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Tag 11 - Die Hoehlen des Pathet Lao

Gemeinsam mit den 2 Neuseelaendern machen wir uns heute auf die Reise, um die Hoehlen des Pathet Lao zu erkunden. Hier in der Einoede und abseits jeglicher Touristenpfade gibt es keine fix fertige Tour, hier muss man sich um alles selber kuemmern (TukTuk, Sangthew, tour guide, Sangthew, TukTuk). Wir finden Gefallen daran selbstaendig die Gegend zu erkunden!

Also erstmals frueh aufstehen und dann zum Bushabhnof mit dem TukTuk. Dort angekommen holen wir gleich Informationen fuer unseren morgen geplanten Grenzuebertritt nach Vietnam ein. Soweit wir uns mit den sehr schlecht sprechenden Laoten verstaendigen koennen faehrt der Bus um 8.00 Uhr ab und wir koennen auch mit USD bezahlen, zwar zu einem fuer uns schlechten Kurs, aber wir wollen nicht unnoetig Kip wechseln. Mit dem TukTuk geht es weiter zu den ca. 25 km entfernten Hoehlen. Nach ca. 45 Minuten auf dem zugigen Gefaehrt (es ist hier in den Bergen merklich kuehler) kommen wir in einem kleinen Ort an. Alles sieht sehr gepflegt aus, kleine Schilder fuehren uns zu dem "Kaysone Phomvihane Memorail Cave Tower Office". Um 9 startet auch gleich eine Tour, wir 4 und 2 weitere Touristen bilden die Reisegruppe.

Mit dem Guide wandern wir, umgeben von wunderschoener Landschaft, zur ersten Hoehle. In diesem Gebiet gibt es steil aufragende Felsen, in denen sich natuerliche Hoehlen befinden. In der Zeit von 1964 - 1973 hat sich hier das Pathet Lao, also die Fuehrungsriege der Kommunistischen Laotischen Partei versteckt, als sie von den US-Amerikanern 9 Jahre lang bombardiert wurden. Unser Guide erzaehlt, dass auf Laos mehr als 2 Mio. Tonnen Bomben abgeworfen wurden, das sind im Vergleich angeblich mehr als waehrend des gesamten 2. Weltkrieges. Im Schnitt von neuen Jahren bedeutet das, dass alle 8 Minuten eine gesamte Flugzeugladung an Bomben abgeworfen wurde.


In den Stollen

Die erste Hoehle die wir zu sehen bekommen war die Hoehle des Praesidenten der Pathet Lao. In dieser Hoehle hat er sich mit seiner Familie und zig Leibwaechtern gelebt, gelesen (Buecher von Lenin und Co.) und vor allem seinen Widerstand gefuehrt. Kaum zu glauben, wie man 9 Jahre in dem Hoehlensystem leben konnte, vor allem wenn man bedenkt dass tagsueber permanent Bombenalarm herrschte. Nur Nachts konnte man aus den Hoehlen raus gehen und vorsichtig Feuer (ohne Rauch) zum Kochen machen.


Waschraum des Praesidenten

Wir besuchen noch einige andere Hoehlen welche von wichtigen Parteimitgliedern und zum Teil mit deren Familie bewohnt wurden. Ausserhalb der Hoehlen wurden in den letzten Jahren Haeuser wieder aufgebaut (die jetzt leer stehen). Es macht auf uns den Eindruckt, als waeren die Hoehlen des Pathet Lao eine Pilgerstaette fuer Patrioten (Massen bleiben bis zum heutigen Tag augenmerklich noch aus). Das wurde auch erklaeren, warum im ganzen Dorf Blumen und Straeucher am Strassenrand gepflanzt sind und der gesamte Ort ein aussergewoehnliches Erscheinungsbild hat.


Unterwegs in Vieng Xay

Wir erfahren von unserem Guide, dass bis in den 1980er Jahren das Millitaer in dieser Region stationiert war, nun aber Menschen hier angesiedelt wurden.


Eingang zu einer Hoehle

Es wird uns auch eine Hoehle gezeigt in der Soldaten (zum Teil auch mit Familie) untergebracht wurden. Wir durchwandern die Hoehle, welche bis zu 2.000 (!) Soldaten mit Familien Platz geboten haben soll. Gar nicht vorzustellen! Von dieser Hoehle aus konnte man zu einer Flagg-Abwehr gelangen. Angeblich wurden 4 US-Flugzeuge herunter geschossen, 3 tote Piloten wurden von den Laoten in die USA geschickt, nach dem 4. Piloten wird immer noch gesucht (von den Amis, versteht sich).
Mit unverkennbarer Geste und Flagg-Geraeuschen stellt unser Guide an die Szene an der Flagg-Abwehr dar. In Anbetracht der Stille und der friedvollen Landschaft wird das alles ein wenig skurril.

Zum Schluss der Tour sehen wir noch eine Theaterhalle. Hier wurden Theatervorstellungen fuer die Soldaten, mit zum Teil Darstellern aus "friendly kommunist countries" wie Vietnam, aufgefuehrt. Von eben diesen wurde uebrigens auch der Nachschub in der Nacht ueber die Berge organisiert und unterstuetzt.

Beim Rueckweg wollen wir eine Flasche Wasser kaufen. Bei einem Standerl bleiben wir stehen, kaufen Wasser und werden zugleich von den Laoten auf einen LaoLao eingeladen! Schon wieder vor dem Mittagessen Alkohol ... Die Laoten haben einen riessen Spass mit uns und freuen sich, dass sie so trinkfeste Kumpanen gefunden haben ;-)


Transport von zwei Schweinen auf dem Gepaeckstraeger

Bevor wir das Sangthew zurueck nach Sam Nuea nehmen genehmigen wir uns noch ein Mittagessen. In dem Lokal gibt es heute nur Nudelsuppe mit Beef, da faellt die Entscheidung nicht schwer! Dieses traditionelle laotische Essen schmeckt auch hier wunderbar!

Fuer den restlichen Tag ist nichts mehr geplant, wir vereinbaren mit unseren Neuseelaendern, dass wir uns morgen zeitig treffen um gemeinsam die Reise nach Vietnam anzutreten.

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Diese Seite enthält einen einzelnen am 26.10.09 11:36 erschienenen Blogeintrag.

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