Nach der wunderschonen Zeit auf Koh Jum beschliessen wir Versaeumtes vom ersten Urlaub in Thailand nachzuholen - wir fahren nach Koh Phi Phi: Kleinod, anscheinend trotz des starken Tourismus auf jeden Fall einen Besuch wert.

Abreise von Koh Jum
Also lassen wir uns per Longtail Boat von unserer Unterkunft dorthin bringen. Als wir ankommen passiert das relativ unbemerkt, weil wir ja privat unterwegs sind und nicht per Faehre von Ko Lanta oder Phuket kommen. Doch bald erspaehen uns die ersten Schlepper und ab dann gut es natuerlich los: "Taxi-Boat" (es gibt keine Strassen auf der Insel, also faehrt man alles per Longtail-Boat an), "Maya-Bay, cheap" (dort wo The Beach gedreht wurde), usw.
Wir tauchen wie immer durch den ersten Schwung durch um uns dann in Ruhe umzusehen und halten aufgrund des Tourismus hier mal den Atem an: Die Infrastruktur ist unglaublich (es gibt schmale Gassen, da sieht es mehr nach Lignano aus, so zugebaut ist alles), ueberall sitzen Touristen die Pizza, Pasta und Sandwiches essen und auch die Nackerten im Ort sind wir nicht gewohnt. Im Schockzustand kommen wir vom urspruenglichen Plan eine Budgetunterkunft zu buchen ab und beschliessen auf einen exklusiveren Strand zu fahren. Also steuern wir eine, fuer uns serioes wirkende, Touristeninformationen (so heissen hier die Tourplaner und Hotelvermittler) an und lassen uns einige Unterkuenfte zeigen. Ein Ressort, das wir schon im Internet als Favorit auserkoren hatten, kostet interessanterweise genau soviel wie ueber deren Homepage, also schlagen wir gleich zu. Wir bezahlen die zwei Naechte im Voraus, buchen ein Boot dorthin und bekommen fuer beides eine Bestaetigung. Dann lassen wir noch unser Gepaeck dort (weil wir bis zur Abfahrt des Bootes noch ein paar Stunden Zeit haben) und schlendern hier im Hauptort noch herum.
Koh Phi Phi ist am Hauptort so schmal, das man in ein paar Minuten zur naechsten Bucht auf die andere Seite der Insel gehen kann. Durch diese Schmalheit ist hier der Tsunami komplett ueber die Insel drueber gefegt was zur Folge hatte, dass nicht nur keine Gebaeude mehr standen, sondern auch der groesste Teil der Palmen ausgerissen wurde und hunderte Menschen dabei ums Leben kamen.
Als wir auf die andere Seite der Insel kommen erwartet uns ein unglaublicher Blick, die Bucht ist wunderschoen und das Meer tuerkisblau, der feine Sand umschmeichelt unsere Fuesse. Wir sitzen uns in ein Lokal mit Meerblick und erholen uns mit einem Cola light und Kniffeln von den "Strapazen". Nach gewisser Zeit werden wir skeptisch und wundern uns ob wir mit der Touristeninformation nicht in eine Touristenfalle geraten sind. Wir haben viel bezahlt, unser Gepaeck ist dort und alles was wir haben ist ein Zettel ... Die Erfahrungen von Vietnam kommen in uns hoch...

Die Buchten auf Koh Phi Phi sind unglaublich schoen
Also gehen wir Richtung Hafen zurueck um nach dem rechten zu sehen. In Vietnam wuerde es das Geschaeft (= ein Strassenstand) wahrscheinlich nicht mehr geben und es wuerde jemand dort sein der sicher kein Wort Englisch versteht. Doch hier ist alles bestens, die Leute begruessen uns freundlich und weisen uns auf die Abfahrtsstelle unseres Bootes hin. Durchatmen! Wir haben Vietnam anscheinend noch nicht ganz verdauen koennen ...
Wir beschliessen uns was zu Essen zu suchen, ist hier gar nicht so einfach wenn man keinen Touristenfrass haben will, sondern auf thailaendisches Essen scharf ist! Wir finden ein Lokal in einer Seitenstrasse, das sehr nett wirkt. Leider ist das Essen nicht wirklich gut und dann stuermen noch ein paar Koreaner das Lokal und fuehren sich wie die Wilden auf. Naja, so hat wohl jeder Kontinent seine schwarzen Schafe die nur Laerm schlagen und aufdringlich sind ...
Als wir dann puenktlich zur Abfahrt der Faehre an die Anlegestelle kommen laeuft alles wie am Schnuerchen, wir werden verfrachtet und unsere Rucksaecke bekommen sogar schon ein Baendchen mit der Zimmernummer. Dort angekommen sind wir erstmal froh ueber die Klimaanlage, hier ist es wirklich brutal heiss. Unser Hotel liegt in einer schoenen Anlage an einem sehr netten, ruhigen Strand. Allerdings stellen wir fest, dass wir nicht unter Gleichgesinnten sind, hier gibt es vor allem Pauschaltouristen ... Nachdem es aber sehr spaet ist und regnet gehen wir ins Restaurant im Hotel. Dort hauen uns die Preis fast um, fuer Thailand sind die Speisen wirklich teuer. Nachdem wir wiedermal mit unserem Wunsch nach spicy Freude ausloesen beobachten wir beim Warten auf unser Essen das Geschehen. Im Lokal baut ein Alleinunterhalter (!!), geschmueckt durch einen waschechten Vokuhila, seine Instrumente auf und legt los. Die Performance ist so unglaublich schlecht, vor allem seine Gesangskuenste sind wirklich erheiternd. Wir grinsen und lassen uns das leckere Essen schmecken, als er allerdings mit "Wonderful tonight" loslegt brechen saemtliche Daemme und wir bruellen los und lachen Traenen. Die anderen Gaeste sind von der Musik anscheinend angetan, eine Gruppe Koreaner (schon wieder), die oben ohne im Lokal sitzen (unglaublich aber wahr) klatschen und singen voller Begeisterung. So sind wir froh, als wir mit dem Essen fertig sind und in unser ruhiges Zimmer zurueck kehren koennen.
Am naechsten Tag chartern wir uns ein eigenes Longtailboat mit Fahrer um meinen Geburtstag mit Schnorcheln zu verbringen. Unser netter Bootfahrer bringt uns zuerst zum Bamboo Island - einer Insel, die als Naturschutzgebiet definiert ist. Bei der Anfahrt sind wir schon fasziniert welchen wunderschoenen Anblick die Insel bietet, doch als wir dort ankommen sind wir beide uns einig noch nie einen so schoenen Strand und so glitzerndes Meer erlebt zu haben. Zu unserem Glueck sind wir so frueh dran, dass die Insel noch fast nicht von Touristen bevoelkert ist und so schlendern wir gemuetlich herum und lassen unsere Fuesse den goldenen, feinen Sand spueren. Dann fahren wir noch ein bisschen weiter raus um im tuerkisen Wasser zu schnorcheln.

Fahrt zum Bamboo Island

Ein Bild kann alles aussagen
Fuer ein noch intensiveres Schnorchelerlebnis fahren wir dann weiter zum Moskito Island, wo wir ankern. Die Leute bei uns im Hotel waren so nett und haben uns altes Brot mitgegeben mit dem wir jetzt ganze Fischschwaerme anlocken koennen. Es ist unglaublich wie viele Fische sich auf das Brot stuerzen und so schwimmen wir bald inmitten von lauter Fischen, sie fressen uns sogar aus der Hand. Man kann keine Bewegungen mehr machen ohne Fische zu beruehren und wir kommen uns vor wie in einer Universum-Doku. Auch das Korallenriff dort ist interessant zum Schnorcheln und so verbringen wir viel Zeit im Wasser. Nachdem wir aber von den Fischen mit dem Brot verwechselt werden und sie staendig uns anknappern "fliehen" wir ins Boot zurueck. Nachdem wir noch Zeit uebrig haben kehren wir zur ersten Insel zurueck um dort noch ein bisschen die Zeit zu geniessen und die Schoenheit der Insel zu bewundern. Jetzt sind viel mehr Leute da und unser Guide trifft einen Freund, wodurch er uns anbietet "for free" noch laenger bleiben zu koennen. Gerne nehmen wir das Angebot an und legen uns stundenlange in den weichen Sand und schwimmen im glitzernden Meer. Einige Stunden spaeter wird unser Fahrer dann vom Chef zurueckbeordet und so fahren wir nach Koh Phi Phi zurueck.

Es wurrlt nur so von Fischen
Am Abend gehen wir in ein feines Fischlokal essen und bestellen natuerlich auch das Tagegericht: Stingray. Dieser Fisch und auch die anderen Gerichte sind sehr koestlich und wir lassen diesen Tag gemuetlich ausklingen. Erst ein paar Tage spaeter kapieren wir mit Hilfe eines Woerterbuches was wir hier wirklich gegessen haben ... gut, dass wir es vorher nicht wussten, der Geschmack war allerdings 1A.
Am Vorabend haben wir mit unserem Bootfahrer ausgemacht mit ihm am naechsten Tag zur Maya Beach (dort wo The Beach gedreht wurde) zu fahren. Wir machen das persoenlich mit ihm aus, dadurch kann er das ganze Geld kassieren und wir bekommen die Fahrt billiger. Nach harten Verhandlungen schlagen wir uns noch gratis Schnorchausruestung raus. Nachdem er uns den Tipp gibt schon so frueh wie moeglich zur Bucht zu fahren um die Tagesausflueger, die ab 10:00 Uhr in Massen eintreffen, zu vermeiden brechen wir beim Sonnenaufgang um halb sieben auf. Nachdem er seinen Kollegen lautstark erklaert wir fahren nach Rayleigh spielen wir sein Spiel natuerlich mit damit er das Geld einstreifen kann und schon brechen wir in die falsche Richtung auf um dann am Ende der Insel auf der anderen Seite wieder zurueck zu fahren.

Morgenstund - wir geniessen die Ruhe
Auf der Fahrt zeigt er uns ein paar Stellen wo der Tsunami riesige Steinmassen aus den Kalksteinfelsen geschlagen hat, unglaublich mit welcher Wucht die Welle aufgeschlagen hat ...
Kurz darauf kommen wir in die Maya Bay die noch fast menschenleer ist. Wir beobachten wie die Sonne langsam ueber die Felsklippen klettert und damit die Bucht in gleisendes Licht einhuellt und das Meer tuerkis einfaerbt. Diese Bucht ist wirklich etwas besonderes und wir muessen dann natuerlich erforschen wir der Film genau gemacht wurde damit die Bucht geschlossen wirkt. Und tatsaechlich, ab einer gewissen Perspektive sieht die Bucht wie im Film aus.

Die beruehmte - the one and only - MAYA BAY
Auch die Insel selbst ist sehr interessant, man kann ueber einen schmalen Pfad durch den Dschungel schnell auf die andere Seite gelangen, wo man zu einem Felsen kommt, der eine Aushoehlung hat wo im Moment die Flut hereinstroemt. Wir vermuten, dass hier die Szenen mit der Hoehle gedreht wurden, koennen allerdings nichts mehr auf Photo festhalten nachdem uns der Akku ausgegangen war ... :/
Schnorcheln ist danach auch noch angesagt und wir sehen sehr grosse Fische, allerdings haben wir nicht mehr so grosse Ausdauer wie am Vortag (und muessen unsere Haut vor zuviel Sonne schuetzen) und so lassen wir uns zum Hauptort bringen von wo aus wir planen mit der Faehre ueber Phuket nach Bangkok zu gelangen.
Unser Koh Phi Phi Besuch, der sich ja beim ersten Urlaub nicht mehr ausgegangen war hat sich wirklich ausgezahlt, wenn man dem Massentourismus aus dem Weg geht kann man die Schoenheit der Insel noch mehr geniessen!