Tiger Airways ist eine fantastische Billigfluglinie - wir reisen mit ihr gleichzeitig nach Indien und auch in die Zukunft ... wie das funktioniert ... - aber alles der Reihe nach!
Nach einem problemlosen Flug mit einer Stunde Zeitverschiebung (jetzt sind es 6 Stunden zur Zeitrechnung in Salzburg) faellt uns gleich bei der Einreise auf, in Singapore ist alles strikt geregelt. So gibt es eine Kampagne die Singapore zur saubersten Stadt in Suedostasien macht, mit dem Mittel von drakonischen Strafen, die ueberall deutlich sichtbar ausgehaengt werden inklusive des Strafrahmens. z.B.: Abfaelle wegwerfen 600 Euro, gleich viel wie in der Oeffentlichkeit ausspucken. Es gibt sogar Strafen fuer die Toilettenspuelung nicht zu betaetigen oder auch beim Ueberqueren der Strasse den Zebrastreifen nicht zu benutzen. Ausserdem ist das Essen und Trinken in oeffentlichen Verkehrsmitteln verboten - wenn man staendig von Verbotsschildern umgeben ist fuehlt man sich eindeutig etwas gehemmt. Verstoerend wirkt auf uns irgendwie, dass auf dem Einreisedokument in rot abgedruckt ist, dass fuer Drogenbesitz die Todesstrafe verhaengt wird ...
Sonst faellt uns auf, dass die komplette Stadt wie auf Hochglanz poliert wirkt und topmodern ist.
Unser Hotel beziehen wir im Little India Bezirk der Stadt und wirklich, beim Aussteigen aus der U-Bahn kommen wir uns wie in Indien vor, nur viel sauberer, allerdings sind wir von lauter indisch wirkenden Menschen umgeben. Wir checken in einem Hotel ein und muessen beim Besichtigen der Zimmer wie befuerchtet feststellen, die Preise sind hier deutlich hoeher als bisher gewohnt in Suedostasien, sie kommen schon fast an eine europaeische Stadt heran. Nach harten Verhandlungen bekommen wir dann ein Zimmer in einem abgewohnten, aber sauberen Hotel, das wir vor allem wegen der super Lage (gleich neben der U-Bahn) waehlen.
Nach kurzem Frischmachen steht der Erforschung von Singapore nichts mehr im Weg und wir bewegen uns Richtung Marina Bay. Dieser Bereich umfasst die unglaublichste Skyline, die wir jemals gesehen haben rund um diese Bucht. Hier gibt es vor allem die neuesten drei Towers zu bewundern - Marina Bay Sands, die auf ihrem Dach durch einen riesigen Park verbunden sind. Wir sind verbluefft und fasziniert, was hier durch Menschenhand geschaffen wurde. Doch auch unser Magen meldet sich deutlich hoerbar und so kehren wir zum ersten Mal in dieser Stadt in einen Food-Court ein, wir sollten dieser Tradition bei den unterschiedlichsten Locations hier treu bleiben. Diese Auswahl zu diesem Preis ist einfach unschlagbar, Restaurants sind hier naemlich sonst sehr kostspielig. Das Einkaufszentrum ueber dem Foodcourt ist gigantisch und auch fuer Unterhaltung ist gesorgt, es gibt hier einen kleinen Fluss auf dem man mit Booten fahren kann, sowie auch einen Eislaufplatz - und das mitten im Einkauftrubel waehrend draussen bruetende Hitze herrscht - wir sind so nahe am Aequator wie noch nie zuvor!
Als wir gesaettigt wieder an die Oberflaeche zurueck kehren ist mittlerweile die Sonne untergegangen und so wirkt diese gigantische Skyline, eindrucksvoll beleuchtet, noch viel fantastischer. Wir koennen gar nicht genug davon bekommen diese Pracht zu photographieren und schlendern einfach gemuetlich herum. So "stolpern" wir ueber eine Auffuehrung, franzoesische Clowns imitieren die French Open mit Kegelartistik - wir amuesieren uns koestlich. Ein bisschen spaeter gibt es dann noch eine Show mit Lasern, Licht, Musik, Feuer und Wasser. Alle diese Attraktionen sind hier in die Umgebung integriert, es wird uns auch noch in den folgenden Tagen erstaunen was dieses Land fuer seine Einwohner in dieser Hinsicht tut.

Der erste Eindruck der Skyline beeindruckt uns schon

Blick auf Marina Bay Sands, man beachte den Park auf den Daechern der drei Wolkenkratzer

Die beleuchtet Skyline, wir haben die Mitte des Komplexes erreicht

Der Merlion, das Wahrzeichen von Singapore
Am naechsten Vormittag besuchen wir zuerst die Orchard Road, eine Strasse die vor allem beruehmt ist fuer ihre riesigen Einkaufszentren, die sich aneinander reihen und von denen jedes Einzelne den Europark winzig erscheinen laesst. Hier gibt es wirklich alles, von "normalen" Geschaeften, ueber einfach Staende bis zu riesigen Luxus-Malls, die sehr stylisch daherkommen und alle Designermarken (Gucci, ...) bieten. Das ist fuer unseren finanziellen Rahmen natuerlich nicht geeignet, aber ein bisschen herumschlendern macht eindeutig Spass. Trotzdem finden wir wieder einen guenstigen Foodcourt, bei dem wir uns vor der Fahrt in den Zoo staerken.
Bei Einstiegen in den Bus sind wir wiedermal verbluefft wir geregelt hier alles ablaeuft, es gibt eigene, fix installierte Warteschlangen fuer jede einzelne Linie und so gestaltet sich das Einsteigen schnell und geordnet. Auf der Fahrt in den Zoo kommen wir durch riesige, scheinbar unberuehrte Dschungel- und Wassergebiete, es wirkt so als wenn die Planung dieser Stadt auch Platz fuer die Natur gelassen haette - hier wirkt alles sehr durchdacht: dicht verbautes Stadtgebiet mit riesigen Wolkenkratzern, aber eben auch diese naturbelassenen Gebiete und Freizeitanlagen.
Der Zoo begeistert uns sehr, die Tiere wirken so als wenn sie in ihrer urspruenglichen Umgebung leben wuerden, weil hier eben alles Dschungel ist. Neben beeindruckenden Fuetterungen erleben wir vor allem einige tolle Shows, bei welchen uns neben den Tieren vor allem die sehr kompetenten, motivierten Angestellten positiv auffallen. Sie wirken alle so, als wenn sie richtig Spass bei ihrer Arbeit haetten. Diese Shows beinhalten neben dem Seeloewen Philipp vor allem vier asiatische Elefanten, die hier beim Arbeiten und Spielen gezeigt werden.
Sonst beeindrucken uns auf dem Gelaende die weissen Tiger (wusste gar nicht, dass es soetwas gibt), frei umherspringende Orang-Utans (einer pisst uns fast auf den Kopf) und Geparden, die ploetzlich beginnen loszusprinten. Zu guter Letzt wird das alles mit interessanten, kurzen Infos gewuerzt und so vergeht die Zeit bis der Park zusperrt viel zu schnell.

Wir konnten das Kind zu dem Schuh einfach nicht finden ... gut, dass der Alligator nur Pflanzenfresser ist ;)

Weisser Tiger, bei der Fuetterung verwandelt sich das Kaetzchen in ein Raubtier

Frei laufende Orang-Utans direkt neben uns im Baum sitzend

Die asiatischen Elefanten, auf die sie hier besonders stolz sind
Die Attraktion, wofuer der Zoo hier beruehmt ist, beginnt fuer uns erst jetzt - die Nightsafari. In Stimmung gebracht dafuer werden wir gleich mal mit einer heissen Feuer- und Akrobatikshow, hier ist ueberhaupt alles auf Safari und Dschungel getrimmt, vom Klo bis zu den Restaurants. Danach besuchen wir gleich die Show, welche Tiere bei Nacht zeigt. Als ihnen eine Riesenschlange "entkommt" kommen manche im Publikum noch mit dem Schreck davon, als sie ploetzlich unter den Sitzen in einer Box wieder auftaucht, Elisabeth ist sichtbar froh, dass wir nicht ganz vorne sitzen. Sonst ist die Show vor allem effektvoll in Szene gesetzt und auch die "Erziehung" darf nicht zu kurz kommen, suesse Waschbaeren praesentieren das Muehltrennen. Nach der Show machen wir eine Fahrt mit dem Zug quer durch den Park, der die Hauptattraktionen dezent beleuchtet, aber dadurch noch beeindruckender in Szene setzt. Zu guter letzt wandern wir noch zu Fuss herum, alles ist sehr stimmungsvoll, weil der Weg nur spaerlich beleuchtet ist und man die Graeusche der Natur und Tiere in der Nacht gut vernehmen kann. In Erinnerung geblieben sind uns hier vor allem die riesigen Fledermaeuse, denen man so Nahe kommt, dass man sie beruehren koennte sowie Leoparden, die umherstreifen. Begeistert, aber auch erschoepft sind wir um kurz vor Mitternacht im Hotel zurueck.

Die Show der Tribes
Wieder ist ein neuer Tag angebrochen und wieder goennen wir uns Unterhaltung vom Feinsten (davon gibt es hier reichlich). Wir fahren nach Sentosa, einer eigenen Insel, die nur zur Unterhaltung dient. Hier gibt es neben vielen Attraktionen auch etliche Hotels sowie natuerlich Strand und Meer zu geniessen. Wir sind vor allem auf eines aus - dem soeben offiziell eroeffnetem Highlight der Insel: Universal Studios Singapore. Stielgerecht faehrt man aus einem Einkaufszentrum per ueberirdischer Bahn dorthin und mit der Eintrittskarte betreten wir eine eigene Welt und duerfen uns fuer einen Tag wie staunende Kinder fuehlen. Hier wurden viele Umgebungen geschaffen wie New York, Hollywood, Sciene Fiction (Battlestar Galactica), Jurrasic Park, Aegypten, Far Far Away (Shrek). Madagascar - alles mit riesigen Kulissen inklusive verkleideter Darsteller und unterschiedlichen Shows. Zu allen diesen Themen gibt es dann noch Top-Highlights: Wir starten mit einer von Steven Spielberg erdachten Show, bei der ein Tornado ueber New York hinwegbraust und wir befinden uns mitten drinnen, inklusive Wind und Regen und als furioses Finale bricht sogar der Boden unter uns weg. Die Haupattraktion ist allerdings die riesige Achterbahn, basierend auf Battlestar Galactica bei der es zwei unterschiedliche Seiten gibt, Humans and Cylons. Wir begeben uns natuerlich auf die Seite der Menschen und brausen schon kurz darauf mit 82,8 km/h los um kurz darauf ueber eine "Klippe" zu duesen und im gefuhlten freien Fall uns Richtung Erde zu begeben bevor wir in die erste Kurve einschwenken. Der kleine Junge neben mir spricht auf Englisch aus, was ich mir denke - "I will die ...", der Arme wird in Traenen aufgeloest unten ankommen. Der Nervenkitzel ist immens, die Gravitation wird scheinbar ausser Kraft gesetzt und ich bin froh, dass ich meine Brille vorher abgelegt habe. Elisabeth ist so begeistert, dass sie kurz darauf gleich nochmal fahren will, ich habe erst mal genug - nach diesen Extremen benoetige ich eine Pause und sehe mir das Ganze lieber in Ruhe von unten an.
Nachdem kurz darauf ein Gewitter aufzieht und die Nervenkitzel-Attraktionen gesperrt werden gehen wir zuerst mal zu dem Koenigreich "Far Far Away", wo wir einen Film von Shrek und Co in 4D erleben - die vierte Dimension umfasst neben Bewegung des Sitzes, Luft (Spinnen attackieren uns von hinten) und viel Wasser (der Esel niest uns zB ein paar Mal an).
Nachdem danach fuer alle Achterbahnen wieder gruenes Licht herrscht stuerzen wir uns ins alte Aegypten mit "Die Mumie" in Form einer Indoor-Achterbahn, die durch viele ueberraschende Effekte eine spannende Fahrt, zum Teil auch im Dunklen, bietet. Auf dem Beweisphoto kann man deutlich erkennen, dass Elisabeth zur "Sicherheit" noch die Augen geschlossen haelt ;)
Mit den restlichen Attraktionen verbringen wir noch einen vergnueglichen Nachmittag bevor wir uns dann mit einer "Kinder"-Achterbahn "ausrasten" wollen. Als wir nach raschem Start oben angelangt erstmal fast bis zum Stillstand abbremsen, drueckt Elisabeth mit einem veraechtlichem Laut das aus, was ich mir denke - "Ist ja eine Kleinigkeit nachdem was wir heute schon an Nervenkitzel erleben durften". Im naechsten Augenblick schreien wir beide los, die Achterbahn duest pfeilschnell und mit beeindruckendem Winkel in die naechste Kurve - die Kleinen hinter uns sind hoerbar tapferer ...

Diese New Yorker Cops ...

Dieses Photo mussten wir einfach machen ...

Das Schiff vor Madagascar

Charlie Chaplin treffen wir auch - auf den Strassen Hollywoods
Doch irgendwann ist leider auch das Kindsein fuer uns wieder zu Ende und wir mischen uns wieder unter die Erwachsenen, was bedeutet, dass wir ins Kasino gehen um unser letztes Geld zu verspielen (natuerlich nur die Singapore-Dollar). Dafuer haben wir sogar taugliche Bekleidung mitgebracht und wir treten beide wie verwandelt dort ein und bestaunen die Dimension. Nachdem die Einsaetze sehr hoch sind haben wir bald alles verspielt und lauschen noch ein bisschen der Liveband bevor wir (wieder sehr spaet) ins Hotel zurueck kehren, wo wir unsere Weiterreise nach Malaysia vorbereiten.
Singapore wird uns als beeindruckende Stadt in Erinnerung bleiben, mir kommt es irgendwie wie domestiziertes Suedostasien vor - es besitzt teilweise noch diesen Flair, ist allerdings sehr westlich orientiert, genau durchgeplant und reguliert mit vielen tollen Attraktionen fuer Bescuher und Einwohner.