Unser erster Eindruck tauescht uns nicht - das Leben pulsiert hier. Nur bekommen wir zu Beginn des Tages davon nichts mit weil wir ein Zimmer ohne Fenster genommen haben, ist uns am Abend in unserem Zustand gar nicht aufgefallen. Also raeumen wir zuerst das Fruehstuecksbuffet leer (die Vietnamesen glauben gar nicht welchen Hunger zwei Traveller entwickeln koennen die einen Tag lang nichts Ordentliches zu essen bekamen) und danach raeumen wir das Zimmer und ziehen in ein groesseres, mit Fenstern, um - das Fenster natuerlich mehr kosten versteht sich in Vietnam von selbst ...
Der Riesenvorteil in unserem Hotel ist, wir haben einen PC mit Internet im Zimmer. Elisabeth macht zuerst mal einen Bett Dauertest (um sich von den Strapazen der Reise zu erholen), waehrend Tobias den PC verwendbar macht (Firefox und Virenkiller installieren).
Gestaerkt und ausgeruht trauen wir uns am Nachmittag ins Freie und machen uns daran ein bisschen in der naeheren Umgebung rumzuschlendern. Der Verkehr hier ist unglaublich, ein ohrenbetaeubender Laerm in Form eines Hupkonzertes verstaerkt durch Mopedgeraeusche, so etwas haben wir (trotz Bangkok) noch nie erlebt. Die Strasse zu ueberqueren ist nahezu lebensgefaehrlich, die ersten Male warten wir immer auf Einheimische und haengen uns hinten an, bis wir es zum ersten Mal dann selbst riskieren und selbststaendig auf die Strasse schreiten. Der Tipp aus dem Reisefueher stimmt tatsaechlich: Man muss die Strasse langsam und mit gleichbleibendem Tempo ueberschreiten, dann weichen einem die Mopedfahrer aus und man kommt wie durch ein Wunder durch das Gewurl im Ganzen auf die andere Strassenseite. Nur nicht die Nerven wegschmeissen und schneller werden ...
Unser erstes Ziel, der See mitten in der Altstadt ist sehr nett, wir schlendern dort gemuetlich entlag und gehen dann auf die Insel mit einer Pagode wo wir lange sitzen bleiben. Der Tempel gefaellt uns gar nicht, sieht aus wie bei den Chinesen, nur bunt und ohne Flair (Elisabeth empfindet ihn sogar als schiach - die Goetter haben eine strenge Miene und einen spitzen Bart), aber die Story von der Riesenschildkroete im See gefaellt uns sehr gut und da muessen natuerlich ein paar Photos der Statue gemeinsam mit Atia gemacht werden. Anscheinend taucht die Schildkroete immer wieder mal auf ... wir bekommen sie leider nicht zu Gesicht.
Sonst sehen wir interessiert mehreren Gruppen von alten Herren bei einem Brettspiel zu: Es wird emotional gespielt und mindestens drei sind immer noch dabei zum Disktuieren. Danach wird dann natuerlich noch analysiert, ist ja fast wie Watten mit Papa ;)

Tempel in Hanoi

Der See in der Altstadt von Hanoi plus ein glueckliches Ehepaar

Die Maenner dort spielen mit viel Einsatz ein Brettspiel
Die Geschaefttuechtigkeit (formulieren wir es mal so) der Vietnamesen ueberrumpelt uns wieder, zwei Frauen mit den typischen Tragestellen stuermen auf uns zu und haengen Elisabeth die Gestelle um. Wir lehnen ab und wollen weitergehen, doch als sie sagen "No money" machen wir bei dem Spass mit. Zu unserer Verwunderung wollen sie uns dann dazu zwingen fuer 4 Euro bei ihnen ein paar Fruechte zu kaufen. Wir beschweren uns und kaufen die Fruechte nach langer Diskussion dann um um ein Drittel (was immer noch zuviel ist). Solche Tricks inklusive einer Luege sind wir aus Thailand und Laos nicht gewoehnt, hoffentlich koennen wir uns darauf einstellen!

Die wollten vier Euro fuer das Photo ... :/
Das Essen ist dafuer sehr gut, allerdings gehen wir immer in gehobenere Lokale mit etwas westlichem Einschlag um auch das Fleisch essen zu koennen.
Am naechsten Tag starten wir frueh los - wir wollen Onkel Ho besuchen. Sein Mausoleum soll ein echtes Erlebnis sein, gebuendelt mit den Ehrerbietungen der Vietnamesen und den strengen Sicherheitsvorkehrungen ein fast skurilles noch dazu. Wir laufen etliche Male auf der grossen Anlage herum und finden keinen Weg zur letzten Ruhestaette von Ho Chi Minh und die Wachtposten machen uns immer nur deutlich, dass wir hier nicht weitergehen duerfen, wo wir hin muessen sagt uns leider keiner.
Erst ein Tourist klaert uns auf, das Onkel Ho auf Urlaub ist, er befinde sich gerade (wie jedes Jahr) fuer drei Monate auf einer Beautyfarm in Russland, wo seine Leiche wieder restauriert wird. Schade drum, aber dann gehen wir eben weiter ins Ho Chi Minh Museum, das sehr modern gestaltet ist und einen (einseitigen) Blick auf sein Schaffen bietet. Trotzdem sehr interessant und kurzweilig und wir verbringen einige Stunden darin.
Da es beim Mittagessen stark zu regnen beginnt bleiben wir sehr lange sitzen und sehen uns dann nur mehr einen weiteren Tempel an, der uns wieder nicht gefaellt.

Hier ist er, aber leider nur eine Statue

Ho Chi Minh Museum

Der Blick aufs Mausoleum
Am Abend dann aber ein echtes Highlight: Wir besuchen das Wasserpuppentheater von Hanoi, wo kunstvolle Marionetten mit langen Stangen auf dem Wasser bewegt werden. Sieht faszinierend aus und bietet gemeinsam mit der Livemusik einen Einblick in die Kultur von Vietnam.
Danach buchen wir noch unseren Ausflug in die Halong Bucht - wir leisten uns die Luxusvariante und beschliessen aufgrund des Wetterberichtes schon einen Tag frueher wie geplant dorthin aufzubrechen, also gehts gleich morgen los.