiel dafuer wie freundlich und hilfsbereit die Leute hier sind - unser Hotel zeichnet sich da besonders aus: Da wir am naechsten Tag fuer den Abflug frueh zum Flughafen muessen bekommen wir unser Fruehstueck als Lunch-Paket mit, auf dieses Angebot steigen wir natuerlich gerne ein.
Also heisst es morgen "Good bye Vietnam" - schoen, dass wir nochmal da sein und dieses Land auf diese Art und Weise erleben durften -> weiter gehts nach Singapore :)
Bei uns im Hotel buchen wir eine Tour zu den Tunneln von Cu Chi. Mit einer grossen Reisegruppe brechen wir um acht Uhr in der Frueh dorthin auf. Unser sehr gut Englisch sprechender Guide erzaehlt uns bei der fast zweistuendigen Hinfahrt sehr viele interessante Zusammenhaenge ueber die Geschichte Vietnams und unterhaelt uns auch mit ein paar Anekdoten ueber die Gegenwart. Als wir in die Gegend rund um die Stadt Cu Chi kommen fallen uns sehr viele aufwaendige Graeber auf die hier den Strassenrand saeumen, was uns einen Eindruck der Kriegsgreuel bietet, die hier stattgefunden haben.
Wir kommen im Besucherzentrum an und unser Guide erklaert uns ganz stolz, dass mittlerweile immer mehr Touristen hierher kommen, in der Hauptsaison bis zu 2.000 pro Tag. Auch so ist einiges los und wir bekommen gleich zu Beginn einen Film praesentiert. Der erweist sich als sehr "eigenwillig" und wir empfinden ihn wie einen Propaganda-Film aus der damaligen Zeit - in schwarz-weiss und schlechter Qualitaet werden Helden aus dieser Gegend praesentiert, deren aufgelistete "Leistung" die Anzahl der getoeten amerikanischen Soldaten penibel gezeigt wird. Der Film macht auf uns einen sehr negativen Eindruck, wie muss es da erst den beiden jungen Maenner aus den USA gehen, die Teil unserer Gruppe sind.
Doch gottseidank ist nach dem Film wieder unser Guide an der Reihe und erzaehlt uns viel interessantes ueber diese Tunnel: Im Vietnamkrieg war dieses Tunnelnetzwerk fuer den Norden von immenser strategischer Bedeutung, weil sich dadurch nahe bei HCMS ein Gebiet kontrollieren und die US Armee immer wieder mit Ueberraschungsangriffen zur Verzweiflung bringen konnten. Allein im Bezirk Cu Chi gab es mehr als 250km Tunnel; unzaehlige Falltueren, Wohnbereiche, Lager, Waffenfabriken, Feldlazarette, Kommandozentralen und Kuechen (die den Rauch erst nach etlichen Metern Entfernung entweichen liessen, um den Standort nicht verraten) waren teilweise in mehreren Stockwerken in dieses unterirdische Netzwerk integriert. Die Amerikaner und ihre Verbuendeten versuchten mit allen Mitteln (Chemische Waffen, Agent Orange, Napalm, Bombardements, intensiver Einsatz von Bodentruppen, Schaeferhunden, ...) den Vietcong aus den Tunneln zu vertreiben - zwecklos. Allerdings forderten diese Angriffe unter den Vietcong-Guerillas die wochen- oder sogar monatelang unter extremen Bedingungen in den Tunneln lebten hohe Verluste. Nur etwa 6.000 von cirka 16.000 ueberlebten und der Boden sowie das Wasser sind noch immer mit chemischen Giften verseucht.
An dem Ort werden uns neben Bombenkratern auch Beispiele aus diesem Tunnelsystem gezeigt wie zB unterirdische "Bunker". In diesen kleinen Loechern versteckten sich die Vietcong wenn der Gegner sie ueberraschte. Sich da reinzuquetschen ist eine echte Herausforderung fuer mich, funktioniert nur mit ausgestreckten Armen und ich habe bereits nach ein paar Sekunden genug. Jetzt muss man sich das vorstellen da drinnen bei bruetender Hitze stundenlang unter Lebensgefahr regungslos auszuharren waehrend oben die Panzer drueberrumpeln ...


Verbluefft besichtigen wir Beispiele dafuer, mit welchen einfachsten Mitteln (zB: Bambusrohre) der Vietcong grausamste Fallen gebaut hatte, perfekt in die Umgebung intregriert. Als "Bauernschlaeue" bezeichen wir dann innerlich auch Methoden, wie bspw die Sandalen verkehrt herum anzuziehen um den Gegner in die Irre zu fuehren.
Zum System der Tunneln gehoerten neben den bis zu 10m im Erdboden verlaufenden Gaengen auch ein Belueftungssystem und natuerlich viele Falltueren, die neben dem Zugang auch die Aufgaben hatten Wasser, Rauch und Traenengas auszuleiten - das alles war perfekt in den Dschungel integriert und dadurch nahezu unauffindbar getarnt.
Schliesslich duerfen wir auch einen dieser Tunnel, fuer uns Touristen verbreitert und hoeher gemacht, betreten. Die Stimmung ist sehr unheimlich und die Fortbewegung ist durch die bruetende Hitze extrem anstrengend. So kann man sich richtig vorstellen wie stark das Beduerfnis der hier versteckten Kaempfer nach Licht und frischer Luft war.


Eine Riesenattraktion hier ist die Moeglichkeit mit scharfer Munition mit den verschiedensten Waffen (bis zu Automatikgewehren) zu schiessen, diese Geraeusche hoert man quer ueber das ganze Gelaende, was dem ganzen Szenario hier einen sehr skurillen Anstrich gibt. Wir verstehen nicht wie man ueberhaupt, noch viel mehr an einem solchen Ort, der Zeuge so vieler Greueltaten war jemand freiwillig zur Belustigung mit einer Waffe schiessen kann. Damit gehoeren wir mit unserer Einstellung aber zur Minderheit, wir beobachten verschiedenste Touristen von jung bis alt die daran teilnehmen, so zB: 20-jaehrige Frauen, ein alternativ wirkenden Treadlook-Hippie (?) und auch zwei weissharrige Damen, die eher intellektuell wirken. Diese Tatsache und der peitschende Laerm der Schuesse lassen uns wie versteinert da sitzen und wir sind froh als wir endlich weiter gehen.
Zum Abschluss bekommen wir noch eine Kostprobe der Nahrungsmittel, welche die Soldaten damals zu sich nahmen und eine Vorfuehrung der Erstellung von Reispapier (fuer spring rolls) und Reiswein gibt es obendrein, bevor wir wieder aufbrechen.
In Ho Chi Minh City angekommen nutzen wir die Chance beim Kriegsrestemuseum auszusteigen. Dieses Musuem widmet sich neben der Zurschaustellung von Waffen der US Armee, die im Vietnamkrieg verwendet und vom Vietcong "besiegt" werden konnten vor allem folgenden Themen: Weltweite Proteste gegen den Vietnamkrieg, Greueltaten waehrend des Krieges und der Nachwirkung Agent Orange (diese Bilder ersparen wir uns). Am beeindruckendsten und intensivsten ist fuer uns die Ausstellung mit, den zum Teil letzten, Photos von Kriegsfotografen die allesamt im Vietnamkrieg gestorben sind, es ist auch ein Salzburger dabei.

Irgendwann haben wir dann von diesem ganzen Krieg und seinen Greultaten genug und kehren deswegen in unser Hotel zurueck.
Bevor der Transfer zur Busstation erfolgt erklaert uns die nette Dame, welche uns das Ticket verkauft hat, noch genau wie wir bei der Ankunft in My Tho vorgehen sollen - "Bus station away from centre, Take moto to your hotel, No problem they are used to drive with heavy luggage". Wir waren uns sicher, da kann nichts mehr schief gehen! Welche Ueberraschung wir am Ende unserer Busfahrt erleben sollten konnten wir zu diesem Zeitpunkt natuerlich auf keinen Fall erahnen ...
Kurz darauf werden wir in den luxurioesen Bus verladen, sonst sitzen darin nur Einheimische und wir stellen bald fest, der Luxus ist vor allem der groessere Fernseher und die viel maechtigere Soundanlage dazu - das bedeutet fuer uns mehr als sechs Stunden (so lange sollte die Fahrt geplant dauern) geballte "Unterhaltung". Hier werden wirkliche alle Register gezogen: Zuerst die unvermeidlichen Karatefilme (wenn ich Jackie Chan noch eine Grimasse schneiden sehe werde ich auch zum Boesewicht), danach Dancing Stars und Starmania vietnamese style. Getoppt wurde das alles noch von einer Comedy-Serie a la "Loewinger Buehne", aber natuerlich auch lokal eingefaerbt, welche durch die immense Lautstaerke der schrillen Toene regelrecht Schmerzen in den Ohren verursacht - dem Rest im Bus gefaellt es anscheinend ...
Beim Blick aus dem Fenster stellen wir zum wiederholten Male fest, dass die Vietnamesen unglaublich fleissig sind, die landwirtschaftlichen Flaechen werden intensiv genutzt und wirken von allen besuchten Laendern am "ordentlichsten".
Nach einem kurzen Stueck unseres Weges werden wir von der Polizei an der Weiterfahrt gehindert, aber wir hoffen zu frueh - die DVDs werden nicht konfiziert ;) sondern wir muessen eine gute halbe Stunde in einer Kontrolle warten. Dabei bekommen auch wir einen Folder ausgeteilt der zum Aufsetzen der Helme beim Mopedfahren aufruft, der Polizist hat anscheinend Humor und deswegen werden wir uns selbstverstaendlich daran halten.
Beim Mittagessen in einer "Autobahn-Raststaette" (wir taufen es so) sind wir irgendwie die Attraktion, sonst gibt es keine Westler hier und etliche Kinder kommen uns besichtigen. Da lassen wir uns natuerlich nicht lumpen und posieren damit es auch was zum Schauen und zum Lachen gibt :)
Als wir nach fast sieben Stunden (wir hatten ja eine Verzoegerung durch die Kontrolle) laut unserer Hochrechnung bald das Ziel My Tho erreichen muessten kommt auch schon das Kommando "next stop - get off" an uns gerichtet. Kurz darauf stehen wir auf der Strasse. Beladen mit unseren Ruecksaecken blicken wir uns zuerst mal um, doch auch nach einiger Wartezeit koennen wir keinen Motofahrer entdecken, der uns seine Dienste anbieten will. Da laut Plan die Stadt sehr uebersichtlich sein soll nehmen wir mal unseren Reisefuehrer zur Hand ums uns zu orientieren und finden sofort die Strasse in der wir uns befinden. Wir sind dann ja gar nicht ausserhalb, anscheinend hat uns der Busfahrer im Zentrum rausgeschmissen, sehr praktisch. Also beschliessen wir zu Fuss loszulegen, die Strasse muesste laut Plan an beiden Enden begrenzt sein und von dort aus sollte das Hotel leicht zu finden sein.
Als wir bereits die dritte Querstrasse passieren, die wir auf unserem Plan nicht finden koennen und auch schon einen ziemlichen Weg zurueck gelegt haben werden wir irgendwie skeptisch. Waehrend ich noch einmal intensiv die Karte im Reisefuehrer studiere entdeckt Elisabeth im endlosen Strom der Mopedfahrer einen Falang, den sie herbeiwinkt. Als er neben uns abbremst und uns hilfsbereit begruesst halte ich ihm den Plan hin und frage wie wir am besten zum Hotel kommen. Er kennt das Hotel nicht, also bitte ich ihm auf dem Plan zu zeigen wo wir sind. Er wirkt verwirrt und holt seinen eigenen Plan hervor. Waehrend er ihn ausbreitet bin ich an der Reihe verwirrt zu wirken, da sind ja ganze Distrikte eingezeichnet, passt irgendwie nicht zu unserer Kleinstadt ... Ich frage ihn "Are we in My Tho?" und sein verwirrter Blick schlaegt alles bisherige noch einmal um Laengen - irgendwie wissen wir beide nicht weiter. Da hat Elisabeth einen Geistesblitz - "Are we in Ho Chi Minh City?" Wie aus der Pistole geschossen kommt seine Antwort "Sure" - da fangen wir beide zu lachen an und erklaeren ihm unsere Story. Da haben die doch wirklich vergessen uns in der Stadt My Tho rauszuschmeissen und wir befinden uns jetzt (freilich nach Rekordzeit) in einem Aussenbezirk von Ho Chi Min City, dem Ziel welches wir eigentlich erst fuer den Folgetag geplant haetten.
Der hilfsbereite Falang scheint von unserer Situation mehr schockiert als wir es sind. Er stoppt uns ein Taxi und versorgt den Taxifahrer mit den Anweisungen uns im Touristengebiet abzusetzen. Uns bleibt fast nicht mehr genug Zeit uns gebuehrend zu bedanken, denn schon schlaengeln wir uns durch die Mopeds auf unserer fast halbstuendigen Fahrt in das Zentrum der Stadt (da waeren wir vermutlich noch sehr lange herumgeirrt, welch ein Zufall, dass es die Strasse von unserem Plan in beiden Staedten gibt ...). Und vor allem Glueck, auf den hilfsbereiten Falang zu stossen!
Erheitert beobachten wir den Trubel auf den Strassen Ho Chi Min Citys, naja dann eben kein Tag lang mehr Mekong-Delta, wir haben dafuer in HCMS mehr Zeit (der Zeitpunkt unserer Weiterreise ist ja mit dem Flug nach Singapore am Sonntag in der Frueh klar definiert) und ausserdem auch noch Geld gespart. Der Taxifahrer setzt uns zuverlaessig ab und wir bezahlen nach Taximeter, das kennen wir aus Hanoi ganz anders.
Nachdem wir voll beladen aus dem Taxi aussteigen dauert es keine 3sek bis uns jemand aufreisst und in ein Hotel abschleppt. Etliche Gaesschen weiter sehen wir uns das kleine aber saubere Zimmer an und beschliessen hier gleich mal die erste Nacht zu bleiben. Wir sind hier zum ersten Mal in unserer "Asienkarriere" im Backpackerviertel gelandet (similar to Khaosan Road in Bangkok), die Reizueberflutung ist fuer uns enorm: Ueberall Leuchtreklame und Menschen die einem Zurufen ob man nicht Essen, Trinken oder Massieren will bei ihnen im Shop und natuerlich "discount for you". Ausserdem gibt es hier sehr viel "Pasta, Pizze, Capuccino"-Laeden. Mit unserem Hunger lassen wir uns gleich mal fangen, die Ausmasse der Speisekarte sind immens, doch das Curry schmeckt ueberraschend gut. Bei der Rueckkehr ins Hotel bekommen wir sogar Opium angeboten, doch wir steigen lieber auf eines der Happy-Hour Angebote ein und nach ein paar Lokalen fallen wir beschwipst ins Bett mit dem Gedanken, dass uns HCMS sehr symphatisch ist und wir es gar nicht erwarten koennen mehr von dieser Stadt zu sehen!
Nachdem wir unser Hotel, allem voran den Pool, sehr geniessen beschliessen wir erst gegen Mittag weiter nach Vietnam (wir haben unsere Paesse inklusive Visa wie versprochen ins Hotel geliefert bekommen) zu reisen und den Vormittag noch gemuetlich am Pool zu verbringen.
Kurz nach Mittag geht es dann mit dem Speedboat (fuer max. 10 Personen geeignet) pfeilschnell Richtung Mekong, wo wir auf dem Wasser die Grenze zwischen Kamboschda und Vietnam ueberqueren werden. Die Geschwindigkeit fordert sein Opfer und so ist unsere Gespraechigkeit durch den Laerm des Motors stark eingeschraenkt, als i-Tuepfelchen schafft es der Italiener neben mir mit seinem 4-stuendigen Dauergeschnarche sogar irgendwie den Motor zu uebertoenen. Der Grenzuebergang in Kambodscha sieht so aus: Das Boot steuert ohne erkennbare Zeichen scheinbar irgendwo das Ufer an, wo wir ueber einen Holzsteg mit einem Schild "Border crossing" zu eine paar Haeusern kommen. Hier ist es idyllisch still, wir besuchen ein abenteuerliches Klo und unsere Paesse werden dann von einem eher desinteressierten Grenzpolizisten (?) abgestempelt, unser Gepaeck kann dabei sogar auf dem Boot verbleiben und niemand schaut was wir hier genau machen. Dann flugs wieder eingestiegen, 5min weiter gefahren bevor wir an der vietnamesichen Grenze (einem grossen metallenen Gebaeude) in einem Raum gebracht werden, wo wir darauf warten muessen bis uns Begleiter der Bootsgesellschaft alles geregelt hat - danach duerfen wir den Raum wieder verlassen und auf das Boot zurueck kehren. Neben diesem kleinen Beispiel im Unterschied der Mentalitaeten zwischen Vietnam und Kambodscha faellt uns deutlich am vorbeiziehenden Ufer auf, in Vietnam wirkt alles intensiv genutzter, ueberall sieht man ordentliche Reis- und Maisfelder.

Auf der Fahrt koennen wir die bekannten Mekong-Boote aus dem Delta beobachten, die allesamt auf der Vorderseite Augen aufgemalen haben, damit sie das Mekong-Monster, welches der Legende nach hier lebt, abschrecken koennen.

Nach fast 5 Stunden kommen wir dann an unserem Ziel Chau Doc, Vietnam, an und wir sind schon sehr gespannt wie es uns diesesmal mit dem Land und den Leuten ergehen soll. Von unsem Reisebegleiter lassen wir uns auf der Karte noch schnell zeigen wo wir sind und schon legen wir los. Als wir den Anlegesteg verlassen befinden wir uns irgendwie mitten in einem Markt, die auf Kunden wartenden Cyclo-Fahrer (das Pendant zu den TukTuk-Fahrern in Thailand, Laos und Kambodscha - nur verlassen die sich auf ihrer Wadeln) sind sehr freundlich und lustig. Die Stadt ist zudem sehr uebersichtlich und so finden wir schnell zu unserem ausgewaehlten Hotel, wo wir in einem Zimmer mit tollem Blick auf den Nacht-Essens-Markt einchecken.
Bei der Suche nach einem Abendessen geraten wir in ein etwas abenteuerliches Lokal wo wir, verwoehnt aus Phnom-Penh, gleich mal Chicken bestellen, nur hier bekommt man die untouristische, asiatische Variante - einfach mal mit dem Hackbeil zerteilt und auf den Teller mit Haut und Knochen, ausserdem haengt das Fleisch gut sichtbar im Schaukasten, wer weiss wie lange ... Zudem ist ueber meine Nudeln ein rohes Eier drueber geschlagen, wenn nur der Hunger nicht so gross waere - so essen wir tapfer auf! Elisabeth braucht dann noch einen Nachschlag (das Mittagessen war ja ausgefallen, allerdings war mir irgendwie der Appetit vergangen) und so gehen wir ein Lokal weiter wo sie die zweite Nudelsuppe innerhalb einer Stunde isst. Elisabeth, der "Suppentiger", sollte das dann noch auf 4x Nudelsuppe (die Pho ist in Vietnam ja DAS traditionelle Essen) in 24 Stunden ausbauen - ist sicher verdaechtig fuer das Guinessbuch der Rekorde ;)
Sonst haben wir an diesem Abend nicht mehr viel vor, die einzige Aufgabe besteht darin einen Bankomat zu finden um unseren Vorrat an Dong (= vietnamesische Waehrung) aufzubessern. Hier muessen wir unserem intensiven Herumreisen Tribut zollen und wir verkalkulieren uns total mit der Umrechnung: Als Ergebnis heben wir zwar den fuenfthoechsten Betrag ab, den der Automat vorschlaegt, merken kurz darauf allerdings, dass die Summe nicht mal 7 Euro betraegt, das wird natuerlich nicht reichen, also zurueck an den Start - behebe ... auf jeden Fall mehr!
Anschliessend buchen wir eine Bootstour mit einem eigenen Boot nur fuer uns (kostet uns dafuer auch 7 Euro) und setzen uns auf unseren Hotelbalkon um das neue Land auf uns wirken zu lassen. Resumee: Vietnam ist einfach das Land der Mopeds und der Hupen, ohne beides wuerde jegliches Verkehrssystem hier zusammenbrechen. Zudem ist unser erster Eindruck von Suedvietnam sehr, sehr positiv - die Leute sind charmant und freundlich, das haben wir in Hanoi damals ganz anders empfunden :/
Am naechsten Tag schlendern wir gemuetlich um 2 vor 9 zum Fruehstueck, um dann schuldbewusst festzustellen, es wird nur bis 9 Uhr angeboten. Ueberhaupt faellt uns nach Kambodscha auf, Vietnam ist im Vergleich das Land der Regeln - im Hotel haengen dementsprechende Hinweise, so was haben wir in ganz Kambodscha nirgendwo gesehen und diese Tatsache manifestiert sich nicht nur in den Hotels. Natuerlich bekommen wir trotzdem noch unsere Nudellsuppe und gestaerkt begeben wir uns auf die Suche nach einem Internetcafe. Nur durch intensive Hilfe finden wir das (Einzige?) der Stadt - es ist hier wirklich nicht sehr touristisch. Aber diesen Aufwand betreiben wir fuer unsere fleissigen Leser und Kommentierer natuerlich gerne :)
Am fruehen Nachmittag startet dann unsere "Tour", die folgendermassen aussieht - ein Cyclo-Fahrer holt uns vom Hotel ab und bringt uns zum Fluss. Somit fahren wir zum ersten Mal in unserem Leben mit diesen Fahrradtaxis und irgendwie tut uns der Fahrer etwas leid, er transportiert uns schliesslich beide und muss dabei ordentlich in die Pedale treten. Dort angekommen erwartet uns der Guide und Bootsfahrer, eine typische Einheimische, bunt gekleidet und mit dem klassischen Strohhut vor der Sonne geschuetzt. Witzigerweise spricht sie kein Englisch und erklaert uns deswegen alles mit Haenden und Fuessen, wodurch wir eine der lustigsten und charmantesten "Fuehrungen" uerberhaupt erleben, die Dame namens Cai ist eine echte Phantomime- und Geraeuschmeisterin, bei Activity vermutlich unbesiegbar.

Wir schippern gemuetlich mit ihrem Boot rund um Chau Doc und bekommen viele detaillierte Einblicke, manche sind uns dabei fast zu detailliert. Die Menschen leben hier auch auf den Booten bzw. floating villages und die gute Cai steuernd uns mitten durch, teilweise kommen wir uns wie Eindringlinge im Wohnzimmer vor, weil hier alles so offen gehalten ist ... So besichtigen wir der Reihe nach viele interessante Locations, los geht es mit dem schwimmenden Markt, wo je nach Boot unterschiedliche Waren verkauft werden. Danach sehen wir einige der zahlreichen Fischfarmen, das bedeutet die Menschen haben unter ihren schwimmenden Hausern Metallkoerbe, in denen die Fische in ihrer natuerlichen Umgebung grossgezogen werden. Dafuer gibt es neben ausgekluegelnden Systemen fuer eine staerkere Wasserzirkulation auch eine Eigenproduktion fuer Futtermittel, welche die Ueberreste aus Nahrungsmitteln wie Reis und Fisch verarbeitet. Ein Grossteil dieses Fisches landet uebrigens auch bei uns in Europa im Kuehlregal, aber natuerlich nur das Filet.
Zu guter Letzt fahren wir noch auf eine Cham-Insel, wo wir das Dorfleben beobachten koennen - Elisabeth nuetzt diese Gelegenheit selbstverstaendlich gleich um auf den Staenden mit lokalen Erzeugnissen ordentlich einzukaufen.
Aufgepeppt wird die kurze Wanderung von der Insel zurueck zum Boot noch mit pantomimischer Kraeuterkunde - Cai ist mittlerweile in Hochform. Nach drei Stunden kehren wir dann wieder zum Ausgangspunkt unserer Tour zurueck und bedanken uns bei der Frau Guide fuer die tolle Tour!
Impressionen der Tour






Wieder im Hotel angekommen kaufen wir noch Bustickets fuer unsere Weiterreise nach My Tho am naechsten Morgen. Unserer weiterer Plan ist es dann am Tag darauf weiter nach Ho Chi Minh City zu reisen. Am naechsten Morgen weckt uns sehr zeitig eine Parade, die mit vollem Radau (fuer uns sehr fremde Geraeusche) als grosser Drache verkleidet durch die Strassen zieht und dabei etliche Male an unserem Fenster vorbeikommt. Beim Fruehstueck vor unserer Weiterreise mit dem Bus (wir essen wieder mal Reisnudelsuppe) erleben wir noch eine witzige Episode: Unsere Pho wird naemlich per Moped geliefert, geschickt ausbalanziert auf dem Ruecksitz werden uns beiden Suppenschuesseln gebracht ohne dabei einen Tropfen zu verlieren, die Faehigkeit der Vietnamesen auf ihren Mopeds (wir sind uns beide einig, dass eigentlich ihre Flagge ein Moped enthalten sollte) ist immer wieder beeindruckend.
Nach einem ausgiebigen Fruehstueck in unserem super tollen Hotel starten wir gegen Mittag zu Fuss los um den Koenigspalast zu besichtigen, der bei unserem Hotel gleich um die Ecke ist. Wir wundern uns ueber die Menschenmenge und vor allem ueber die sehr grosse Anzahl von Polizisten rund herum. Die Militaerkapelle, die Ehrengarde, Sicherheitsposten, ein roter Teppich - schnell kombinieren wir und denken uns hier gibt's jetzt gleich den Koenig hoechst persoenlich zu sehen. Und tatsaechlich. Nach ca. 15 Minuten nehmen alle "Haltung" an, die Sicherheitsleute am roten Teppich (wo wir 2 zwei uns gut postiert haben) werden immer nervoeser, Musik ertoent und der Koenig spaziert mit seinem goldenen Schirmchen inkl. Traeger und ganzem Hofstaat am roten Teppich entlang, verneigt sich vor der jubelnden Menge und braust schliesslich in einem Mercedes davon. Ein herrliches Schauspiel fuer uns Touristen. Spaeter erfahren wir noch, dass heute der koenigliche Pfluege-Tag ist (Aussaattag fuer den Reis) und dass an diesem Feiertag die koeniglichen Ochsen den Ernteertrag des kommenden Jahres weissagen koennen. Naehre Details dazu koennen wir leider nicht geben. ;)
Kurz darauf erfahren wir von einem Tuk-Tuk Fahrer, dass der Koenigspalast heute geschlossen sei. Nach anfaenglicher Skepsis (weil das ist der 1er-Schmaeh aller Tuk-Tuk Fahrer) kehren wir zum Hotel zurueck und ueberlegen eine neue Tour fuer den heutigen Nachmittag.
Wir beschliessen zum Tuol Sleng Museum, kurz S-21, zu fahren. Dies war urspruenglich eine Schule (Gymnasium), zur Zeit der Roten Khmer wurde das Areal allerdings als Gefaengnis benutzt. Ein Guide, eine Frau die damals 13 Jahre alt war, fuehrt uns herum. Sie selbst lebte bei der Machtuebernahme 1975 mit ihrer Familie in Phnom Penh und wurde von den Roten Khmer aus der Stadt getrieben, unter dem Vorwand die US Amerikaner wuerden die Stadt bombardieren. So wurde binnen 3 Stunden die ganze Stadt zur Geisterstadt. Sie erzaehlt auch, dass sie und ihre Mutter ueberlebten, von ihrem Vater und ihrem Bruder hat sie nie mehr etwas gehoert. In dem Gefaengnis S-21 wurden insgesamt 20.000 Menschen gefangen gehalten, gefoltert und zum Teil auch getoetet. Als im Jahr 1979 die Vietnamesen in das Land und auch in das S-21 kamen waren alle Schergen der Roten Khmer geflohen. Gefunden haben die Vietnamesen 14 gefolterte Leichnahme, die auf Betten gefesselt waren und dort tagelang, von Tieren angenagt, lagen. Sie wurden im Innenhof der Schule von den Vietnamesen begraben. Beim Betreten des Museums fallen diese Graeber sofort auf. Die Folterkammern - ehemalige Schulklassen - in denen die Leichen gefunden wurden sind heute Teil des Museums. Die Raeume sind mit den originalen Betten und Folterwerkzeugen ausgestattet. Zusaetzlich sind grosse Fotos an der Wand, die die gefolterten menschlichen Ueberreste beim Auffinden der Vietnamesen zeigen.
Die Tour durch das Gelaende fuehrt uns durch sehr viele Raume in denen unzaehlige Fotos von Gefangenen, vor und nach ihrem Tot, zu sehen sind. Kinder, Frauen und Maenner, Jugendliche, Frauen mit ihren Babys im Arm. Auch Fotos von den Gefaengniswaertern und Folterschergen sowie Pol Pot und dem Oberbefehlshaber, Duch, des S-21. Unser Guide erzaehlt uns, dass zur Zeit 5 Personen in Haft sind, die wegen der damaligen Verbrechen verurteilt wurden.
Wir gehen mit unserem Guide weiter, vorbei an schier endlos scheinenden Portraits, in einen Raum in dem grosse gemalte Bilder haengen. Diese Bilder wurden gemalt von einem Gefangenen, der damals nicht ermordet wurde weil er besondere Faehigkeiten hat, die den Roten Khmer zu Nutze waren. Er und 6 andere Gefangene blieben so verschont und ueberlebten die Zeit der Khmer Rouges. Sie sind die einzigen Gefangenen die S-21 ueberlebten.
Die Bilder in diesem Raum wurden nach der Zeit des Regimes von dem Ueberlebenden gemalt; es sollte die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten, wie er selber sagt. Die Bilder zeigen die Foltermethoden und Schreckensszenen die er selber gesehen oder von anderen Gefaengnisinsassen erzaehlt bekommen hat. Sie sind unbeschreiblich grausam und zeigen ohne Schleier den Horror dieser Zeit.
Der Weg fuerht uns weiter zu winzigen Gefaengniszellen in denen Einzelne zusaetzlich mit Ketten gefesselt im Dunkeln eingesperrt waren. Sie mussten auf dem Boden schlafen und durften sich nur zweimal im Monat waschen, Bewegung war durch die Ketten nahezu unmoeglich. Nur die gruene Klassentafel errinnert noch an die urspruengliche Verwendung dieser Raeume.
In anderen Klassenraeumen wurden die Menschen wie Sardienen auf den nackten Boden gelegt, mit Ketten gefesselt; so mussten sie Wochen liegen bleiben ohne miteinander zu sprechen.
Die Menschen wurden 4 bis 6 Monate im S-21 festgehalten und gefoltert. Dann wurden sie aus der Stadt rausgebracht, nach Choeung Ek, um dort getoetet zu werden. Killing Fields - die Massengraeber - wo damals 17.000 Menschen ermordet wurden, sind heute noch zu besichtigen. Bilder der Aushebung der Massengraeber sind im Museum zu sehen: Schaedelknochen mit Augenbinden, Fussknochen mit Eisenfesseln darum herum, unzaehlige Knochen. Unser Guide erzaehlt, die Menschen wurden damals gewaltvollst ermordet, entweder erschlagen oder mit Palmblaettern gekoepft.
Abschliessend gibt es noch einen Film zu sehen, der die beruehrende Geschichte einer Frau und eines Mannes erzaehlt die sich vor der Zeit der Roten Khmer verliebten, dann getrennt wurden (sie wurde verhaftet, er ging anfaenglich zu den Roten Khmer). Sie trafen sich heimlich, schrieben sich Briefe und schiesslich wurden beide im S-21 getoetet.
Der Besuch des Tuol Sleng Museums zeigt ein sehr deutliches Bild der damaligen Grausamkeiten. Zurueck bleibt die Frage: Wie kann das alles moeglich sein? Kambodscha ist mit Grausamkeiten dieser Art nicht allein. Der 2. Weltkrieg, der Buergerkrieg in Ruanda, der Krieg in Ex-Jugoslawien, ... Was muss sich aendern, damit die Verangenheit sich nicht wiederholt?
Wir beschliessen zum Abschluss des Tages zum Wat Phnom zu fahren, die Killing Fields wollen wir nicht mehr besichtigen, dafuer ist uns diese Museum zu Nahe gegangen (aus diesem Grund gibt es auch keine Photos zu sehen, uns war nicht nach Photografieren zumute ...)
Das Heiligtum Wat Phnom zieht viele Kambodschaner an um hier fuer ihr Glueck zu beten und Gaben dar zu bringen. Der Tempel selbst ist derzeit wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen. Was wir trotzdem zu sehen bekommen ist sehr schoen. Rund um den Tempel herum, der auf einem 25 m hohen Huegel steht, treffen sich viele Einheimische um im Schatten der Baume den Abend zu verbringen.
Den naechsten Vormittag verbringen wir an unserem lauschigen Hotelpool mit einem kuehlen Fruchtshake um neue Kraefte fuer den 2. Versuch Besuch des Koenigspalastes zu sammeln. Heute hat der Palast tatsaechlich offen, und da heute Sonntag ist tummeln sich sehr viele Kambodschaner (unser Reisefuehrer hat es schon vorherhesagt ...) im Koenigspalast. Alle sauber rausgeputzt und den Kleidungsvorschriften entsprechend angezogen (Knie und Ellbogen bedeckt). Auch wir schwitzen mit langer Kleidung mit der Meute. Der Palast selbst ist sehr, sehr schoen und auf jeden Fall sehenswert. Angelegt ist er aehnlich wie der Koenigspalast in Bangkok, mit seinen verschiedenen Pagoden, Hallen, Stupas, etc. Nur etwas kleiner ist es hier in Phnom Penh natuerlich als in Bangkok. Aber das tut der Schoenheit und dem Ambiente keinen Abbruch. Die Silberpagode ist das Schmuckstueck der Anlage. Den Namen traegt sie wegen ihrer Bodenfliesen die komplett aus Silber bestehen. Ueber Teppiche hinweg bestaunen wir in der Pagode einen Smaragdbuddha, eine Buddha-Reliquie und einen lebensgrossen goldenen, Buddha, der mit ueber 9500 Edelsteinen besetzt ist. Wir sind begeistert! Fotos machen ist innerhalb aller Gebaeude leider verboten, also gibt's nur die Aussenansichten.




Im Koenigspalast wohnt, wie der Name schon sagt, tatsaechlich der Koenig und daher ist nur ein Teil (rund um die Silberpagode) fuer Besucher zugaenglich. Nachdem wir auf eine Privataudienz verzichten, lassen wir ihm aber ausrichten "Er soll aber auch einmal ein bissal brav sein!" ;-)
Es ist sehr heiss und wir beschliessen uns mit einem Eis in unserem favorisierten, klimatisierten Eislokal The Blue Pumpkin ein wenig abzukuehlen. Am Rueckweg an der grosszuegig angelegten Promenade des Tonle Sap beobachten wir in den fruehen Abendstunden unzaehlige Kambodschaner die in Gruppen und zu lauter Musik Stepaerobic machen. Dies ist wahrlich eine Flaniermeile hier.

Einen Tag vor der Abreise aus diesem Land koennen wir schon mal ein Resumee ziehen: Wir lieben dieses Land und die Leute hier! Es sind alle sehr freundlich, in Battambang, der Stadt unserer Reise mit den wenigsten Touristen sind die Leute gegenueber uns sehr nett und unverbraucht. Es macht Spass mit ihnen in Kontakt zu treten, selbst die TukTuk-Fahrer sind immer hoeflich und zu Scherzen aufgelegt. Aber auch in den touristischeren Staedten kann man sich auf die Handschlagqualitaeten der Menschen hier verlassen, alle verhalten sich sehr fair und zuvorkommend!
Man merkt so richtig wie alle gewillt sind am Aufschwung dieses Landes nach den vielen Jahren des Krieges und der ueberstandenen Greuel mitzuwirken, die Leute mit denen wir kommunizieren sind wissbegierig und haben ein Ziel vor Augen auf das sie mit voller Energie hinarbeiten-> man hat so richtig den Eindruck "Hier geht was weiter!"
Die Landschaft ist wunderschoen, Angkor Wat sowieso ein Erlebnis und auch das Essen schmeckt uns sehr gut - Bier Angkor geniessen wir sowieso regelmaessig :)
Sehr interessant sind die Eindruecke die man so nebenbei gewinnt und die haben wir versucht in den folgenden Bildern etwas festzuhalten:


Der Mann befreit das Heiligtum laufend von Blaettern, Naehe Battambang

Richtung Tempel vergnuegt sich ein Junge mit Klettern, Naehe Battambang

Mangobaum, Naehe Battambang

Reiswein-Bauern bei denen wir zum Verkosten einkehren, Naehe Battambang

Frauen auf dem Weg zum Markt, Naehe Battambang

Das Transportwesen sieht hier so aus, Naehe Battambang

Dorfbewohner, die einem zuwinken, Naehe Battambang

Eine Querreise durch die lokalen Koestlichkeiten, Siem Reap

Barbecue fuer die Einheimischen, Siem Reap

Verkaeuferin, ihr Geschaeft traegt sie mit sich, Phnom Penh
Einige Episoden aus unserem Alltag
- Beim ersten Mal Wasser kaufen verstehe ich 10.000 Riel, gebe der Verkaeuferin das Geld und moechte weitergehen. Sie laeuft mir nach um mir noch 7000 rauszugeben, die Summe hat 3000 betragen
- Als ich an der Hotellobby vorbeigehe ruft mir der Rezeptionist ganz aufgeregt nach, ich bleibe verwundert stehen, "please wait" sagt er im Vorbeieilen zu mir. Waehrend ich mich noch wundere schenkt er mir ein Teller voller Bananen und erklaert mir ganz stolz, dass er die selbst anbaut - dieses Spiel machen wir jetzt jeden Tag
- Als uns das Klopapier ausgeht probier ich es schon mit einfachstem Asia Englisch, Fehlerversuch ... Als ich pantomimisch unmissverstaendlich klar mache was wir benoetigen kichern wir beide
- die Standardphrase hier wenn man eine Entscheidungshilfe durch Tipps haben will ist "It's up to you", das sollten wir nach unserem TukTuk-Fahrer David noch sehr oft hoeren
- Als wir unsere thailaendische Baht in Dollar wechseln wollen gehen wir natuerlich zu einer Bank. Die Dame am Schalter schaut mich nur verwundert an und schickt mich zum Geldwechsler - wieso sollte eine Bank das auch machen ;)
- Mit der Dauer wissen wir schon: Laute Musik die man sehr weit hoert bedeutet "Hochzeit" -> wenn man naeher kommt kann man die pinken Girlanden schon erkennen. Wir erfragen, dass man im Buddhismus nur waehrend drei Monaten heiraten darf, darum kommen uns auch staendig Hochzeiten unter!
- Man sieht sehr oft aermere Leute am Strassenrand sitzen die ihre Kinder lausen
- Pickups mit 20 Menschen auf der Ladeflaeche hinten (sieht extrem gefaehrlich aus) ist anscheinend die Standard-Transportmethode fuer Arbeiter
- Viele Autos hier haben das Lenkrad auf der rechten Seite, weil das Fahrzeug aus Thailand kommt. In Kambodscha selbst herrscht naemlich Rechtsverkehr, dadurch gestaltet sich das Ueberholen mit diesen Fahrzeugen sehr spannend
Morgen werden wir also mit etwas Wehmut dieses wunderbare Land ueber den Mekong per Boot Richtung Vietnam verlassen ... schoen, dass wir hier sein konnten!
Beim gemuetlichen Planschen im Hotelpool haben wir bemerkt, dass hier ja in Kuerze Wochenende ist und wir noch kein Visum fuer Vietnam haben (wohin wir kommende Woche weiterreisen wollen). Also fluggs den netten Radverleiher aufgesucht, der ja primaer ein "Reisebuero" hat. Dort buchen wir dann gleich fuer den naechsten Tag die Weiterreise nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodscha.
Auch das Visum kann uns fuer einen kleinen Aufpreis noch fuer das Wochenende besorgt werden und so geben wir nach kurzem Zoegern unsere Paesse her, die uns gleich nach Phnom Penh voreilen, damit wir sie am Samstag Abend mit einem gueltigen Visum wieder bekommen. Waehrend der Geschaeftemacherei kommen wir sehr intensiv ins Gespraech mit dem Angestellten (Besitzer?) dort und er erzaehlt uns viel interessantes ueber die Geschichte des Landes sowie dem aktuellen (und immer wieder aufschwelenden) Konflikt mit dem grossen Nachbarn Thailand. Sein grosser Wunsch fuer die Zukunft Kambodschas ist nur, dass alles friedlich bleibt, die Greuel der Vergangenheit sind einfach noch zu frisch ...
Als Abschied geniessen wir noch einmal ein Abendessen bei unserem Lieblingsinder in Siem Reap - solche guten indischen Lokale (und um diesen Preis) haetten wir in Salzburg auch gerne :)
Am naechsten Morgen werden wir vom Hotel abgeholt um unsere Weiterreise anzutreten - mit dem am wenigsten VIP-Bus den wir finden konnten, den Staat gibt es hier leider nicht als Busunternehmen, alles in privater Hand. Wir kommen in einen Bus mit einer japanischen Reisegruppe, die lautstark aufgeregt durcheinanderplappern und staendig aufspringen. "Aufgebessert" wird diese Geraeuschkulisse noch durch unseren Renn-Fahrer, der staendig seine tolle Hupe im Einsatz hat. Uebertont wird das alles noch durch Kambodscha-Schnulzen-Pop-Karaoke sowie zwei sogenannten Hacki-Filme (irgendwelche Karatefilme, einer davon bemueht lustig gehalten, was das Ergebnis nicht unbedingt besser macht!) mit einer ziemlichen Lautstaerke - der Bus bietet zwar keinen Komfort, dafuer hat er 15 Boxen quer verteilt montiert. Wenn man sich jetzt dazu wunderschoene Landschaft die an einem vorbeizieht denkt und das alles ueber einen Zeitraum von sechs Stunden hat man das klassische Buserlebnis in Suedostasien ;)
Netterweise verweigert mir mein mp3-Player wegen Akku-leer die Zusammenarbeit, aber 6 Stunden sind ja ein Klacks ...
Auf Haelfte der Strecke werden wir noch kurz in einem Restaurant am Strassenrand in Rekordzeit abgefuettert, das ist hier wohl der Zuverdienst des Busunternehmens, die Preise sind aber trotzdem ok. Wir haben ja allgemein das Glueck, dass die beiden Hauptstrassen in Kambodscha mittlerweile fast komplett asphaltiert sind, eine kurze Zwischenstrecke auf "Cambodian-Highway" (braun, roetlicher Staub, je nach Regen hart oder gatschig) vermittelt uns noch einen Eindruck vom Reisen hier vor nicht einmal einem Jahr.
In Phnom Penh angekommen prallen alle TukTuk-Fahrer Tricks ("I know better Hotel", "Yours is maybe full", "Far Far away, expensive!", "Do you want tour tomorrow") an uns ab, wir sind was das betrifft ja mittlerweile Profis, schau mer mal ob wir das nach Vietnam auch noch behaupten koennen ;) und wir lassen uns zum Hotel Blue Lime bringen, welches wir uns rausgesucht haben. Hier leisten wir uns mal richtig was, die drei Naechte kosten uns gut 100 Euro, dafuer ist das Hotel eine regelrechte Oase in der Grossstadt, mit wunderbarem Poolgelaende und grosszuegigen, sauberen Zimmern - wir haben sogar frische Bettlaken bekommen :)

Nachdem wir uns intensiv im Hotelpool abkuehlen beschliessen wir das Abendessen in den Dienst der guten Sache zu stellen, diesesmal wollen wir mehr als Genuss und Saettigung des Hungergefuehls, also gehen wir ins Friends Restaurant, welches von einer NGO betrieben wird. Diese NGO verwendet alle Einnahmen um Kinder und Jugendliche von der Strasse holen und eine Ausbildung bieten zu koennen. Ausserdem werden die Lokale als Uebungsrestaurants als letzte Stufe dieser Ausbildung verwendet. So geniessen wir leckeres Essen, vor allem die Nachspeisen sind eine exotische Gaumenfreude: Elisabeth bekommt "spring rolls gefuellt mit Schokolade und Banane" und ich "karamelisierte Ananas mit Chilli-Eis".
Morgen werden wir die Sehenswuerdigkeiten von Phonm Penh zu Fuss besichtigen und dabei auch die Stadt, die im Moment fuer uns nur wie eine groessere Variante als Siem Reap wirkt - aber ohne Grossstadtcharakter - ein bisschen erleben.
Jetzt ist der grosse Tag und nach dem ganzen "Vorspiel" kommt es endlich zum Highlight - Angkor Wat ist heute auf unserer Erforschungsliste!
Um das Erlebnis richtig auskosten zu koennen borgen wir uns Fahrraeder aus um die ca. 30km Strecke zu Angkor Wat und rund um Angkor Thom intensiv zu erleben. So gehts um kurz vor 7 Uhr los, wir richten uns schlauerweise nach den Tipps im Reisefueher wann man welche Staetten am besten ohne Reisegruppen erleben kann. Hier ist alles total flach, die einzigen Erhebungen auf unserer Strecke sind ein paar "schlafende Polizisten". So haben wir die ersten 10km unserer Fahrt in noch angenehm kuehler Luft schnell geschafft und wir fahren an Angkor Wat vorbei und fetzen gleich weiter Richtung Angkor Thom.
Angkor Thom wurde im 13. Jahrhundert als Hauptstadt des Angkorreiches erbaut und umfasste zur Bluetezeit mehr als 1 Million Einwohner (im Vergleich, London hatte damals gerade mal 50.000). Die Stadt befindet sich auf 10 Quadratkilometern, die von einer 8m hohen Mauer mit 12km Laenge umgeben ist. Zum Schutz ist auch noch ein Wassergraben mit 100m Breite um die Stadtmauer gezogen worden. Betreten kann man sie durch 5 Tore, die jeweil 20m hoch sind. Die Ausmasse sind beeindruckend, obwohl heute nur mehr ein Bruchteil der Bauwerke vorhanden ist kann man sich die Dimension gut vorstellen.
In Angkor Thom nuetzen wir unseren zeitlichen Vorsprung vor den japanischen Reisegruppen, die auf ihrer Route vorher Angkor Wat besichtigen, und betreten gleich das Highlight der Stadt - den Bayon. Dieser Tempel besticht vor allem durch eines - den rund zweihundert bis zu 7 Meter hohen Gesichtern, die auf den Türmen in den Stein gehauen sind. Ob sich der Erbauer hier verewigen liess oder Bodhisattva dargestellt werden ist nicht erwiesen, vermutlich war es eine Mischung aus beidem; auf jeden Fall fuehlt man sicht staendig beobachtet ;)


Danach besichtigen wir noch die anderen Sehenswuerdigkeiten, in Erinnerung geblieben ist uns vor allem auch der Baphuon, wegen seiner Geschichte der Restaurierung. Es wurde die Methode angewandt Teile des Tempels zu zerlegen, zu katalogisieren, danach zu restaurieren um dann wieder alles zusammenzubauen - soweit die Theorie. Allerdings wurden durch die Machtuebernahme der Roten Khmer die Aufzeichnungen vernichtet, womit 300.000 Einzelteile herumliegen deren Position nicht klar ist. Darum wird der Tempel auch als weltgroesstes Puzzle bezeichnet.
Nach unserer Rundreise durch Angkor Thom sind wir erst mal pausebeduerftig und kehren zu Angkor Wat zurueck, in das Lokal, in dem wir mit Ty damals fruehstuecken waren. Interessanterweise gibt es jetzt eine andere Speisekarte, die Preise sind doppelt so hoch, ob die billigeren Preise vor ein paar Tagen an der Tageszeit (Fruehstueck) oder an unserem TukTuk Fahrer lagen werden wir wohl nie erfahren ...
Egal, die Pause benoetigen wir dringend um neue Kraefte fuer unser Highlight zu sammeln. Nach der Staerkung flanieren wir noch eine Zeitlang im Schatten auf der Mauer vor Angkor Wat - die Stimmung ist grandios.
Dann betreten wir ehrfuerchtig den Weg Richtung Angkor Wat - der Lonely Planet hat wieder recht, dieser Moment gebietet Ehrfurcht. Die Dimensionen sind einfach ueberwaeltigend, zuerst sticht einem der 190m breite Wassergraben mit den Ausmassen von 1,5 x 1,3 Kilometer ins Auge. Die Ummauerung hat das Format von 1025 x 800m und ist, wie sehr vieles bei Angkor Wat, sehr gut erhalten. Den Haupteingang betritt man ueber eine 235m breite Plattform, die mit Reliefs und Skulpturen geschmueckt ist. Dann kommt man auf einen 10m breiten Dammweg der 475m lang Richtung dem eigentlichen Gebauede fuehrt, das alles inmitten eines herrlichen Parks mit zahlrreichen Nebengebaueden, wie Bibliotheken, auf beiden Seiten des Wegs.
Der Tempel selbst ist in drei Ebenen gegliedert, wobei der Hauptturm 55m ueber dem Erdboden thront. In allen Ebenen marschiert man durch stimmungsvolle Gaenge und vorbei an Waenden, die von detaillierten Flachreliefs geschmueckt sind. Im Gesamtkonzept stoert nur die Decke eines Ganges, die vor langer Zeit von den Franzosen restauriert wurde, sie sieht irgendwie aus wie im Schloss Versailles, eine kuriose Idee ...
Der Hauptturm wird heute noch als buddhistisches Heiligtum verwendet, man darf die sehr steilen Stufen dorthin nur betreten wenn man angemessen bekleidet ist. Oben angelegt ist die Stimmung wirklich fasziniert, der Ausblick ueber die Anlage toll und man steht richtig erfuerchtig vor der Buddha-Statue wenn man das Zentrum erreicht.
Jetzt muss man sich dies alles vorstellen zur Bluetezeit des Reichs, mit pulsierendem Leben erfuellt, als ein Bauer vom Land, der zum ersten Mal seine Hauptstadt sieht, von diesen Eindruecken ueberwaeltigt wird. Ich wuerde wirklich gerne in die Vergangenheit reisen koennen um diese Pracht erleben zu duerfen ...
Es war sehr schwer Photos auszusuchen und ich habe bewusst Details ausgewaehlt, damit man sich die Pracht vorstellen kann, die Dimension kann man in 2D sowieso fast nicht vermitteln ... also am besten selbst hinreisen ;)






Wir verbringen sehr viel Zeit in der Mutter aller Tempel, doch irgendwann muessen wir der bruetenden Hitze Tribut zollen und wir beschliessen einen Schlussstrich zu ziehen. Bevor wir allerdings mit dem Rad zurueckfahren rettet uns unser Lieblingscafe Blue Pumpkin, von dem es neben Angkor Wat praktischerweise eine Zweigstelle gibt, mit einem Megashake, das Monstrum hatte sicher die Ausmasse von 0,6l. Danach haben wir auch genug Energie fuer die Rueckfahrt und einer Abkuehlung im Hotelpool.

Wir ueberwunden uns den Wecker auf 4:30 zu stellen um dann mit dem TukTuk Richtung Angkor Wat zu duesen, Sonnenaufgang ist ein Pflichtprogramm und das wollen wir uns auch nicht entgehen lassen.
Also treffen wir uns um 5 Uhr mit Ty vor unserem Hotel und los geht die Reise, es ist noch angenehm kuehl und wir geniessen den Fahrtwind auf dem TukTuk. Waehrend der Fahrt bemerken wir, dass etliche Touristen ebenfalls unter die Fruehaufsteher gegangen sind und nachdem unser TukTuk nicht zu den flottesten gehoert werden wir staendig ueberholt. Doch wir kommen rechtzeitig an und marschieren zum ersten Mal Richtung Angkor Wat - die Ausmasse wirken auch von der Ferne gigantisch. Vor einem Bewaesserungsteich ist DIE Sonnenaufgangsfotografierstelle und wir mischen uns unter die anderen Menschen. Die Zielgruppe hier ist bundgemischt und es fallen uns auch ein paar Eiserne auf, die volley aus der Pubstreet kommen, so wirklich geniessen koennen sie das Schauspiel allerdings nicht.
Und dann kommt sie ... die Wirkung ist toll, allerdings haben wir nach langwieriger Diskussion beschlossen nicht alle gemachten Photos hier reinzustellen ;) - also hier ein Best-Of aus den geschaetzten 60 Sonnenaufgangsbildern:


Wenn man das jetzt mal Anzahl der Besucher rechnet und pro Jahr kommt da vermutlich keine endliche Zahl mehr heraus ...
Wir lassen den Flair noch ein bisschen nachwirken und setzen uns auf die Stufen bevor wir zum TukTuk zurueckkehren und unseren Fahrer auf ein Fruehstuck einladen, es ist jetzt kurz nach halb sieben.
Jetzt starten wir eine weitere Tour um weitere fuenf Ruinen zu sehen, in der Frueh sind die Ruinen noch angenehm leer und die Luft sehr kuehl.
Impression Tour Tag 3:



Auf dem Weg, wir geniessen gerade den kuehlen Luftzug bei der Fahrt - mittlerweile ist es schon sehr heiss - laesst uns ein lautes Schreien aufschauen: Ein Mopedfahrer ueberholt uns, auf den Ruecksitz geschnallt hat er ein hysterisch quiekendes Schwein, das mit den Beinen nach oben dort festgebunden und anscheinend genau weiss, das es ihm jetzt an den Kragen geht. Irgendwie ist die Szene wirklich arg, man hoert das Quicken des Schweines sehr weit, unser Fahrer findet es lustig ...
Um kurz nach Mittag sind wir schon sehr geschafft, schliesslich sind wir schon fast acht Stunden unterwegs. Zurueck in der Stadt verabschieden wir uns von Ty, dem wir versprechen, falls wir nochmal einen Fahrer benoetigen natuerlich ihn anzurufen. Unser Plan ist die kommenden Tag Angkor Wat und Angkor Thom mit dem Rad zu besichtigen, die Ruinen liegen nur 8 km ausserhalb der Stadt und es ist hier ueberall unglaublich flach.
Den Rest des Tages nehmen wir frei, in Siem Reap kann man es sich so richtig gut gehen lassen. Es gib viele super Lokale, von einheimischer Kueche (wir goennen uns eine Probierplatte mit sieben verschiedenen Gerichten), indischen Restaurants, bis zu einem Mexikaner - und das alles fuer unsere Verhaeltnisse sehr guenstig, eine Hauptspeise kostet 2-4 Euro, ein gezapftes Bier gar nur 70 cent :)
Ausserdem haben wir eine Eisdiele entdeckt, die einem die Moeglichkeit bietet fuer 2 Euro einen super leckeren Eisbecher gemuetlich liegend auf einer Couche zu geniessen, wir werden das Photo nachreichen, schliesslich werden wir wieder hingehen "muessen".
Fuer die Situation mit den bettelnden Kindern probieren wir eine neue Methode aus um damit umzugehen - wir laden ein kleines Maedchen, welches uns Ansichtskarten verkaufen will, zum Essen ein. Mango-Shake und gebratener Reis mit Huehnchen ist ihre Wahl und sie geniesst ihr Festmahl sichtlich, wofuer sie uns mit ihrem bezaubernsten Laecheln belohnt. In eine Dilemma-Situation kommen wir nur, als gegen Ende des Essens drei weitere Kinder auftauchen und uns etwas verkaufen wollen ...
In der Nacht wachen wir durch einen lauten Sturm auf und wir hoeren stroemenden Regen und ein Gewitter - zum ersten Mal seit wir hier auf Urlaub sind regnet es wirklich intensiv. Kurz darauf faellt der Strom in der Stadt aus und nachdem damit auch unsere Klimaanlage ausfaellt verbringen wir eine heisse Nacht und koennen endlich unsere Taschenlampe auspacken. Der Strom sollte erst wieder am Vormittag zurueck kehren, hoffentlich hat das dem Eis unseres Lieblingscafes nicht geschadet ...
Nachdem wir den Rest des Vorabends verwendet haben die Tempel und Ruinen hier aufzulisten um fuer uns einen Ueberblick zu verschaffen fuer Auswahl und eventuelle Touren kommen wir erst realtiv spaet ins Bett. So sitzen wir am Vormittag gemuetlich beim Fruehstuck und als wir noch diskutieren ob wir heute eine Tour machen und damit unseren Fahrer kontaktieren sollen kommt ein Hotelangestellter mit seinem Handy zu mir und meint "telephone sir". Etwas verwundert gehe ich ran und ich erkenne sofort an der Stimme, es ist unser TukTuk Fahrer Ty mit der Frage ob wir heute eine Tour machen wollen. Da gibt uns den notwendigen Entscheidungsimpuls und wir sagen zu. Die Hotelangestellten amuesieren sich darueber, dass uns ein TukTuk Fahrer im Hotel anruft, wir finden es auch lustig :) 45min spaeter sitzen wir mit ihm zusammen und vereinbaren die mehrtaegigen Touren und den Preis, auf mehr wie 50 Dollar fuer die drei Tage wollen wir ihn dann irgendwie nicht druecken ...
Wir haben den Plan zuerst mit den kleineren und aelteren Tempel anzufangen, um uns dann zu den Top-Highlights vorzuarbeiten. So bleibt der Spannungsbogen gut erhalten!
Zuerst muessen wir uns allerdings ein Ticket besorgen und wir entscheiden uns fuer das 7-Tages-Ticket, verwendbar an sieben Wochentagen innerhalb eines Monats (praktisch wenn man auch mal einen Tag Pause einlegen will). Ist fuer Kambodscha-Verhaeltnisse richtig, 40 Euro pro Person, wenn man es hochrechnet allerdings nicht mehr. An der verfuegbaren Infrastruktur bei den Ticketschaltern kann man erahnen was hier zur Hauptsaison los sein muss ...
So jetzt gehts los - Ruinen en masse :)
Zuerst fahren wir zur Rolous-Gruppe die mehrere kleinere Ruinen bietet. Es ist wunderschoen und beeindruckend hier und wir haben diese abgelegeneren Anlagen fuer uns alleine, was wir auch dementsprechend auskosten.


Interessiert tauschen wir uns mit unserem Fahrer Ty aus: Er kommt aus aermlichen Verhaeltnissen und hat mit Rohmaterial um ca. 1400 Euro fuer seine vierkoepfige Familie ein Haus gebaut - Badezimmer haben sie keines, dafuer ist der Dschungel da meinte er mit einem Grinsen. Da lassen wir uns auch gerne von ihm in Lokale seiner Empfehlung bringen, das Essen ist immer gut und ausserdem bekommt er dann ein gratis Essen fuer die Vermittlung - erscheint uns sehr fair.
Immer wenn wir hier von unserem Land erzaehlen sind die Leute sehr erstaunt, dass es so kalt ist, wie teuer alles ist, ... Ty ist am meisten verwundert, dass bei uns keine Bananen wachsen, wir vermuten er wuerde bei uns erfrieren!
Unsere Einstiegstour endet dann am Nachmittag und wir sparen uns schon die Energieren fuer den kommenden, tagesfuellenden Ausflug.
Wie geplant geht es am naechsten Tag schon in der Fruehe los, wie vereinbart treffen wir uns um 6h30 mit unserem Fahrer und starten gleich zum ersten Tempel los. Die Morgenstimmung ist wunderbar, es sind auch noch keine Leute unterwegs und es ist angenehm "kuehl" (fuer die Verhaeltnisse hier, was nicht bedeutet, dass wir beim Stufensteigen nicht schwitzen ;)


Nach einem kurzen Fruehtstueck (Nudelsuppe) brechen wir zu einem bekannteren Tempel auf - dem Banteay Srei. auch genannt "Kunstgalerie von Angkor", weil es hier so viele erhaltene bzw. restaurierte Stuckarbeiten gibt. Bei der Ankunft bekommen wir gleich einen Eindruck was hier bei den groesseren Tempeln los ist. Als unser TukTuk haelt stuermt ein Schwarm Kinder auf uns zu, jeder will irgendwas verkaufen bevor man das Gefaehrt ueberhaupt verlassen hat. Emotional faellt einem das gar nicht so leicht die Kinder alle so weiter zu schicken, allerdings soll man diese Verkaufsaktivitaeten definitiv nicht unterstuetzen ... spaeter kommen dann auch noch Erwachsene dazu, die einem Guidebooks und Co verkaufen wollen. Unsere Hauptaktivitaet bei dieser Ankunf ist es "no, thank you" zu sagen und dabei freundlich laechelnd den Kopf zu schuetteln, aber manche sind richtig beharrlich und folgen einem noch etliche Schritte. Den Bekanntsheitgrad dieses Tempels merkt man auch an den vielen Bussen auf dem Parkplatz, die japanische Touristengruppen durch den Tempel treiben ...
Als wir uns darauf eingestellt haben bewundern wir in innerlicher Ruhe die schoene Anlage. Die kunstvollen Arbeiten sind wirklich sehenswert.

Das naechste Ziel auf unserer Tour ist das Landminenmuseum. Diesem Museum zugrunde liegend ist eine NGO, gegruendet von Aki Ra, einem Kambodschaner mit einer interessanten Lebensgeschichte: Mit 10 Jahren wurden seine Eltern von den Roten Khmer ermordet und er zu einem Kindersoldaten gemacht. Nach einigen Jahren wurden er von der vietnamesischen Armee gefangen genommen und in die kambodschanische Armee eingegliedert, wo er nun gegen die Roten Khmer kaempfen musste. Nachdem er viele Jahre selbst Landminen legen musste beschloss er nach dem Ende des Krieges seinem Land zu helfen, in dem er sein Wissen und die jahrelange Erfahrung verwendete um Minen selbst, unter Lebensgefahr und ohne seiner Taetigkeit entsprechende Werkzeuge, zu entschaerfen. Dieser Taetigkeit geht er auch heute noch nach und zusaetzlich hat er die oben erwaehnte NGO gegruendet um Kinder, die Opfer von Landminen wurden, eine medzinische Betreuung, ein Zuhause und eine Ausbildung zu ermoeglichen.
Seine Geschichte, die Geschichte des Krieges, Informationen ueber Landminen und Einzelschicksale von Opfern werden in diesem Museum anschaulich erzaehlt. Am meisten schockiert mich. dass viele Laender das Antipersonenminen-Abkommen nicht unterzeichnet haben, auf dieser Liste befinden sich unter anderem USA, Russland, China, aber auch Finnland (!!). Ausserdem wird noch immer Geld mit Herstellung und Verkauf von Minen verdient, hier sind auch wieder die USA und Russland federfuehrend ...
Antipersonenminen sind gemacht um Menschen zu verstuemmeln, nicht um sie zu toeten, da auf diese Art und Weise viel hoehere Kosten entstehen, die nackten Zaehlen hinter dieser grausigen Tatsache: Kosten pro Landmine 1$, volkswirtschaftlicher Schaden 1000$ ... :/

Nachdenklich fahren wir zu den naechsten Tempeln weiter und beschliessen diesem Verein von zu Hause aus noch Geld zu spenden!
Am Nachmittag besichtigen wir noch einige Ruinen, doch das Highlight dieses Tages heben wir uns bis zum Schluss auf - die Tempelanlage Ta Prohm. Dieser Tempel wurde ueber die Jahrhunderte nicht restauriert und so hat sich die Natur ihr Territorium wieder zurueck erobert, was diesen Ort so eindrucksvoll macht. Verfallene Ruinen, ueberwuchert von uralten, riesigen Dschungelbaeumen. Riesige Wurzeln wachsen ueber komplette Maueren und Baeume auf den Daechern von Gebaeuden. Ausserdem ist die Stimmung hier ganz speziell, weil nur ein bisschen Sonnenlicht durch das dichte Blaetterdach faellt - Photomotive sind hier in rauhen Mengen vorhanden, war gar nicht so einfach nur drei davon auszuwaehlen.



Von diesen Eindruecken ueberwaeltigt kehren wir nach fast 12 Stunden auf TukTuk Tour ins Hotel zurueck und beschliessen uns den naechsten Tag frei zu nehmen bevor wir dann immer naeher zu Angkor Wat vordringen werden.
Nach unserer gestrigen, doch etwas anstrengenden, Anreise nach Siem Reap versuchen wir uns heute in dieser quirligen Stadt einzuleben. Wir beginnen mit einem gemuetlichen Spaziergang ins Zentrum der Stadt. Rund um den alten Markt ist wahrlich viel los. Der Hauptgrund fuer den Tourismus ist das nahe gelegene Angkor Wat, das 8. Weltwunder. Siem Reap ist mit ca. 8 km Entfernung die naechst gelegene Stadt und laesst daher den Grossteil der Touristen in Siem Reap naechtigen. Ein Nachteil den diese Tatsache mit sich bringt, ist ein Ueberangebot von Tuk-Tuk Fahrern die relativ aggressiv um die Touristen werben. Vorteile bringt der Tourismus auch mit sich: gute Infrastruktur in Bezug auf Strassen, Kanalisation, Unterkuenfte, etc. Neu ist fuer uns die grosse Anzahl an Bettlern in dieser Stadt. Nachdem die Regierung das Betteln verboten hat, ziehen diese Menschen jetzt mit Postkarten, Bildern, Buechern, usw. durch die Strassen und versuchen bei den Touristen, die wohlgenaehrt bei einem Fruchtshake im Lokal sitzen, ihre Waren los zu werden. In unserem Reisefuehrer lesen wir, dass diese Bettler oft organisiert sind und man ihnen nichts geben sollte. Es faellt uns schwer die ueberwiegend verstuemmelten Kinder und Menschen mit ihren Kruecken bzw mit ihren Rollstuehlen vom Tisch zu weisen.
Nach einem leckeren Fruehstueck schlendern wir durch den alten Markt, der typisch fuer Asien ist. Wir werfen uns mitten in das Getuemmel und versuchen bei den feil gebotenen Waren und vor allem wegen des Geruchs unser Fruehstueck bei uns zu behalten. Der stechende Geruch in der Fleisch- und Fischabteilung ist ein Erlebnis der besonderen Art. Trotzdem widerstehen wir dem ersten Impuls umzudrehen und gehen kreuz und quer durch die aufgetuermten Marktstaende und machen einige Schnappschuesse um diese Eindruecke zumindest bildhaft festzuhalten.





In mitten der Markthalle findet sich ploetzlich ein riesiger Bereich der zum Essen dient. Mir vergeht erstamals der Appetit und steige mal wieder auf vegetarisches Essen um...


Diese kleine, suesse Maus gab's natuerlich nicht zu kaufen, bei der wurde hier auf der Verkaufstheke zwischen Gemuese und Fisch die Morgentoilette erledigt.
Am fruehen Morgen checken wir aus unserem Hotel aus und fahren mit dem TukTuk zur Faehranlegestelle, wo um 6:45 unser Schiff starten wird. Das "Schiff" unserer Erwartung (Abbildung am Ticket) stellt sich dann als ein Boot heraus auf dem primaer Einheimische sitzen und vor allem Waren transportiert werden. Koennte bei prognostizierten 7h Stunden Fahrt eine intensive Reise werden ...

Unsere Rucksaecke werden verladen (bei der Ankuft sollten wir sie nass zurueck bekommen) und los geht die Reise. Ausser uns sind gezaehlte 4 Touristen an Bord, ist uns ja prinzipiell eh lieber, wir wollen schliesslich was erleben ;)
Bei der Fahrt weg von Battambang sehen wir vor allem sehr aermliche Ansiedelungen rund um das Ufer und beobachten die Leute bei ihrer Morgentoilette im Fluss: Waschen, Haare waschen, Zaehne putzen, Rasieren, ...
Was uns sonst vor allem auffaellt ist, dass hier sehr viel Muell herumliegt. Diese Verunreinigung wird vom starken Regen in der Regenzeit "sachgerecht" im Fluss entsorgt werden. Also ist die Regenzeit nicht nur fuer die Landwirschaft sehr wichtig, sondern hier auch als Muellabfuhr taetig.

Je weiter wir von Battambang wegkommen umso unberuehrter wird die Landschaft, wir fuehlen uns wie mutige Entdecker dieser Gegend :) Zudem ist der Fluss hier sehr schmal und kurvig, die Kurven sind teilweise richtige S-Kurven und unser Boot bleibt beim Manoevrieren oefter mal am Ufer im Gebuesch haengen und muss mit langen Stangen wieder in die richtige Spur gebracht werden.
Da das Boot so vollgepackt ist faellt die Moeglichkeit das abenteuerlich anmutende Klo zu benutzen aus und so sind wir sehr froh, als nach gut drei Stunden eine Pause auf einem schwimmenden "Lokal" eingelegt wird.
Hunger haben wir noch keinen (da wir uns mit lecker Baguettes und Milchbrot - ja die Franzosen waren mal hier... - eingedeckt haben), das spannendste Toilettenerlebnis unserer Asienreisen haben wir auch versucht bildlich festzuhalten, natuerlich mit aller Diskretion.



Nach der Pause von 30min geht es weiter und nach etlichen Stunden kommen wir durch einige Floating-Villages, die am Zufluss und im Tonle Sap See liegen. In diesen Doerfern gibt es von Schulen, Supermaerkten, Friseur wirklich alles was ein "normales" Dorf bietet, in einem sehen wir sogar eine katholische "Kirche". Wir legen hier sehr oft an um Passagiere zu- und aussteigen zu lassen bzw. viele Waren abzuliefern.
Eindruecke aus den Floating Villages




Auch eine Panne inmitten des Sees (wir sehen das Ufer nur mehr ganz klein am Horizont) wird von unserem Boot-Team nach 15min behoben und so kommen wir gut an der Anlegestelle in der Naehe von Siem Reap an. Dort werden wir gleich auf dem Boot von einem TukTuk Fahrer in Empfang genommen, der uns dann auch zum Hotel unserer Wahl transportieren darf. Natuerlich bietet er sich dann fuer Touren an ("please, I need a job for the next day to earn money") und nachdem er uns symphatisch ist lassen wir uns seine Nummer geben um nach einem Ruhetag auf ihn zueruck greifen zu koennen.
Nach den harten Verhandlungen im Hotel (wir erreichen eine Preisreduktion von 25 %) merken wir, dass wir etwas den Sinn fuer Preise verloren haben, schliesslich kostet die nagelneue Unterkunft mit Pool und Klimaanlage regulaer nur 13,50 Euro ...
Nach einem erholsamen Tag haben wir wieder genug Energie gesammelt um uns heute auf eine grosse Tour mit dem Tuk-Tuk rund um Battambang zu stuerzen. Unseren Tuk-Tuk Fahrer David kennen wir schon von unserer Ankunft in Battambang und das zu ihm gefasste Vertrauen steigert unsere Vorfreude auf einen spannenden Tag. Mit seinem blitze blanken Tuk-Tuk, mit gepolsterten Holzbaenken und Dekoreinlagen, duesen wir los und David weiss genau wann er seinen Helm aufsetzen muss, damit er mit der Polizei keine Schwierigkeiten bekommt... Hier in Kambodscha tragen die Moped-FAHRER Helm (!)

Den ersten Stop legen wir bei einem Mahnmal ein (Naga aus zerstoerten Gewehren) welches an die schreckliche Zeit der Roten Khmer erinnert. In diesem Zusammenhang erzaehlt uns David, der uebrigens sehr gut Englisch spricht, dass er selbst in einem Fluechtlingslager an der Grenze zu Thailand geboren wurde und dort die ersten 12 Jahre seines Lebens verbrachte. Er erzaehlt uns von seinem damaligen Leben. Oft begleitete er seine Mutter in den Dschungel um Pilze und Fruechte zu sammeln, sein Vater versuchte mit Schmuggeln den Lebensunterhalt im Fluechtlingslager aufzubessern. David erzaehlt uns, dass das Schmuggeln mit allerhand Gefahren verbunden war, da auf kambodschanischer Seite Diebe und auf thailaendischer Seite das Militaer unterwegs war. Die allgegenwaertige Gefahr von Minen in diesem Land, besonders im Bereich zur thailaendischen Grenze, nicht zu vergessen. So wurde seinem Schwiegervater beim Fischen der rechte Arm weggerissen als er den Fisch beim Schwanz packen wollte. Unser Fahrer David meint, er sei "very lucky", dass er von den Landminen unversehrt geblieben ist.
Nach kurzer Fahrt bleiben wir erneut stehen und bewundern eine ungewoehnliche, riesige, schwarze Statue mit grossen weissen Augen und einem schwarzen Stock in der Hand. Menschen aus der Umgebung beten davor und bringen Gaben dar. Unser kluger Fahrer David erklaert uns, dass dies der Stadt-Patron ist und von den Einwohnern als heilig verehrt wird. Ein Mythos rankt sich natuerlich um die Gestalt und Zauberkraefte hatte (hat?) die Figur natuerlich auch. David erzaehlt, dass er selbst bei dieser Figur um das Geld fuer sein Tuk-Tuk gebetet habe, nachdem die Bank ihn abgewiesen hatte. Und siehe da, David ist nun stolzer Besitzer eines eigenen Tuk-Tuks, auch wenn er den Kredit fuer die 1.600 US Dollar noch in den naechsten 2 Jahren abzahlen muss. Der 29jaehrige aber ist uebergluecklich und verdankt dies dem Heiligen, wie er sagt.
Bei einigen Hausschreinen in Battambang haben wir mittlerweile schon eine Miniatur dieser wundervollen Statue entdeckt.
Die Fahrt durch eine wunderschoene Landschaft auf zum Teil roten Sandpisten vergeht wie im Flug und schon sind wir bei dem angepriesenen Bambootrain (Bambuszug) angekommen. Sogleich werden wir fuer 5 US Dollar von der Touristpolice "verladen" und auf einem ca. 2 x 3 Meter grossen Gefaehrt, aehnlich wie ein "Bambusfloss" mit Motor und 2 rollenden Achsen finden wir uns wieder. Mit an Board eine Deutsche (die nur Englisch sprechen will ??) und einer Suedafrikanerin die diesen Ort barfuss verlassen wird.

Dieser Bambuszug faehrt auf den Schienen der kambodschanischen Bahn und wird auch von den Anrainern fuer ihren "privaten" Transport von Waren etc. verwendet. Wenn ein Zug kommt wird der fahrbare Untersatz abgeladen, in seine 3 Teile zerlegt und anschliessend wieder zusammengebaut.

Heute ist dieser Bambootrain hauptsaechlich eine Touristenattraktion. Wir geniessen die Fahrt auf dem Bambootrain sehr - ein gutes Gefuehl von kindlichen Abenteuerphantasien und jugendlichem Leichtsinn macht sich in uns breit. Bei der rasanten Fahrt verliert die Suedafrikanerin sogar ihren Schuh. Wir fahren ca. 10 km und landen bei einer alten Ziegelfabrik bei der sich einige Leute angesiedelt haben. Sofort laufen Kinder herbei und geben uns Blumen und einen selbstgebastelten Grashuepfer. Fuer den Weg durch das Dorf leiht eine einheimische Frau der Suedafrikanerin ihren rechten Schlapfen, so muss diese nicht mit nacktem Fuss durch den Dreck. Eine sehr freundliche Geste, die sehr bezeichnend fuer die Leute dieses Landes ist.

Den naechsten Stop auf unserem Tagesausflug machen wir in Phnom Sampeau. Im Dorf angekommen, geht es mit 2 Mopedtaxis auf einen kleinen Berg rauf. Die Fahrt mit dem Moped erspart uns einen 2 h langen Fussmarsch und beschert uns einen Englisch sprechenden Guide der uebrigens eines Tages Englisch Lehrer werden wil und dafuer noch 5 Jahre lernen muss. Das Geld dafuer (20 US Dollar pro Monat) verdient er sich mit den Touristen.
Dort oben erwartet uns ein in Kalksteinfelsen gemeisselter Buddha Kopf (fuer den Rest fehlt das Geld), ein Tempel, eine Buddha Staute, ein Aussichtsplateau und der sogenannte Killing Cave. Unser Guide erzaehlt uns so einiges ueber die junge, so blutige Geschiche dieses Landes. So wurde der Tempel waehrend der Zeit der Roten Khmer als Gefaengnis verwendet. Heute wird er von einem Maler neu mit Bildern aus Buddhas Leben ausgemalt. Der Weg fuehrt uns weiter zu dem Killing Cave, eine Naturhoehle, in der ca. 10.000 Menschen von den Roten Khmer grauenvoll ermordet wurden. Heute noch befinden sich menschliche Knochen in Glasvitrinen um die Schrecken dieses Ortes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Unser Guide erzahelt, dass in den Jahren 1975 - 1979 unter den Roten Khmer bzw. unter Pol Pot ca. 3.000.000 Menschen an Unterernaehrung oder Krankheit starben bzw. brutal ermordet wurden.
Wir sind emotional betroffen von der Stimmung in der Hoehle, den Geschichten unseres Guides und der grausamen Geschichte des Landes.
Bei den Moenchen bzw. bei der Nonne die auf diesem Berg leben geben wir ein wenig Geld um einen kleinen Beitrag zu leisten hier die alten Buddhastatuen zu sanieren um so neues Leben diesem Platz einzuhauchen.

Nach dem Besuch der Hoehle geht es weiter auf das Aussichtsplateau, welches einen wunderbaren Ausblick auf die Weite des Landes bietet. Im Schatten eines kleinen Bambusdaches rasten wir ein wenig und versuchen der Mittagshitze zu entkommen.

Unser Guide bringt uns zu den naechsten Sehenswuerdigkeiten und sagt uns vor dem Abstieg noch, wir sollten ihm jetzt gleich das Geld geben, falls wir ihm Trinkgeld geben wollen. Andernfalls muesste er einen Teil des Geldes wieder abgeben. Wir sind immer noch in Geberlaune und stecken ihm 8 US Dollar zu.

Zurueck bei unserem Tuk-Tuk finden wir David bei Mittagshitze in einer Haengematte doesend. Wir nutzen auch die Pause und machen es uns gemuetlich.
Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Phnom Banan. Dort befindet sich auf einem Huegel eine alte Tempelanlage. Um dort rauf zu kommen gibt's diesmal keine Mopeds, sondern 358 Steinstufen zu bewaeltigen die bei der Hitze eine echte Herausforderung sind, um das mal vorsichtig zu formulieren ... David bleibt im Schatten und rastet sich im Tuk-Tuk aus.

Wir starten los und nach den ersten 3 Stufen, wir schwitzen jetzt schon, kommt ein kleines Maedchen von ca. 8 Jahren zu mir her und faechert mir mit einem kleinen Handfaecher Luft zu. Wir diskutieren kurz, was die Kleine will und ich wende mich ihr zu. Da sagt sie "I walk up and and down with you, you give me money, I go to school every day." Wir geben ihr Geld und sagen ihr, sie soll unten bleiben und every day zur Schule gehen.
Oben angekommen geniessen wir den schoenen Ausblick auf die Region und suchen uns ein Platzerl im Schatten um die Tempelruinen zu bewundern. Dabei beobachen wir auch einen alten Mann, der um die Tempel herum fuer Sauberkeit sorgt und mit einem Besen Laub kehrt.
Die Fahrt mit unserem Guide David entpuppt sich zu einem tollen Erlebnis, nicht nur weil er uns mit seinen unzaehligen Geschichten und Scherzen unterhaelt, sonder auch weil er jede Gelegenheit nuetzt um uns Flora und Fauna und die Leute diess Landes naeher zu bringen. So bleiben wir waehrend der Fahrt einige Male stehen um uns einen Mangobaum anzuschauen, Erdnuss-Straeucher (die wirklich unter der Erde wachsen, wer haette das gedacht ...) zu betrachten oder um Chilli-Straecher (die wir aber schon von Produktionsstaetten aus Bergheim kennen ...) von der Naehe sehen zu koennen. Wir bleiben auch stehen um Fledermaeuse, die tagsueber im Baum haengen, zu bewundern. Zuerst glaubten wir, es waere ein Scherz unseres Fahrers, dass die Fledermaeuse gross wie Huehner sein sollen. Als er die Tiere dann aber mit Wurfgeschossen aus ihrem Schlaf vom Baum aufscheucht staunen wir nicht schlecht, welch riesigen Fledermaeuse ueber unsere Koepfe hinweg fliegen. Die Einheimischen nennen diese Fledermaese uebrigens fruit-bats weil die Tiere jagt auf ihre Fruechte machen.
Einmal halten wir am Strassenrand bei einer Familie die Reiswein selber herstellt. Aus einem Kanister wird uns ein Becher Reiswein gereicht - dieser schmeckt aber eher wie Benzin. Bei der Familie werden auch einige Schweine gehalten und es wird uns erzaehlt, dass die den meisten Tag rauschig sind, weil sie die Ueberreste der Reisweinproduktion als Futter bekommen.
Einen Zwischenstopp gibt es auch bei Frauen, die am Strassenrand geschickt Bohnen trocknen, schaelen und von der Schale trennen.

Als letzten Stop halten wir noch fuer eine Weinverkostung (und Brandyverkostung, den machen sie hier auch) beim einzigen Weingut in Kambodscha. Der Weinanbau hier ist ein "Ueberbleibstel" aus der Kolonialzeit der Franzosen. Wer wissen will, wie der Wein schmeckt kommt am besten selbst vorbei und probiert von dem viel gepriesenen, hochgelobten Troepfchen. :-)

Nach 10 Stunden Tuk-Tuk Tour kommen wir schliesslich wieder gut bei unserem Guesthouse an. Morgen gibt es wieder einen Tag "Pause von der Sause" bevor es dann weiter nach Siem Reap weiter geht.
Nachdem wir einen langen Reisetag vor uns haben checken wir frueh aus unserem Guesthouse aus und begeben uns vollbepackt zu Fuss Richtung Bus nach Bangkok (wir muessen dorthin zurueck um weiter zur Grenze zu kommen). Zu Fuss wieder ... ja, wurde uns so "angeschafft" als wir unsere Guesthausbesitzerin bitten uns ein TukTuk zu bestellen - "save money, TukTuk very expensive, walk five minutes".
Wir brauchen natuerlich 10min und finden auch keine Bushaltestelle. Als es dann noch zu regnen beginnt stellen wir uns mal unter um zu beratschlagen. Dabei kommt uns ein Weisser zu Hilfe der anscheinend hier lebt (er spricht sehr gut Thai). Aus seinen 10 verschiedenen Vorschlaegen fuer die Reise nach Kambodscha, die alle in einem Riesenwortschwall auf uns herein prasseln, waehlen wir den empfohlenen aus: Mini Van - Bangkok Future Park - Mini Van zur Grenze. Er und die herbeigeeilten Thais sprechen uns dann noch Dutzende Male den Namen der Grenzstadt vor (damit ihn die Thais auch verstehen koennen, man darf dabei nicht von Standard-Englisch ausgehen), damit wir in Bangkok das richtige Ticket kaufen koennen und schon gehts los.
Wir rasen nach Bangkok in 40min und landen mitten im Trubel zwischen lauter Thais, ich spreche nur das eine Wort - "Alanja" (geschrieben im Reisefuehrer Aranyaprathet). Nachdem ich zweimal zu Phattaya den Kopf schuettle (dort wollen wir auf keinen Fall hin) reagiert eine Thai zu meinem magischen Wort mit Erkennen und verkauft uns ein Ticket. Kurz darauf werden wir (wir haben uns auch noch mit Fruechten fuer die Fahrt eingedeckt) in einen MiniVan verladen und los gehts - wir koennen nur hoffen und uns darauf verlassen dass wir richtig sind, Englisch spricht hier keiner ...
Nach einem kurzen Zwischenstopp fuer Toilettenpause und Mittagessen (das alte Paerchen bei dem wir einkaufen freut sich sichtlich darueber und die Nudelsupper ist sehr lecker) erreichen wir nach 5 Stunden die Grenze - hurra, die Magie hat funktioniert ;)
Fuer uns wirkt die Grenze nur wie ein riesiger Marktplatz, also marschieren wir mal los. Gewarnt durch unseren Reisefueher und viele Berichte im Internet (hier gibt es eine eigene Webseite darueber) wissen wir, dass hier viele Arten von Gaunereien auf uns warten, auf kambodschanischer Seite sogar staatlich gedeckt. Kurz nach dem Weggehen bekommen wir gleich mal Begleitung von drei Thais, die uns anleiten - "go here, go here" und dann "buy visa here" - jaja, haettet ihr wohl gerne, aber darauf sind wir vorbeitet, wir haben unser Visum bereits im Vorhinein im Internet gekauft und das erklaeren wir ihm dann auch. Enttaeuscht fragt er nochmal nach und zieht dann ab, allerdigns erklaert er uns zuvor noch den Weg zur Grenze. Richtung Grenze faellt uns auf, dass die Thais hier bauen wie die Wilden, alles wirkt sehr neu und soeben wird auch ein Tempel errichtet - ist das eine Reaktion auf den Grenzkonflikt zwischen den beiden Laendern?
Die Ausreise gestaltet sich einfach wie immer und kaum sind wir aus Thailand draussen krallt sich ein offiziell aussehender Kambodschaner uns beide potentielle Geldbringer. Er geleitet uns zur Einreise, wo wir die Formulare ausfuellen (provokanterweise befindet sich auf dem Formular eine Abbildung des umstrittenen Tempels Preah Vihear und nicht etwa das viel beruehmtere Angkor Wat). Nach den Formalitaeten erwartet er uns (natuerlich) schon wieder und wir diskutieren kurz wie wir diesem offiziellen Abzocker Monopol, bei dem fuer Touristen systematisch ein x-faches verlangt wird, entkommen koennen. Doch irgendwo haben wir im Moment nicht die Energie und Bereitschaft aufzumucken und sind gewillt um Muehen und Streitereien zu vermeiden mehr zu bezahlen ... So kommen wir zum Free Shuttle Service (kostet dann lt. Berichten anscheinend einen Dollar) wo auch schon andere Touristen in der Falle haengen und wir schwitzen und warten. Als ich den "Schlepper" auf den Preis anrede macht er einen entscheidenden Fehler - er behauptet den Preis nicht zu kennen und meint kurz darauf, dass heute kein Bus mehr komme, wir muessten ein Taxi nehmen. Seine Gier wird ihm zum Verhaengnis und weckt bei uns den Kampfgeist - sofort kontere ich "ok, then we stay here over night", was ihn voellig entwaffnet. Er murmelt noch etwas von "hotel full", aber wir lassen uns nun nicht mehr bremsen und marschieren einfach los.
Als wir diesen ersten Ring durchbrochen haben stuerzen sich mindestens 15 weitere Schlepper (diesesmal keine offiziellen) auf uns. Wir probieren sie abzuschuetteln und gehen einfach weiter, doch natuerlich folgen sie uns. Also beschliessen wir nach 300m ein Lokal aufzusuchen und bestellen uns das einzige was wir kennen - Pepsi. Als wir uns hinsetzen, unsere Ruecksaecke ablegen und zu trinken ist ploetzlich Ruhe ... wir schnaufen mal tief durch und recherchieren wie es weiter gehen soll. Anscheinend ist es am besten man probiert auf der Hauptstrasse Sammeltaxis aufzuhalten, aber dafuer muessen wir zuerst mal ein ziemliches Stueck marschieren. Waehrend unseres Gespraeches hat sich ein nett laechelnder Kambodschaner an unseren Tisch gesetzt - als wir ins Gespraech kommen lobt er uns gleich mal dafuer, dass wir uns nicht reinlegen lassen haben und so smalltalken wir eine Zeitlang ziemlich angenehm. Als ich ihn nach seinem Job frage bekennt er Farbe und erzaehlt uns er vermittle Fahrten von hier mit dem Taxi zu einem fairen Preis - unsere Verwunderung haelt sich in Grenzen. Also kaufen wir zuerst mal einem vorbeikommenden Haendler kambodschanische Bauernkrapfen (Elisabeth bezeichnet sie so) ab und bieten auch ihm einen an. 10min spaeter bietet er uns zum ersten Mal einen Preis an und wir stuerzen uns in den Verhandlungen: Am Ende kommen 20 Euro fuer die 2,5 stuendige Taxifahrt heraus, zahlbar bei Ankunft und wir werden beim gewuenschten Guesthouse abgesetzt (da gibt es naemlich beim offiziellen auch noch einige Tricks ...). Wir reden auf ihn ein, ob wir ihm vertrauen koennen und besiegeln das Ergebnis dann mit Handschlag.
Vor der Abfahrt suche ich in meiner Hosentasche nach den letzten Baht und finde 40 davon, der Kellner sieht das und praktischerweise kosten unsere Getraenke dann genau soviel :) Wir steigen in das private Taxi ein und vor der Abfahrt ergibt sich ausserhalb ein lautstarker Streit, der in einem Handgemenge ausartet. Auf unsere Nachfrage hin, erklaert uns unser neuer Freund, dass man am Strassenrand als Taxi Standgebuehr an die Polizei zahlen muesse und ueber die Hoehe und den Zeitpunkt gab es Divergenzen ...
Die Fahrt gestaltet sich sehr angenehm, der Taxifahrer faehrt fuer asiatische Verhaeltnisse richtig gesittet. Wir beobachten schmunzelnd, dass er vor dem Ueberholen die AC abdreht, wohl um mehr Power zu haben.
Ploetzlich taucht vor uns eine riesige Staubwolke auf und wir entdecken einen vor uns fahrenden Lastwagen, der von der Strasse purzelt und sich ueberschlagt - natuerlich voellig ueberladen wie alles hier! Unser Fahrer bremst ab und faehrt an den Strassenrand "Oh my god" sagt er, die ersten und letzten englischen Woerter die wir von ihm hoeren. Wir denken er geht nach vorne um zu helfen, aber nein, er geht ein paar Schritte in das Feld und macht sein Geschaeftchen ... unsere Verwunderung ist gross. Danach steigt er wieder ein und die Fahrt geht weiter, beim Vorbeifahren empfinden wir den Unfall als glimpflich verlaufen, es wirkt so wie wenn alle aus dem umgestuerzten LKW raus waehren, aber wirklich beurteilen koennen wir die Situation in der Schnelle nicht.
Nach 2,5 Stunden Fahrt durch eine flache, sehr laendliche Gegend erreichen wir unser Ziel Battambang ohne weitere Zwischenfaelle. Hier wartet bereits ein TukTuk Fahrer auf uns und erzaehlt uns, dass er ein Freund des Taxifahrer sei und uns zur Unterkunft bringe, weil der Taxifahrer den Weg nicht weiss. Alle Alarmsignale aktivieren sich bei uns und wir verweigern die Fahrt mit dem TukTuk, zu guter Letzt wollen wir uns nicht mehr reinlegen lassen (spaeter merken wir etwas verschaemt, dass wir in dieser Situation zu misstrauisch waren ...). So faehrt der TukTuk Fahrer vor um den Taxifahrer den Weg zu zeigen und wir kommen um knapp vor 6 Uhr in unserer Unterkunft an. Erleichtert bezahlen wir den Taxifahrer und geben ihm noch Trinkgeld fuer ihn und den Vermittler im Grenzort. Wir waehlen uns ein Zimmer im vierten Stock mit grossem Fenster aus, da wir sparen wollen nehmen wir ein Zimmer ohne AC - kostet pro Nacht 5 Dollar weniger. Dafuer arbeitet der Fan supergut! :)
Zu unseren ersten Eindruecken von Kambodscha und vor allem dieser Stadt und den Menschen hier gibt es dann im naechsten Eintrag mehr, aber jetzt zum Abschluss noch das Wichtigste:
Nachdem heute Sonntag ist und in Oesterreich damit Muttertag wollen wir an dieser Stelle ein Hoch auf unsere Muetter verkuenden - danke, dass ihr immer fuer uns sooo da wart und seit :)
Wir beschliessen es ruhig angehen zu lassen und hier gleich mal drei Naechte zu bleiben. Darum legen wir zuerst mal einen Tag Faulenzen ein, es ist einfach zu heiss um staendig unterwegs zu sein. Dafuer geniessen wir das nette Ambiente in unserem Guesthouse ausgiebig: Es ist sehr ruhig gelegen inmitten eines kleinen Parks mit vielen Gruenflaechen und einem grossen Teich. Das Haus selbst ist im Teakhouse-Stil gebaut und bietet geraeumige Zimmer mit A/C sowie einen grosszuegigen Aufenthaltsbereich.
Auch mit Faulenzen geht der Tag sehr schnell vorbei, unsere Aktivitaeten beschraenken sich am Nachmittag auf Folgendes: Fruitshake trinken, Internet-Cafe (mit sehr langsamen Internet wodurch wir sehr lange fuer unseren Beitrag brauchen) und danach zur Belohnung wieder auf einen Fruitshake ...
Fuer das Abendessen suchen wir ein empfohlenes Lokal aus dem Reisefuehrer, das sich laut Beschreibung super anhoert - "Nicht verwestliches Thai-Essen und ein grandioser Blick auf die beleuchtete Ruine". So starten wir los - das Lokal entpuppt sich schliesslich als leeres Restaurant mit durchschnittlichem Essen (wir ueberlegen beim Warten auf das Essen und sind uns einig, dass wir noch nirgendwo in Thailand schlechtes Essen bekommen haben, sowohl was den Geschmack, als auch die Vertraeglichkeit betroffen hat). Der Blick ist durch einen grossen Baum verdeckt - naja, besichtigen wir eben danach die beleuchtete Ruine und der Spaziergang hat uns nach dem Faulenzertag sicher gut getan ;)
Als wir wieder im Guesthouse ankommen starten wir uns Kniffelritual gemuetlich mit einem Chang im Aufenthaltsbereich und es faellt uns wieder einmal ein typisches Farang-Paerchen, diesesmal mit Kind, auf. Natuerlich kommen wir ins Gespraech: Er ist Schweizer und betreibt gemeinsam mit seiner Thai-Frau ein Guesthouse in Chiang-Mai. Sie sind gerade auf dem Nachhauseweg von einem zwei woechigen Urlaub im Sueden. Waehrendessen wurde ihr Guesthouse durch Hagel (!!) beschaedigt und deswegen wartet einige Arbeit zu Hause auf sie (man merkt an der Menge leerer Bierflaschen, dass sie ihren letzten Urlaubstag noch ordentlich gefeiert haben). Es entwickelt sich ein zwei Stunden langes, sehr interessantes Gespraech in dem wir einige spannende Behauptungen erfahren: Thais sind nicht geschaeftstuechtig, geben immer alles gratis (er schimpft ueber den W-Lan Wahn, Gaeste regen sich stark auf wenn dieser gratis Service nicht zur Verfuegung steht), ihnen ist zu vieles egal und es herrscht grosse Korruption, aber er liebe es hier zu leben ...
Wir versprechen ihn das naechste Mal in Chiang Mai zu besuchen!
Am naechsten Morgen bemuehen wir uns frueh aufzustehen um fuer unsere geplante Tempeltour der aergsten Hitze auszukommen, nachdem wir den Wecker aber auf eine "unrealistische" Zeit stellen stehen wir natuerlich spaeter wie geplant auf. So mieten wir uns Raeder beim Guesthouse und bekommen gleich Diskount weil wir auch eine Tour gebucht haben (2 Tage vorher) und los geht die abenteuerliche Fahrt mit Linksverkehr. Wir besuchen imposante Ruinen und bezahlen verwundert ueberall 50 Baht Eintritt, so weit zu nicht geschaeftstuechtig :)
Das Highlight ist sicher der mit den Wurzeln eines Baumes verwachsene Kopf einer Buddhastatue, eines der begehrtesten Fotomotive in Ayutthaya:

Insgesamt ist zu unserem Ausflug zu sagen, dass die Stadt aufgrund der Naehe zu Bangkok sicher einen Ausflug wert ist, da man hier nett herumschlendern und etliche tolle Ruinen besichtigen kann mit Sukothai allerdings nicht mithalten kann.
Impressionen der Tempeltour




Dafuer erleben wir viele Thai-Touristen die am Wochenende hierher kommen, es gibt einen riesen Markt, Dauerbeschallung durch Thai-Pop und etliche Boeller -> ergibt eine beeindrucken Kulisse.
Das Highlight sind sicher die Elefanten, die ploetzlich am Gehsteig auftauchen und an uns vorbei marschieren, die Thais buchen anscheinend alle elephant riding und diese Tiere sind immer wieder beeindruckend fuer uns.

Zum Mittagessen kehren wir dann auf dem Rueckweg in ein Strassenlokal am Wegrand ein, natuerlich spricht hier niemand Englisch und auch mit Haenden und Fuessen schaffen wir es nur chicken zu bestellen. So bringt uns die Koechin einfach Speisen, die sie fuer andere zubereitet hat und wir nicken ab, woraufhin auch fuer uns solche Speisen gekocht werden. So essen wir deep fried chicken, irgendeinen Salat mit Mais und Eiern, sticky rice (hier kapieren wir, dass das Lokal laotisch gepraegt ist) und zu guter letzt Schweineleber mit Koreander und Zwiebeln (very very spicy). Spaetestens hier verweigert Elisabeth das Weiteressen, waehrend ich tapfer alles bis auf die seltsam anmutenden Eier zusammen esse. Ergebnis: Eine Person voellig ueberfressen, die andere hungrig, who is who ist jetzt die Aufgabe zu erraten bis zum naechsten Beitrag :)
Den Rest des Nachmittags verbringen wir damit die weitere Reise weiterzuplanen, morgen wartet sicher eine grosse Herausforderung auf uns - die Weiterreise nach Kambodscha (ueber Bangkok und den beruehmt beruechtigten Grenzuebergang) in geschaetzten 10 bis 12 Stunden.
Als wir am Abend mit unseren Raedern zum Nachtmarkt fuer ein letztes thailaendisches Abendessen aufbrechen wollen stoppt uns unsere Frau Lehrer - "no light, dark outside, too dangerous" - ok, dann eben nicht, aber fuer den Fussmarsch sind wir zu bequem, also muss das Lokal gleich um die Ecke herhalten.
In diesem Moment sitze ich in einem speziellen Internet Cafe ausserhalb des Touristenzentrum, 50 min lang wird schon das gleiche Techno-Lied in ziemliche Lautstarke aufgelegt, gott sei dank rettet mich youtube nachdem ich den Kopfhoerer eines anderen Computers angesteckt habe und damit dieses schrecklich uebertoenen kann. Hier ist es voll mit spielenden Kids (WOW, Warcraft, irgendwelche Shooter), man sitzt auf rosa Sesseln, dafuer ist es wirklich sehr billig und das Equipment super.
schau mer mal wie schnell wir in Kambodscha einen Internetzugang finden und damit einen Beitrag posten koennen, in diesem Sinne - stay tuned und bis bald!
02.05. Abflug Muenchen
03.05. Ankunft Bangkok
03.05. - 05.05. Bangkok
05.05. - 08.05. Ayutthaya
08.05. Reise nach Kambodscha
08.05. - 12.05. Battambang
12.05. - 20.05. Siem Reap
20.05. - 23.05. Phnom Penh
23.05. Reise nach Vietnam
23.05. - 25.05. Chau Doc
25.05. - 29.05. Ho Chi Minh City
29.05. - 31.05. Singapore
31.05. Einreise nach Malysia
31.05. - 04.06. Melaka
04.06. - 06.06. Kuala Lumpur
06.06. - 13.06. Perhentian Islands
14.06. Muenchen
Die erste Thai-Massage dieses Urlaubs hielt was sie versprach: in einem sehr vornehmen Ambiente geht es gleich zur Sache und ich werde von oben bis unten durchgeknetet. Die kommunikative Thai erzaehlt mir so allerhand und will wissen woher ich komme, wie alt ich bin usw. Small talk thai style. Als sie bei den Schultern angelangt ist, sagt sie ploetzlich: "oh, very hard - thai massage - every day!"
In der Nacht werden wir von einem heftigen Gewitter samt Platzregen aus dem Schlaf gerissen. Am Morgen danach ist es dann draussen wie in der Sauna nach dem Aufguss - der Regen in der Nacht hat volle Wirkung gezeigt. Auf dem Weg zum Bahnhof im klimatisierten Taxi spueren wir von den tropischen Temperaturen noch weniger, im Zug nach Ayuttaya, 3. Klasse, dafuer schon mehr. Die 80 km legen wir in flotten eineinhalb Stunden zurueck. Der Preis fuer die Fahrt mit dem Zug kostet 15 Baht pro Person (in Euro sind das 0.33). Waehrend der Fahrt lassen wir die Gedanken wie die Landschaft an uns vorbeiziehen und freuen uns ueber die Leichtigkeit des Reisens in Thailand. Den fragenden und suchenden Blicken der vereinzelten Touristen im Zug nach der Haltestelle Ayuttaya hilft der ploetzlich auftauchende Schaffner und kuendigt das Reiseziel an.
Gut vorbereitet wissen wir Bescheid und gelangen zur Faehrueberfahrt von wo aus wir glauben unser Guesthouse in Kuerze erreichen zu koennen. Doch allen Vorbereitungen zum Trotz finden wir uns nicht so schnell zurecht. Nur um die Begleitumstaende zu schildern: es ist Mittag, dh es ist brenn-heiss und jeder von uns hat gut 15 kg an den Koerper geschnallt, ausserdem kommt noch das Gefuehl von Hunger hoch. Wir realisieren auf halbem Weg, dass wir den Massstab der Karte nicht beruecksichtigt haben. Neben all dem versuchen wir noch unzaehlige Tuk-Tuk Fahrer abzuwehren, die uns zwar anfaenglich mitnehmen wollen, dann aber doch freundlich den Weg zeigen. Ohne die haetten wir es vermutlich nicht geschafft und nach ca. 30 min. kommen wir, naja durchgeschwitzt ist wohl untertrieben, in unserem feinen Guesthouse an.
Die netten Ladies vom Empfang (wir vermuten es sind zwei penisonierte Lehrerinnen) empfehlen uns gleich eine Boattour - "all people like" - und wir nehmen nach kurzer Beratung an. Zwei Stunden spaeter finden wir uns mit 3 ChinesInnen, 1 Japanerin und 1 Koreanerin in einem kleinen Longtailboat wieder. Wir schippern von Wat zu Wat und erleben in einem davon ein buddhistisches Ritual. Beginnend mit dem Chanting der Moenche, das von ueberall via Lautsprecher zu hoeren ist folgt eine Raeucherzeremonie und im Inneren den Wat werden von der riesigen Buddha-Statue safrangelbe Tuecher auf die knieenden Glaeubigen geworfen. Wir stehen fasziniert da und beobachten das Treiben.
Sehr beeindruckend ist auch die Tempelruine bei der wir mit herrlicher Abendstimmung einige Fotos machen. Dabei werden wir von einem Fotografen mittels Zungenschnalzer vor einer Stupa verstaubt. Erstaunt blicken wir uns um. Im Thai-Englisch sag ich zu ihm "20 Baht, Sir!" Ganz verbluefft schaut er mich an und darauf sag ich ihm, "No, just kidding!" Wir kommen mit dem alten Herrn ins Gespraech und er erzaehlt uns, dass er Profifotograf ist und fuer eine Zeitschrift in Suedafrika (wohin er als Deutscher ausgewandert ist) einen Beitrag macht.
Impressionen von der Tour




Der Abschluss der Tour ist auf dem hiesigen Nightmarket wo wir mit unserer Gruppe vom Ausflug gemeinsam Abend essen. Der Austausch mit den AsiatInnen ist sehr lustig und informativ. Beim Essen selbst greifen sie zu den Staebchen, wir zu Loeffel und Gabel. Sie ruecken alle servierten Speisen in die Mitte des Tisches damit alle von allem zugreifen koennen, auch wir schliessen uns diesem asiatischen Brauch an. Beim Smalltalk erfahren wir zB, dass nur die Koreaner scharfes Essen gewohnt sind, und die Japaner, Koreaner und Chinesen zwar nicht miteinander sprechen koennen (nur auf Englisch) aber die gleichen Schriftzeichen haben.

Insgesamt fuehlen wir uns hier sehr wohl und beschliessen noch 2 weitere Naechte in diesem netten Staedtchen zu bleiben.
In der Nacht laeutet um kurz vor 2 Uhr der Wecker, Koenig-Fussball regiert ab diesem Zeitpunkt bei uns im Zimmer. Elisabeth ist wegen dem Halbfinalspiel so aufgeregt, dass sie sich schon seit 1 Uhr im Bett waelzt, manche sagen auch Jetlag dazu ;)
So schauen wir zu zweit auf einem thailaendischen Sender das Spiel und zwar mit englischem Originalkommentar bei dem ein Thai einfach drueber kommentiert, bei diesem Mischmasch verstehen wir gar nichts mehr ... Ist ja egal, wir sehen den ungefaehrdeten Aufstieg von Barcelona ins Finale -> STRIKE, BARCA SON CAMPIONS und knabbern dabei leckere Wasabi-Nuesse. Danach schlafen wir wieder friedlich weiter, waehrend die Klimaanlage durchlaeuft, die Hitze drueckt von ueberall ins Zimmer.
Am naechsten Morgen freuen wir uns schon, halbwegs ausgeschlafen, auf das Wendy-Fruehstueck - aber die Welt hat sich weitergedreht: Es gibt jetzt Buffet mit Cornflakes, Toast, Croissant. Den Traenen nahe fragen wir nach Asian Breakfast, die Kellnerin versteht uns natuerlich ueberhaupt nicht und holt Wendy, der wir unseren Extrawunsch erneut vortragen - "Ah rice soup" ist die Antwort und natuerlich hinten nach "You are welcome". Sie uebersetzt fuer uns und alle Beteiligten freuen sich sichtlich ueber unsere Thai-Vorlieben. Wir auch und so geniessen wir kurz darauf unsere Reissuppe mit Schwammerl - YAMMI!
Der Fortschritt hat hier wirklich Einzug gehalten, etliche Gaeste sitzen mit ihrem iPhone hier und gleich bei dreien kann ich einen Blick auf Facebook erhaschen, da sind wir ja froh, dass wir Netbook und Handy zu Hause gelassen haben und stattdessen Internet Cafes bevorzugen, ist fuer das Urlaubsfeeling irgendwie netter und kommunikativer ...
So gestaerkt ruesten wir uns fuer einen Sightseeing-Tag und nehmen zuerst mal ein Taxi nach Chinatown. Dort angekommen schlendern wir durch die engen Strassen, die Eindruecke ueberwaeltigen uns - das hier ist ein riesiger Markt mit Vierteln, die nach verkauften Waren geordnet sind. Die Sinneseindruecke sind unglaublich: eng, laut, geruchsintensiv und natuerlich drueckend heiss. So vergeht die Zeit wie im Flug und wir spazieren an unzaehligen Waren vorbei, von Dildos ueber Waffen bis zu mehreren Strassenzuegen mit Schuhen und Taschen, Lebensmittel, Schmuck, usw. Mittagessen tun wir dann gleich bei einer Garkueche am Strassenrand, wo uns der leckere Geruch beim Vorbeigehen in die Nase steigt, wir bestellen mit Haenden und Fuessen Noodle Soup vegetarian original chinese style - YAMMI ONCE AGAIN :)
Impressionen aus Chinatown


Nach dem Mittagessen haben wir noch ein bisschen Energie, allerdings ist es mittlerweile unertraeglich heiss, wir huschen von Schatten zu Schatten und die beiden Wats die wir noch besuchen wollen zu finden ist bei diesem Strassenwirwarr ein Ding der Unmoeglichkeit. Also stolpern wir in ein Cafe, die Kuehlschranktemperaturen sind ein Hit und wir goennen uns Thai-Tee mit Milk, ungewohnt aber sehr schmackhaft. Die Leute in dem Lokal sind sehr freundlich, wir ratschen ziemlich lange und Oesterreich wird wiedermal wegen der EM erkannt: "Ah beautiful pictures from TV". Der Kellner meint es sei extrem heiss im Moment, wir sollen ruhig noch eine Zeitlang relaxen hier. Und so fuehlen wir uns richtig eingeladen und sitzen sehr lange in dem Lokal. Beim Abschied lassen wir uns noch den Weg zu beiden Wats erklaeren, wir sind ueberraschenderweise gar nicht weit weg :)
Der erste Tempel bietet drei Religionen unter seinem Dach: Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus (man probiere mal sich das bei uns im Christentum vorzustellen ...) und vor allem viele Glaeubige die hier zum Beten sind.
Der zweite Tempel ist sehr praechtig, eine wunderschoene Tempelanlage mit einer grossen Stupa und natuerlich dem grossen Buddha aus massivem Gold (der Reisefuehrer meint hier kniet nicht nur Onkel Dagobert nieder ;). Wir geniessen den Flair eine Zeitlang bevor wir dann zum Hauptbahnhof weitergehen um auf dem Weg zur U-Bahn noch den Zugplan fuer die geplante Fahrt nach Ayutthaya zu erfragen. Vor dem Eingang zum Bahnhofsgebaeude riecht es so gut, dass wir spontan auf ein gruenes Curry einkehren, die Strassenstaende ziehen uns heuer magisch in den Bann!


Nach dieser kleinen Staerkung geht es weiter zum Lumphini Park. Dieser Park ist eine Oase in der Stadt, gruen und mit vielen Wasserflaechen. Hier gibt es eine Art Open-Air Fittness-Studio, gratis zur Verfuegung gestellt, wo man viele, dementsprechend muskuloese, Thais trainieren sieht. Wir konzentrieren uns lieber aufs Ausrasten und tanken soviel Energie, dass wir endlich die Kniffel-Urlaubswertung eroeffnen koennen (Elisabeth siegt knapp nach hartem Kampf).

Nach dem Kniffeln entdecken wir eine sehr grosse Eidechse und schiessen verbluefft einige Photos, bis uns ein kleiner Junge erklaert, dass sei nur der Baby-Dragon, er koenne uns noch einen viel groesseren zeigen und tatsaechlich, es gibt hier Exemplare von geschaetzten zwei Metern Laenge die im Park unterwegs sind (dieser im Teich schwimmend). Beeindruckt beobachten wir einige Zeit diese imposanten, urzeitlichen Tiere. Am Weg aus dem Park lernen wir noch einen Deutschen kennen der hier studiert und gerade seine Semesterferien geniesst, auch eine gute Idee in Thailand seinen Master zu machen :)

Als wir weiter marschieren merken wir nach einiger Gehzeit, dass ploetzlich alle Jogger stehen bleiben und verharren, wir blicken uns kurz verwundert an bevor wir kapieren, achja es ist 6 Uhr abends, Zeit fuer die Koenigshymne - wir bleiben natuerlich auch aus Respekt so lange stehen und verhalten uns ruhig.
Zur Belohnung goennen wir uns auf dem Rueckweg noch ein grandioses Abendessen im "Polo Fried Chicken", Nomen est Omen in diesem eindeutig laotisch gepraegten Lokal essen wir selbstverstaendig das titelgebende Mahl inklusive Klebereis mit scharfen Dip-Saucen, ein echtes Gedicht und (zumindestens kulinarisch) ein kurzer Ausflug nach Laos.
Waehrend ich diese Zeilen schreibe geniesst Elisabeth eine Thai-Massage bevor wir dann morgen weiter reisen werden.
Nachdem wir am Vortag ueberraschenderweise alles notwendige in unsere Rucksaecke gebracht haben brechen wir am spaeten Vormittag nach Muenchen auf, von wo aus unsere Reise startet. Bei der Anreise stellen wir fest, dass wir entweder schon solche Profies sind, oder einfach alles so problemlos laeuft, vermutlich stimmt beides, auf jeden Fall ist die Reise sehr unaufgeregt.
So kommen wir zum ersten Mal am neuen Dubai Internation Airport an, die Ausmasse sind immens, das Shopping-Center wurde noch groesser, allerdings gibt es eine coole neue Annehmlichkeit, die wir waehrend unserer 4-stuendigen Wartezeit gleich intensiv nuetzen - Liegestuehle.
Beim Einstieg in die Maschine Richtung Bangkok, bewundern wir das Riesenflugzeug, einen Airbus A-380, 2-stoeckig und scheinbar endlos lang (wir sitzen in der 68igen Reihe und es geht noch sehr weit zurueck). Zu Beginn dieses Fluges stoeren zwei Englaender die angenehme Ruhe: Sie verbruedern sich im Flugzeug und beschliessen das mit viel Alkohol zu feiern. Als die Lautstaerke zunimmt weigert sich die Stewardess dankeswerterweise noch mehr Alkohol zu servieren, nach intensivem Protest geben die beiden auf und schlafen kurz darauf wie zwei Babys. Dem schliessen wir uns an und so landen wir halbwegs ausgeruht in Bangkok.
Am Flughafen faellt uns sofort auf, dass sehr wenig los ist, es ist angenehm ruhig und nachdem wir ja zwei Profis sind umgehen wir gekonnt alle Lockversuche, um wie gelernt den Shuttle-Bus zur Busstation zu nehmen. Dort angekommen finden wir bald heraus, dass wir den Bus mit der Nummer 551 zum Victory Monument nehmen muessen. Als nach einiger Zeit etliche Busse kommen, nur dieser nicht, forschen wir mal nach und erfahren, dass dieser Bus heute nicht faehrt, wir sollen einen Minibus nehmen (typisch thailaendisch ist das ein Fakt und warum ist nicht zu erfahren). Natuerlich sind wir skeptisch, aber als wir diese Meinung auch noch von zwei anderen Thais hoeren und auch immer mehr Ortsansaessige in den Minisbus einsteigen, lassen wir uns aus Mangel an Alternativen auch dort reinsetzen. Wir bezahlen zwar ein bisschen mehr als wie gewohnt, sind aber mit unter einem Euro trotzdem gut dabei. Ein gutes Beispiel fuer die suedostasiatische Lebensweise erfahren wir gleich bei dieser Busfahrt - eine Thailaenderin steigt ein und stoesst sich fuerchterlich den Kopf. Sie beisst kurz die Zaehne zusammen und wir warten, wie aus Oesterreich gewohnt, auf den Fluch, doch stattdessen beginnt sie zu lachen und das ist wirklich typische fuer die Einstellung dieser Menschen hier.
Der Riesenvorteil dieser Fahrt mit dem Minibus, wir holen beim beruehmten Rennen Flughafen - Victory Monument einen ungefaehrdeten Start-Ziel-Sieg heraus, da ist es schlauer die Augen zu schliessen und nicht auf den Tacho zu blicken ...
Unser Fahrer hat auch definitiv eine Rennuebersetzung, wir glauben am Anfang er hat keine Automatik und schaltet einfach nicht, erkennen aber nach langem Motorheulen - die Automatik ist so eingestellt!
Die persoenlichen Bestleistung unseres Fahrers erreichen wir deshalb knapp nicht, weil er sich bei einem Planquadrat der Polizei fuer einige Sekunden anschnallen muss, genauso schnell wie angelegt ist der Gurt dann auch wieder geloest, es gibt also anscheinend schon Gesetze in diese Richtung in Thailand ;)
Beim Aussteigen aus dem klimatisierten Bus merken wir so richtig, es ist unglaublich heiss in Bangkok, uns rinnt der Schweiss in Baechen ueber den Koerper und so sind wir heilfroh, als wir in unserem Bangkoker "Zuhause" - dem Wendy Guesthouse ankommen und das erste Mal das vertraute "sawadee kaa" hoeren - die thailaendische Freundlichkeit hat uns wieder. Erstes Beduerfnis, ab unter die Dusche und Sandalen und kurze Hose aus dem Rucksack kramen bevor es dann weiter ins MBK geht um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.
Nach einem guten Abendessen in der Strasse (wir mussten schockiert feststellen, dass statt unserem Phat Thai Lieblingslokal nun ein Wolkenkratzer steht) bleibt fuer mich nur mehr die Hoffnung heute nacht um 01:45 Orstzeit einen Sender zu finden der Champions League zeigt ...
