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Juni 2011 Archive

1.06.11

Tag 27 - 29: Singapore

Tiger Airways ist eine fantastische Billigfluglinie - wir reisen mit ihr gleichzeitig nach Indien und auch in die Zukunft ... wie das funktioniert ... - aber alles der Reihe nach!
Nach einem problemlosen Flug mit einer Stunde Zeitverschiebung (jetzt sind es 6 Stunden zur Zeitrechnung in Salzburg) faellt uns gleich bei der Einreise auf, in Singapore ist alles strikt geregelt. So gibt es eine Kampagne die Singapore zur saubersten Stadt in Suedostasien macht, mit dem Mittel von drakonischen Strafen, die ueberall deutlich sichtbar ausgehaengt werden inklusive des Strafrahmens. z.B.: Abfaelle wegwerfen 600 Euro, gleich viel wie in der Oeffentlichkeit ausspucken. Es gibt sogar Strafen fuer die Toilettenspuelung nicht zu betaetigen oder auch beim Ueberqueren der Strasse den Zebrastreifen nicht zu benutzen. Ausserdem ist das Essen und Trinken in oeffentlichen Verkehrsmitteln verboten - wenn man staendig von Verbotsschildern umgeben ist fuehlt man sich eindeutig etwas gehemmt. Verstoerend wirkt auf uns irgendwie, dass auf dem Einreisedokument in rot abgedruckt ist, dass fuer Drogenbesitz die Todesstrafe verhaengt wird ...
Sonst faellt uns auf, dass die komplette Stadt wie auf Hochglanz poliert wirkt und topmodern ist.
Unser Hotel beziehen wir im Little India Bezirk der Stadt und wirklich, beim Aussteigen aus der U-Bahn kommen wir uns wie in Indien vor, nur viel sauberer, allerdings sind wir von lauter indisch wirkenden Menschen umgeben. Wir checken in einem Hotel ein und muessen beim Besichtigen der Zimmer wie befuerchtet feststellen, die Preise sind hier deutlich hoeher als bisher gewohnt in Suedostasien, sie kommen schon fast an eine europaeische Stadt heran. Nach harten Verhandlungen bekommen wir dann ein Zimmer in einem abgewohnten, aber sauberen Hotel, das wir vor allem wegen der super Lage (gleich neben der U-Bahn) waehlen.
Nach kurzem Frischmachen steht der Erforschung von Singapore nichts mehr im Weg und wir bewegen uns Richtung Marina Bay. Dieser Bereich umfasst die unglaublichste Skyline, die wir jemals gesehen haben rund um diese Bucht. Hier gibt es vor allem die neuesten drei Towers zu bewundern - Marina Bay Sands, die auf ihrem Dach durch einen riesigen Park verbunden sind. Wir sind verbluefft und fasziniert, was hier durch Menschenhand geschaffen wurde. Doch auch unser Magen meldet sich deutlich hoerbar und so kehren wir zum ersten Mal in dieser Stadt in einen Food-Court ein, wir sollten dieser Tradition bei den unterschiedlichsten Locations hier treu bleiben. Diese Auswahl zu diesem Preis ist einfach unschlagbar, Restaurants sind hier naemlich sonst sehr kostspielig. Das Einkaufszentrum ueber dem Foodcourt ist gigantisch und auch fuer Unterhaltung ist gesorgt, es gibt hier einen kleinen Fluss auf dem man mit Booten fahren kann, sowie auch einen Eislaufplatz - und das mitten im Einkauftrubel waehrend draussen bruetende Hitze herrscht - wir sind so nahe am Aequator wie noch nie zuvor!

Als wir gesaettigt wieder an die Oberflaeche zurueck kehren ist mittlerweile die Sonne untergegangen und so wirkt diese gigantische Skyline, eindrucksvoll beleuchtet, noch viel fantastischer. Wir koennen gar nicht genug davon bekommen diese Pracht zu photographieren und schlendern einfach gemuetlich herum. So "stolpern" wir ueber eine Auffuehrung, franzoesische Clowns imitieren die French Open mit Kegelartistik - wir amuesieren uns koestlich. Ein bisschen spaeter gibt es dann noch eine Show mit Lasern, Licht, Musik, Feuer und Wasser. Alle diese Attraktionen sind hier in die Umgebung integriert, es wird uns auch noch in den folgenden Tagen erstaunen was dieses Land fuer seine Einwohner in dieser Hinsicht tut.

Skyline Singapore
Der erste Eindruck der Skyline beeindruckt uns schon

Marina Bay Sands
Blick auf Marina Bay Sands, man beachte den Park auf den Daechern der drei Wolkenkratzer

Skyline Singapore night
Die beleuchtet Skyline, wir haben die Mitte des Komplexes erreicht

Merlion
Der Merlion, das Wahrzeichen von Singapore

Am naechsten Vormittag besuchen wir zuerst die Orchard Road, eine Strasse die vor allem beruehmt ist fuer ihre riesigen Einkaufszentren, die sich aneinander reihen und von denen jedes Einzelne den Europark winzig erscheinen laesst. Hier gibt es wirklich alles, von "normalen" Geschaeften, ueber einfach Staende bis zu riesigen Luxus-Malls, die sehr stylisch daherkommen und alle Designermarken (Gucci, ...) bieten. Das ist fuer unseren finanziellen Rahmen natuerlich nicht geeignet, aber ein bisschen herumschlendern macht eindeutig Spass. Trotzdem finden wir wieder einen guenstigen Foodcourt, bei dem wir uns vor der Fahrt in den Zoo staerken.
Bei Einstiegen in den Bus sind wir wiedermal verbluefft wir geregelt hier alles ablaeuft, es gibt eigene, fix installierte Warteschlangen fuer jede einzelne Linie und so gestaltet sich das Einsteigen schnell und geordnet. Auf der Fahrt in den Zoo kommen wir durch riesige, scheinbar unberuehrte Dschungel- und Wassergebiete, es wirkt so als wenn die Planung dieser Stadt auch Platz fuer die Natur gelassen haette - hier wirkt alles sehr durchdacht: dicht verbautes Stadtgebiet mit riesigen Wolkenkratzern, aber eben auch diese naturbelassenen Gebiete und Freizeitanlagen.
Der Zoo begeistert uns sehr, die Tiere wirken so als wenn sie in ihrer urspruenglichen Umgebung leben wuerden, weil hier eben alles Dschungel ist. Neben beeindruckenden Fuetterungen erleben wir vor allem einige tolle Shows, bei welchen uns neben den Tieren vor allem die sehr kompetenten, motivierten Angestellten positiv auffallen. Sie wirken alle so, als wenn sie richtig Spass bei ihrer Arbeit haetten. Diese Shows beinhalten neben dem Seeloewen Philipp vor allem vier asiatische Elefanten, die hier beim Arbeiten und Spielen gezeigt werden.
Sonst beeindrucken uns auf dem Gelaende die weissen Tiger (wusste gar nicht, dass es soetwas gibt), frei umherspringende Orang-Utans (einer pisst uns fast auf den Kopf) und Geparden, die ploetzlich beginnen loszusprinten. Zu guter Letzt wird das alles mit interessanten, kurzen Infos gewuerzt und so vergeht die Zeit bis der Park zusperrt viel zu schnell.

Alligator Schuh
Wir konnten das Kind zu dem Schuh einfach nicht finden ... gut, dass der Alligator nur Pflanzenfresser ist ;)

Weisser Tiger
Weisser Tiger, bei der Fuetterung verwandelt sich das Kaetzchen in ein Raubtier

Orang Utans
Frei laufende Orang-Utans direkt neben uns im Baum sitzend

Elephants Asia
Die asiatischen Elefanten, auf die sie hier besonders stolz sind

Die Attraktion, wofuer der Zoo hier beruehmt ist, beginnt fuer uns erst jetzt - die Nightsafari. In Stimmung gebracht dafuer werden wir gleich mal mit einer heissen Feuer- und Akrobatikshow, hier ist ueberhaupt alles auf Safari und Dschungel getrimmt, vom Klo bis zu den Restaurants. Danach besuchen wir gleich die Show, welche Tiere bei Nacht zeigt. Als ihnen eine Riesenschlange "entkommt" kommen manche im Publikum noch mit dem Schreck davon, als sie ploetzlich unter den Sitzen in einer Box wieder auftaucht, Elisabeth ist sichtbar froh, dass wir nicht ganz vorne sitzen. Sonst ist die Show vor allem effektvoll in Szene gesetzt und auch die "Erziehung" darf nicht zu kurz kommen, suesse Waschbaeren praesentieren das Muehltrennen. Nach der Show machen wir eine Fahrt mit dem Zug quer durch den Park, der die Hauptattraktionen dezent beleuchtet, aber dadurch noch beeindruckender in Szene setzt. Zu guter letzt wandern wir noch zu Fuss herum, alles ist sehr stimmungsvoll, weil der Weg nur spaerlich beleuchtet ist und man die Graeusche der Natur und Tiere in der Nacht gut vernehmen kann. In Erinnerung geblieben sind uns hier vor allem die riesigen Fledermaeuse, denen man so Nahe kommt, dass man sie beruehren koennte sowie Leoparden, die umherstreifen. Begeistert, aber auch erschoepft sind wir um kurz vor Mitternacht im Hotel zurueck.

Feuershow
Die Show der Tribes

Wieder ist ein neuer Tag angebrochen und wieder goennen wir uns Unterhaltung vom Feinsten (davon gibt es hier reichlich). Wir fahren nach Sentosa, einer eigenen Insel, die nur zur Unterhaltung dient. Hier gibt es neben vielen Attraktionen auch etliche Hotels sowie natuerlich Strand und Meer zu geniessen. Wir sind vor allem auf eines aus - dem soeben offiziell eroeffnetem Highlight der Insel: Universal Studios Singapore. Stielgerecht faehrt man aus einem Einkaufszentrum per ueberirdischer Bahn dorthin und mit der Eintrittskarte betreten wir eine eigene Welt und duerfen uns fuer einen Tag wie staunende Kinder fuehlen. Hier wurden viele Umgebungen geschaffen wie New York, Hollywood, Sciene Fiction (Battlestar Galactica), Jurrasic Park, Aegypten, Far Far Away (Shrek). Madagascar - alles mit riesigen Kulissen inklusive verkleideter Darsteller und unterschiedlichen Shows. Zu allen diesen Themen gibt es dann noch Top-Highlights: Wir starten mit einer von Steven Spielberg erdachten Show, bei der ein Tornado ueber New York hinwegbraust und wir befinden uns mitten drinnen, inklusive Wind und Regen und als furioses Finale bricht sogar der Boden unter uns weg. Die Haupattraktion ist allerdings die riesige Achterbahn, basierend auf Battlestar Galactica bei der es zwei unterschiedliche Seiten gibt, Humans and Cylons. Wir begeben uns natuerlich auf die Seite der Menschen und brausen schon kurz darauf mit 82,8 km/h los um kurz darauf ueber eine "Klippe" zu duesen und im gefuhlten freien Fall uns Richtung Erde zu begeben bevor wir in die erste Kurve einschwenken. Der kleine Junge neben mir spricht auf Englisch aus, was ich mir denke - "I will die ...", der Arme wird in Traenen aufgeloest unten ankommen. Der Nervenkitzel ist immens, die Gravitation wird scheinbar ausser Kraft gesetzt und ich bin froh, dass ich meine Brille vorher abgelegt habe. Elisabeth ist so begeistert, dass sie kurz darauf gleich nochmal fahren will, ich habe erst mal genug - nach diesen Extremen benoetige ich eine Pause und sehe mir das Ganze lieber in Ruhe von unten an.
Nachdem kurz darauf ein Gewitter aufzieht und die Nervenkitzel-Attraktionen gesperrt werden gehen wir zuerst mal zu dem Koenigreich "Far Far Away", wo wir einen Film von Shrek und Co in 4D erleben - die vierte Dimension umfasst neben Bewegung des Sitzes, Luft (Spinnen attackieren uns von hinten) und viel Wasser (der Esel niest uns zB ein paar Mal an).
Nachdem danach fuer alle Achterbahnen wieder gruenes Licht herrscht stuerzen wir uns ins alte Aegypten mit "Die Mumie" in Form einer Indoor-Achterbahn, die durch viele ueberraschende Effekte eine spannende Fahrt, zum Teil auch im Dunklen, bietet. Auf dem Beweisphoto kann man deutlich erkennen, dass Elisabeth zur "Sicherheit" noch die Augen geschlossen haelt ;)
Mit den restlichen Attraktionen verbringen wir noch einen vergnueglichen Nachmittag bevor wir uns dann mit einer "Kinder"-Achterbahn "ausrasten" wollen. Als wir nach raschem Start oben angelangt erstmal fast bis zum Stillstand abbremsen, drueckt Elisabeth mit einem veraechtlichem Laut das aus, was ich mir denke - "Ist ja eine Kleinigkeit nachdem was wir heute schon an Nervenkitzel erleben durften". Im naechsten Augenblick schreien wir beide los, die Achterbahn duest pfeilschnell und mit beeindruckendem Winkel in die naechste Kurve - die Kleinen hinter uns sind hoerbar tapferer ...

Cops
Diese New Yorker Cops ...

Der Gestiefelte Kater und wir
Dieses Photo mussten wir einfach machen ...

Madagascar
Das Schiff vor Madagascar

Charlie Chaplin
Charlie Chaplin treffen wir auch - auf den Strassen Hollywoods

Doch irgendwann ist leider auch das Kindsein fuer uns wieder zu Ende und wir mischen uns wieder unter die Erwachsenen, was bedeutet, dass wir ins Kasino gehen um unser letztes Geld zu verspielen (natuerlich nur die Singapore-Dollar). Dafuer haben wir sogar taugliche Bekleidung mitgebracht und wir treten beide wie verwandelt dort ein und bestaunen die Dimension. Nachdem die Einsaetze sehr hoch sind haben wir bald alles verspielt und lauschen noch ein bisschen der Liveband bevor wir (wieder sehr spaet) ins Hotel zurueck kehren, wo wir unsere Weiterreise nach Malaysia vorbereiten.

Singapore wird uns als beeindruckende Stadt in Erinnerung bleiben, mir kommt es irgendwie wie domestiziertes Suedostasien vor - es besitzt teilweise noch diesen Flair, ist allerdings sehr westlich orientiert, genau durchgeplant und reguliert mit vielen tollen Attraktionen fuer Bescuher und Einwohner.

3.06.11

Tag 30 - 32: Malakka

Fuer heute haben wir die Einreise nach Malaysia geplant. Gleich am Vormittag marschieren wir mit vollem Gepaeck los in Richtung Busbahnhof. Wir fragen den Busbahnhof-Aufseher freundlich, ob wir nur kurz hier unsere Rucksaecke stehen lassen koennten, wir wuerden noch gerne vor der Fahrt was zu essen besorgen. Ganz entgeistert schaut er uns an und erklaert uns mit Haenden und Fuessen, wir duerften das auf keinen Fall machen. Nachdem wir die Menschen in Singapur als sehr hoeflich und hilfsbereit kennen gelern haben, ueberrascht uns dieses Verhalten doch ein klein wenig. Doch dann wird uns klar woran es liegen koennte: In Singapur werden in der U-Bahn Videos von Terroranschlaegen (zT grauslige mit viel Blut und so) auf U-Bahnen in der Welt (zB London, Spanien, ...) gezeigt mit dem Hinweis man solle "suspicious persons", also verdaechtige bzw. suspekte Personen ansprechen. Auch Lautsprecherdurchsagen in den U-Bahnen weisen immer darauf hin, dass man sich bei "suspicious persons" bzw. Gepaeck, welches zurueck gelassen wurde sofort an die zustaendige Security wenden solle. Die Leute hier werden scheinbar auch veraengstigt und mit einer "permanenten Terrorbedrohung" verunsichert.
Wir lassen Tobi als "Sicherheit" beim Gepaeck stehen und ich mache mich auf die Suche nach schmackhaftem Essen- leider vergebens. Das einzige was ich zum Beissen finde sind trockene Keks die uns auf der 2 stuendigen Busfahrt als Proviant dienen.
Die Ausreise aus Singapur und Einreise nach Malaysia gestalten sich unkompliziert, mit der Ausnahme dass uns der Bus an der malayischen Grenze davon faehrt, aber die Busse fahren im 20 min Takt, also ist das auch kein wirkliches Problem. Hier in Malaysia ist uebrigens auch Todesstrafe auf Drogenbesitz und man wird auch gleich bei der Einreise darauf hingewiesen. Damit dann niemand sagen koennte, man haette nix gewusst ... Lt. Reisefuehrer sitzen auch einige Auslaender hier hinter Gitter und der eine oder andere wurde auch schon hingerichtet deswegen. Das ist dann doch alles ein bissal gar streng, wuerde ich meinen. Andere Laender, andere Sitten ...
Am ersten Busbahnhof in Malaysia (Johor Bharu), wo wir den Bus wechseln in Richtung Malakka (unsere erste Destination in Malaysia) versucht Tobi erstmals malayisches Geld zu besorgen. Doch die ATMs hier wollen nicht ganz das machen was Tobi so will. Nach dem 3. Bankomat und je 2 Fehlversuchen kommt dann doch etwas Unruhe auf, weil ohne Geld ka Musi, das ist natuerlich auch hier zu Lande so. Doch als der Muezzin lautstark via Lautsprecher zum Gebet ruft und auch Tobi ein kurzes Stossgebet gen Himmel richtet spuckt ein anderer Bankomat nach etwas Suche doch noch die Ringgit aus, die wir fuer die weitere Reise benoetigen.

Der Bus nach Malakka entpuppt sich als Gefrierfach mit Kingsize Sesseln (nur 3 Sitze in einer Reihe und richtig schoen breit und gut gefedert) und nach 3 stuendiger Fahrt sind wir zwar nicht taub (wie wir es von Thailaendischen Busfahren kennen) sondern tiefgekuehlt. Waerend der Fahrt auf der Autobahn sehen wir auf der Gegenfahrbahn gleich 2 schreckliche Unfaelle, je mit Bus und LKW. Gott sei Dank kommen wir gut in Malakka an und suchen uns in dem kleinen Staedtchen eine Unterkunft in der wir uns auf Anhieb wohl fuehlen. Malakka ist eine sehr gemuetliche, ruhige Stadt ein starker Kontrast zur High-Tech-City Singapur. Am Abend schlendern wir gemuetlich durch die Strassen und machen auch noch eine Bootstour, bei der wir mit einer muslimischen Reisegruppe (und verschleierten Frauen) das beleuchtete Schmuckkaestchen Malakka bewundern.
Malakka ist eine Kuestensadt und hatte vor allem im 15. und 16 Jh. eine Hochzeit. An der "Strasse von Malakka" gelegen war es damals ein sehr bedeutender Handelshafen in dem bis zu 2.000 Schiffe gleichzeitig vor Anker waren. Schiffe aus Indien, China, Europa, arabischen Laendern usw. trieben dort regen Handel. Bis zu 84 verschiedene Sprachen wurden damals in der Stadt gesprochen. In den unzaehligen Museen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Geschichte. So erfahren wir, dass hier zuerst die Portugiesen, dann die Hollaender und schliesslich die Englaender regiert hatten. Erst seit 1957 ist Malakka unabhaengig.

Am naechsten Tag beschliessen wir einen ausfuehrlicheren Rundang in Malakka zu machen. Die Hitze, uns kommt es hier viel heisser vor als in den bisherigen Laendern, lockt uns auf eine Fahrradrikscha. Diese Fahrradrikschas hier in Malakka sind etwas ganz besonderes - sie sind ganz besonders kitschig. Geschmueckt mit Plastikrosen, Barbie-Puppen und Skorpionen - wir koennen nicht widerstehen und chartern uns die Schoenste aller Rikschas. In die Rikscha mit den 100 Barbies wolle ich partout nicht einsteigen ... Die Fahrt geht los und dazu gibt es noch laute Techno-Musik, alle diese Rikschas haben einen CD-Wechsler und Boxen inklusive Subwoofer montiert (Abends sind sie auch noch mit blinkenden Lichtern versehen). Auf der Fahrt werden wir zum Blickfang, die Musik, die Rosen, ... So duesen wir mit unserer stark schwitzenden Rikschafahrerin - sie tut uns richtig leid und wir fragen uns zwischendurch warum wir das machen - von Sehenswuerdigkeit zu Sehenswuerdigkeit. Auf unserer Tour bleiben wir fuer Fotomoeglichkeiten immer wieder kurz stehen. Bei einer Sehenswuerdigkeit sehen wir eine Gruppe indonesischer PfadfinderInnen, die uns fragen ob wir mit ihnen ein Foto machen. Wir verstehen nicht ganz ob sie ein Foto von unserer Rikscha machen wollen (wie es andere schon getan haben ...), ob wir von ihnen ein Foto machen sollten, oder was immer. Nach laengerem hin und her wird uns klar, dass sie ganz eindeutig MIT uns ein Gruppenfoto machen wollen. Mit einem Fragezeichen im Gesicht posieren wir sogleich in der Gruppe und alle PfadfinderInnen machen mit ihrer Kamera ein Foto. Immer noch verdutzt reichen auch wir der Rikschafahrerin unsere Kamera um ein "Beweisfoto" auch auf unserer Kamera zu haben. Nach 30 Minuten ist dann die skurrile Rikschafahrt zu Ende. Nun geht unser Rundgang zu Fuss los. Von der Fahrt noch immer amuesiert schlendern wir bei den Sehenswuerdigekeiten umher und gehen dann auch auf einen Huegel um den Ausblick ueber die Stadt (wir sehen bis zum Meer) zu geniessen. Dort oben besichtigen wir auch die Reste einer uralten Kirche. Auf dem Weg herunter treffen wir einen Strassenkehrer, der uns sofort anspricht: Er ist aus Bangladesh und wir unterhalten uns mit ihm - mit ein paar Brocken Englisch, Haenden und Fuessen. So erfahren wir, dass er geplant hat fuer cirka 10 Jahre hier zu arbeiten um dann genug verdient zu haben um in seine Heimat zurueck zu kehren und heiraten zu koennen. Es ist vermutlich nur zu kapieren, dass er hier mit Strassenkehren mehr verdient, wenn man bedenkt, dass Bangdesh eines der aermsten Laender der Welt ist.
Irgendwann mussen wir der unglaublichen Hitze Tribut zollen und wir kaempfen uns zureuck zum Hotel um uns mit Aircondition wieder einigermassen zu akklimatisieren.

Gegen Abend versuchen wir die weitere Reise zu planen. Kuala Lumpur, die Hauptstadt, und natuerlich ein Strandurlaub wollen noch geplant werden. Im Internet versuchen wir die notwendigen Informationen zu bekommen, weil wir mit unserem Reisefuehrer (erstmals Stefan Loose und nicht Lonley Planet) nicht ganz so zurecht kommen. Aber das ist eine andere Geschichte ... Bei unserern Recherchen erfahren wir, dass zur Zeit Ferien in Singapur und Malaysia sind und das bedeutet, weil die Malayen sind auch ein reiselusiges Volk, dass die Preise in die Hoehe klettern und die Verfuegbarkeit von Hotelbetten aufgebraucht ist. Das ist dann doch ein bissal ein Pech und nach langem hin und her wohin und wie und ueberhaupt erstrahlt ein Sternchen am Horizont. Denn per Zufall kommen wir in der Hotellobby mit einem Deutschen ins Gespraech der uns einige gute Tipps fuer einen netten Strandurlaub gibt. Voller Zuversicht gehen wir erstmals ins Bett und fixieren dann die letzten 10 Tage unseres Urlaubes.
Wohin es gehen wird - stay tuned, es wird NUR hier zu lesen sein ;)

Boot als Museum
Diese beeindruckende, nachgebaute Boot ist ein Museum ueber die Geschichte Malakkas

Christchurch Malakka
Diese Kirche im Zentrum (roter Platz) wurde von den Hollaendern erbaut

Malakka Kirche am Huegel
Diese Kirche auf einem Huegel hat eine bewegte Geschichte hinter sich, von den Portugiesen erbaut wurde sie von den Englaendern als Fort verwendet

Brunnen am roten Platz
Der Brunnen am roten Platz in Malakka

Kitsch Rikscha
Ein Hingucker - unsere Rikscha

Pfadfinder aus Indonesien
Wenn sie ein Photo mit uns machen wollen, machen wir natuerlich mit ihnen auch eins ;)

Malakka Wasserrad
In der Nachts ist Malakka stimmungsvoll beleuchtet

6.06.11

Tag 35 + 36: Kuala Lumpur

Am naechsten Tag geht es nach einem gemuetlichen Fruehstueck los zum Busbahnhof, wo wir in die Hauptstadt Kuala Lumpur (bedeutet "schlammige Flussmündung") weiterreisen. Nach 2h Stunden unaufgeregter Fahrt (diesesmal Schwitzen wir) erreichen wir das riesige Busterminal. Nachdem wir dort etwas herumirren finden wir den Bus in die Stadt und als wir alles Kleingeld zusammenkratzen koennen wir den Fahrpreis sogar bezahlen (einen 50-iger Schein, umgerechnet cirka 12 Euro, koennen sie nicht wechseln). Voellig eingepfercht steigen wir zu frueh aus und probieren unser Glueck gleich mal bei einem hochpreisig wirkenden Hotel. Wir merken sofort, die wollen uns Backpacker nicht und oh Verwunderung, das Hotel ist "voll" ... Netterweise weist uns ein Taxifahrer den Weg zu einem neu eroeffneten Hotel und ruft uns dort gleich noch an, ob was frei ist. In diesem Hotel passt Preis-Leistung wunderbar und so checken wir fuer zwei Naechte ein. Nach einer kurzen Erfrischung (vor allem Duschen und frische Kleidung) stuerzen wir uns in den Trubel und zwar Richtung der unzaehligen, riesigen Einkaufszentren mit dem Ziel als Pflicht mindestens einen Koffer fuer Elisabeth (ihr Rucksack war entgueltig aus dem Leim gegangen), die Kuer liessen wir uns noch offen.
Doch zuerst muessen wir uns um unser leibliches Wohl kuemmern und so suchen wir in einer der neuesten Shopping-Malls gleich mal den Foodcourt auf. Der haut uns so richtig um, eine riesige Auswahl zu einem tollen Preis und viele ungewoehnliche Essens- und Trinkensideen. Man kann hier vermutlich Tage mit abwechselnd Essen und Schauen zubringen und wir sollten fuer jede Mahlzeit hierher zurueck kehren und ausgezeichnet speisen, nur einmal wird mir mein Chicken mit Orangensauce viel zu suess sein.
Elisabeth entdeckt dann ein Geschaeft wo Zuckerl per Hand hergestellt werden und wir beobachten das Entstehen dieser kleinen Kunstwerke relativ lange. Elisabeth kostet sich durch und beschliesst dann ... aber halt, das soll ja eine Ueberraschung werden.

Handgemachte Zuckerl
kunstvolle Zuckerl handgemacht

Es ist hier uebrigens Samstag, also Einkaufssamstag. Was ich zu Hause tunlichst meide, tu ich mir hier stundenlang an. Der Trubel ist unglaublich und irgendwann schwoer ich mir ab jetzt wieder an jedem Samstag einen grossen Bogen um jedes Einkaufszentrum zu machen. Auch bei Elisabeth stellt sich die Shopping-Laune seltsamerweise nicht ein, wir finden uns irgendwie nicht zurecht und die Auswahl ueberzeugt uns nicht. Als Elisabeth doch einmal Sandalen ihres Geschmacks findet ist die maximale Groesse 35, tja da fehlen einfach ein paar Nummern, meine Frau lebt auf grossem Fuss :) Nach 4 Stunden geben wir auf, nicht einmal den Koffer haben wir gekauft, fuer meine Kamera hatten sie auch keine Objektive, wir haben den Eindruck es gibt hier nur Ramsch oder europaeische Marken zum identen Preis.
Zwischendurch haben wir uns uebrigens im Vienna Cafe gestaerkt. Wir stolpern sehr zufaellig in dieses traditionelle oesterreichische Kafeehaus (zumindestens was Einrichtung und Speisekarte betrifft). Hier gibt es von Schnitzel bis Apfelstrudel alles, allerdings sind auch die Preise wie zu Hause. Als wir eine Speise entdecken MUESSEN wir einkehren. Und so kommt es, dass wir zwei Oesterreicher in einem deutsch gefuehrten Cafe, von malaischen Kellnerinnen bedient, von einem chinesischen Koch zubereitete Salzburger Nockerl essen, die noch dazu sehr gelungen sind. Das mussten wir uns einfach goennen, noch dazu muss ich zu meiner Schande gestehen, dass das mein erstes Mal war ...

cafe Vienna in Kuala Lumpur
Ein Stueckchen Zuhause

Na gut, stuerzen wir uns eben in das Entertainment, welches hier in allen Shopping-Centers ausgiebig angeboten wird: Sehr belustigend sind vor allem lebensgrosse Angry Birds, die hier zur lautstarken Titelmelode herumrasen um fuer einen Weltrekordversuch zu werben. Skurill anmutend ist eine Achterbahn, die quer durch mehrere Stockwerke im Einkaufszentrum rast. Die Schreie sind dadurch beim Shoppen deutlich zu vernehmen und schaffen eine ganz eigene Atmosphaere. Wir amuesieren uns schluessendlich beim Bogenschiessen: Waehrend ich durchschnittlich schiesse erweist sich Elisabeth, nachdem sie den Dreh raus hat, als regelrechte Amazone. Bowlen duerfen wir leider nicht, weil wir keine Socken haben, ist uns dann so auch lieber (Barfuss in diese Schuhe ...).

Amazone beim Bogenschiessen
Meine Amazone :)

Mit einem Umweg ueber das most-scarying Internet Cafe ever (unscheinbarer Eingang, lange unbeleuchtete Gaenge mit vielen Biegungen -> am Ende finden wir dann doch noch PCs die uns Zugang ins world wide web verschaffen) kehren wir in unser Hotel zurueck.

Ausgeruht geht es dann am naechsten Tag zum Sightseeing. Nachdem laut Wikitravel Kuala Lumpur (ab jetzt kurz KL genannt) keine must-sees hat wollen wir vor allem die Nationalmoschee und natuerlich die Petronas-Towers besichtigen. KL hat ein chaotisches Nahverkehrssystem, es gibt nur private Anbieter, dafuer 8 verschiedene Linien, teilweise unterirdisch, teilweise in der 8ten Etage. Beim Umsteigen bedeutet das lange Fusswege und immer ein neues Ticket kaufen.
So erreichen wir relativ abenteuerlich (zwerigst & so) die Moschee und hier laesst uns (zum x-ten Mal) unser Reisefuehrer im Stich. Nachdem die angegebenen Oeffnungszeiten nicht stimmen, schliesst die Moschee direkt vor uns ihre Tore fuer Besucher und das bedeutet 1,5 Stunden warten ... Zu unserem Glueck ist die Moschee sehr grosszuegig angelegt, inmitten eines gruenen Parks und mit vielen Springbrunnen, ausserdem befinden sich etliche Sitzgelegenheiten rundherum. Als wir uns niederlassen legt auch schon der Muezzin los und wir kommen uns vor wie im Orient. Der Gesang (?) des islamischen Vorbeters ist hier noch fremdlaendischer und fuer unsere Ohren extravaganter und so muessen wir einige Male verschaemt Kichern, einmal sogar losprusten. Genau in diesem Moment kommt ein Mann mit Gebetskappe, eindeutig Moslem, auf uns zu. Verschaemt halten wir inne, er streckt die Hand aus und ueberreicht uns freundlich zwei Essenspakete, sowie etwas zu Trinken. Ebenso schnell ist er auch schon wieder im Inneren der Moschee verschwunden, ehe wir richtig schalten und uns dementsprechend bedanken koennen. So geniessen wir abenteuerlich anmutende Snacks und einen wunderbaren Tee und fuehlen uns geschmeichelt.
Dadurch gestaerkt gehen wir eine Runde um die Moschee (das ist ein Riesenkomplex), laut Stefan (ich bezeichne ihn jetzt so, Reisefuehrer waere eine glatte Uebertreibung) muesste hier in der Naehe ein Park sein. Nach langem Gesuche haben wir den Eingang in den Park noch immer nicht entdeckt und aufziehendes schlechtes Wetter vertreibt uns zurueck zur Moschee, wo wir Unterschlupf suchen bis die Gebete vorbei sind und wir eintreten duerfen.
Beim Eintritt wird Elisabeth noch als Muslime "verkleidet", alle Frauen duerfen die Moschee nur verschleiert betreten.


Frauen muessen sich so kleiden um die Maenner nicht abzulenken ...

Das Innere praesentiert sich uns als sehr weitlaeufiger, offener Bereich, wiederum mit vielen Springbrunnen. Die Ausmasse sind enorm, es finden hier bis zu 15.000 Glaeubige Platz um zu Beten.
Es gibt viele Freiwillige, die versuchen Touristen den Islam und seine Ideen naeher zu bringen und so lauschen wir relativ lange den interessanten Ausfuehrungen einer Frau Muslim.

Moschee
Innenraum der Moschee

Gebetsraum
Innerer Gebetsraum

Als Naechstes begeben wir uns zum KL Tower, einem vielseitig genutzten Fernsehturm, um von hier aus einen Blick ueber KL und vor allem auf die Petronas-Towers zu haben. Es ist mittlerweile dunkel als wir die Aussichtsplattform auf 276m Hoehe erreichen und so bietet sich ein toller 360 Grad Ausblick ueber die erleuchtete Stadt. Leider ist hier alles verglast, weswegen der Genuss Photos zu machen eindeutig etwas eingeschraenkt ist. Die Towers, als sie vor einigen Jahren gebaut wurden, die hoechsten der Welt, sind trotzdem sehr beeindruckend.
Nachdem wir eine Zeitlang den Ausblick unterstuetzt mit Fernglaesern genossen haben, wollen wir mit einem Taxi - wir sind mittlerweile sehr erschoepft - zu "unserem" Foodcourt. Doch jeder dieser Gauner weigert sich das Taximeter einzuschalten und verlangt einen utopischen Preis, dann eben doch per Oeffis und Pedales ... Am Weg schaffen wir es doch noch einen Koffer fuer Elisabeth zu erstehen, der ist zwar gar nicht so guenstig, sieht dafuer aber sehr hochwertig aus.

Petronas Towers
Die Petronas Towers

Beim Abendessen ueberlegen wir uns ein kurzes Resumee zu Kuala Lumpur:
Das vielzitierte "Mein Extra" fehlt dieser Metropole, oder wir konnten es in dieser kurzen Zeit nicht entdecken. Es ist hier weniger asiatisch und intensiv wie in Bangkok und nicht so auf Hochglanz poliert wie in Singapore. Ausserdem riechen die Abwaesser teilweise sehr unangenehm und beim Shoppen fanden wir uns auch ganz schlecht zurecht. Nachdem es wirklich keine Tophighlights gibt ist ein Besuch hier kein Muss, 1-2 Tage auf der Durchreise kann man allerdings ganz gut verbringen.

11.06.11

Reif fuer die Insel

Falls uns wer sucht, wir sind hier: Perhentian Islands

Blick Balkon
Blick von unserem Balkon


Sonnenaufgang ueber Perhentian Kecil
Sonne und Meer, Faszination pur

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