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Tag 13 - Vierzehn Stunden nach Hanoi

Den mysthischen Bus gibt es tatsaechlich :) und heute kommt er auch!
Also sitzen wir sieben Touristen bald in dem komfortablen Bus und freuen uns auf die Reise nach Vietnam. Wenn jetzt nur noch das Kopfweh vom LaoLao aufhoeren wuerde waere es perfekt ...
Der Busfahrer legt ein Mordstempo hin und hupt staendig. Problem Nr. 1 behebt der Buschef (?) durch eine strenge Zurechtweisung. Den Grund fuer das stanedige Hupen werden wir acht Stunden spaeter verstehen. Einen zusteigenden Traveller bewahren wir davor eine sauteure Tour nach Hanoi zu bekommen, er faehrt nach Diskussionen um den gleichen Preis wie wir mit nach Tanh Hoa.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt durch die bergige Gegend hier erreichen wir die Grenze. Wir muessen aussteigen und mit unserem Gepaeck beladen zu Fuss die Grenze ueberqueren. Der erste Kontakt mit Vietnam sind sehr freundliche und gewissenhafte Grenzbeamte.
Sie verdienen sich mit Geldwechseln etwas dazu, aber wir sind froh (mit einem schlechten Kurs) unsere Kip loszuwerden und ausserdem koennen wir so unseren Gesundheitstest bezahlen. Der ist ein ganz spezieller Fall, ein Kreuzerltest (wir kreuzen natuerlich ueberall NO an), kostet 2000 vietnamesische Dong (8 cent) und am Ende bekommt man neben dem Zeugnis einen Zettel auf dem steht wo man anrufen soll wenn man gewisse Symptome hat. Bei der Gepaeckskontrolle haben wir Glueck, unserem Beamten genuegt ein Blick auf unsere (schmutzigen) Unterhosen waehrend Matthew alles ausraeumen muss. Ein paar Schritte marschiert und wir sind in Vietnam.

Flugs wieder eingestiegen und den "gefaehrlichen" Grenzort basiert - ha, uns konntet ihr nicht ausnehmen ;)
Die Gegend hier ist genaus bergig wie jenseits der Grenze, aber wir kommen gut voran (es ist fuer uns unvorstellbar diese Strecke in 10 Stunden mit dem TukTuk zu fahren ...). Spaeter gibt es ein rekordverdaechtig grausiges Klo und noch spaeter unsere erstes vietnamesisches Essen: Nudelsuppe, was sonst. Doch was ist das fuer ein Fleisch in der Suppe? Es ist dunkel, aber eindeutig kein Rind, es ist ... nach den Berichten, dass die Vietnamesen alles verkochen essen wir es nicht.
Kilometer fuer Kilometer wird unser Bus mehr angefuellt, die Einheimischen werden noch ueberall dazugeflickt, einer sitzt nahezu auf Tobias Schoss.


Ein paar passen schon noch in den Bus

Wir haben zwar eine Klimaanlage, Verwendung findet sie allerdings keine - damit ist es fast unertraeglich heiss und Elisabeth kaempft um jeden Zentimeter Vorhangstoff. Der Verkehr nimmt staendig zu, auf der 2-spurigen Strasse tummeln sich mehrere Reihen von Verkehrsteilnehmern, meist nach diesem Schema: ganz aussen Fussgaenger bzw. Tiere, innerhalb Radfahrer und bis zu drei Mopeds parallel. Dazu laufend Busse oder LKWs die ueberholen und dann oft auch noch selber ueberholt werden - so, jetzt das Ganze mal zwei (fuer beide Richtungen). Wie sich das ausgeht - keine Ahnung, das Tempo ist hoch und es wird staendig gehupt: Unser Bus kann sogar die Hupmelodie veraendern und sein andauerndes Hupen bedeut wohl soviel wie: "Achtung hier komm ich und ich bin gross und stark!" Zusaetzlich wird noch die Lichthupe benutzt, was soviel bedeutet wie "Aus dem Weg!"
So erreichen wir im Slalom den Busbahnhof von Tanh Hoa. Kaum kommen wir zum Stehen wird unser Bus gestuermt. Taxifahrer, laut schreiend und gestikulierend, ja sogar am Leibchen der Touristen zupfend wollen uns von einer Mitfahrt ueberzeugen. Wir bleiben erstmal verdutzt sitzen, das sind wir alle von Laos nicht gewohnt. Der Busfahrer sieht unsere Bestuerzung und nachdem er abgeklaert hat, dass wir nach Hanoi weiter wollen bringt er uns zum Anschlussbus (und das gratis!!).
Dort werden wir umgeladen und der Wahnsinn beginnt jetzt erst so richtig: Der Busfahrer faehrt zuerst noch drei Runden durch die Stunden um Mitfahrer aufzugabeln bevor er loslegt. Er faehrt wie ein Lebensmueder, staendig ueberholt er trotz Gegenverkehr. Wir fuerchten uns alle und das Bild greller Scheinwerfer entgegenkommender LKWs brennt sich in unsere Netzhaut ein. Oft geht es sich nur um Haaresbreite aus, oft muss unser Bus eine Vollbremsung machen um sich wieder einreihen zu koennen. Wie sollen wir diese 4-Stunden Fahrt ueberleben? Elisabeth zwingt sich im Reisefuehrer zu lesen waehrend ich alles mache um nicht auf die Strasse schauen zu muessen. Doch auch so bemerke ich wie sich Matthew immer wieder vor Angst verkrampft. Als uns Elisabeth dann noch vorliest, dass Busfahren hier extrem gefaehrlich ist (nona) und sich viele Fahrer weigern in der Nacht zu fahren (unserer gehoert leider nicht dazu) legen wir alle ein Geluebde ab wenn moeglich nur mehr mit dem Zug zu fahren (spaeter erfahren wir dann noch: Es gibt pro Tag 30 Verkehrstote im Grossraum Hanoi.)

Wider Erwarten kommen wir gesund in Hanoi an. Dort muss der Busfahrer noch einen ATM fuer uns Touris suchen, keiner von uns hat Dong um den Bus zu bezahlen. Natuerlich will er dann mehr fuer die Busfahrt verlangen, aber wir geben es ihm genau und lassen ihm, der laut protestiert, damit keine Chance zu wenig herauszugeben.
Wieder stuermen die Taxler heran, doch wir bilden erstmal in Ruhe Fahrgemeinschaften und verabschieden uns von den Mitreisenden bzw. tauschen Adressen aus.
Dann suchen wir uns gemeinsam mit dem deutsch/oesterreichischen Paerchen ein Taximeter-Taxi in die Innenstadt zum Hotel. Die beiden steigen bald aus, doch wir suchen sehr lange im unglaublichen Verkehr von Hanoi (wir haben noch nie so viele Mopeds gesehen, und alles faehrt kreuz und quer). Das erste gibt es nicht, das zweite wird renoviert, beim dritten meinen sie als sie unser Bagpacker-Outfit sehen, das alles voll ist. Zudem kennt sich unser Taxifahrer nicht wirklich gut aus und will dann ploetzlich 170.000 Dong (7 Euro) verlangen. Nach einem kurzen Streitgespraech (ploetzlich kann er fast nicht mehr Englisch) steigen wir aus und geben ihm das Geld auf dem Taximeter. Zu unserem Erstaunen stehen wir unmittelbar vor einem Hotel, dass wir sofort betreten. Voellig erschoepft buchen wir ein Zimmer ohne Fenster, es ist uns mittlerweile alles egal, wir wollen nach ueber 14-Stunden Reise nur mehr duschen und schlafen.

Verkehr in Hanoi - zum leichteren Erfassen nur in eine Richtung ;)

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Kommentare (2)

H&E:

Hallo, ihr Lieben!
Nach einem angenehmen Allerheiligentag haben wir zuerst mit Besorgnis all eure Reiseabenteuer gelesen. Aber Atia's trafficvideo (hochgeladen am 1.11.) hat uns etwas beruhigt!
Mama zündet schon voll viele Kerzen/Kerzchen an, d.h. bei uns ist die ruhige Herbst-/winterzeit angebrochen, es wird schon um halb sechs dunkel!
Euch wünschen wir noch schöne Vietnamtage und vergesst nicht auf euer Gelübde und dass ihr euch auch erholen wollt.
lg
wir zwei (Schwieger-)Eltern

Ace:

Hallo Ihr Zwei:
jetzt hatte ich endlich Zeit eure Erlebnisse nachzulesen, die wie immer sehr anschaulich und auch lustig beschrieben sind. Freut mich, dass Ihr halbwegs gut bis nach Hanoi gekommen seid. Ich hoffe Ihr geniesst euren Urlaub und Tobi: toitoitoi fuers kniffeln.
Bei uns ist das Rennen jetzt auch gut ueber die Buehne gegangen und ich werde am Freitag weiter nach Thailand fliegen :-)
glg Ace

Über diese Seite

Diese Seite enthält einen einzelnen am 28.10.09 18:23 erschienenen Blogeintrag.

Zuvor erschien in diesem Blog Tag 12 - Wir stecken fest.

Danach erschien Tag 14 + 15: Hanoi.

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