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Thailand/Laos Juli + August 2008 Archive

17.01.08

Thailand Planung in progress ...

Zuerst war da ein Traum - dieses Jahr wieder nach Thailand zu fliegen um dieses Lebensgefühl in diesem Land wieder zu erleben und neue Gebiete zu erforschen. Mittlerweile sind wir dabei den Traum zu verwirklichen, ein erster (großer) Schritte wurde dafür schon getan - wir haben den Flug gebucht.
Also ist es jetzt fix: Freitag, 11. Juli in der Nacht geht es von München auf nach Bangkok und heuer können wir Thailand ein ganzes Monat lang genießen :)

Flugdaten:
- Abflug München 11.07.2008 23:00 Uhr - Ankunft Bangkok, Thailand 12.07.2008 19:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr MEZ)
- Rückflug Bangkok 13.08.2008 03:15 Uhr - Ankunft München, Deutschland 13.08.2008 13:00 Uhr

13.07.08

Tag 0 + Tag 1 - Reise nach Bangkok

Endlich ist es los gegangen - wir schafften es auf den letzten Abdruck noch alles zu erledigen (Stichwort US Dollars für Laos) und den Zug nach München zu erwischen. Dort checkten wir trotz unmoralischem Angebot in den Flug nach Dubai ein.
Wir waren pünktlich in München, doch unser Flieger leider in Wien ... Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse starteten wir mit drei Stunden Verspätung und das große Zittern um den Anschlussflug nach Bangkok begann.
Emirates stellte uns bei der Landung in Dubai gleich eine Sondereskorte zur Verfügung, der nette Herr schleuste uns durch die Sicherheitskontrollen und begleitete uns im Mordstempo durch den riesen Terminal. Mit unserem "Glück" war unser Gate das letzte im Terminal, deshalb schafften es gerade noch, nach einem intensiven Sprint, zum Final Call einzusteigen.

Jetzt konnte uns die asiatische Welt voll und ganz in ihren Bann ziehen - Tobias stolperte beim Verlassen der Flugzeugtoilette fast über eine am Boden liegende, komplett verschleierte, Frau und kapierte erst nach einem kurzen Schock (Terroristen sind an Bord - wir werden alle sterben ;) ), dass die Dame am Beten war ...
Nach einem problemlosen Flug (trotz angekündigter Turbulenzen - Tobias trank vorsorglich gleich ein Bier und spielte Minesweeper, während Elisabeth beschlossen hatte alles zu verschlafen) hatte uns einige Stunden später Bangkok wieder und wir fühlten uns gleich wieder wohl - ein Taxifahrer wollte uns zuerst in die Khao San Road fahren und erklärte uns dann nach einem freundlichem aber eindeutigen "No Taxi, thank you" bereitwillig den Weg zum öffentlichen Bus. Dort halfen uns ein paar junge Thailänderinnen noch in den richtigen einzusteigen und schon waren wir unterwegs in Richtung Skytrain. Das wir beim fünften Mal vom oder zum Flughafen den fünften verschiedenen Weg wählten (oder besser gesagt beschrieben bekamen) erklärt sich in Thailand von selbst.

Bangkok
Der erste Blick auf Bangkok - das Victory Monument

Als wir im Guesthouse angekommen waren fanden wir noch ein sehr schlichtes "Restaurant" (Teil eines anderen Guesthouses), wo wir auch nach 23:00 Uhr noch zu einem Thai-Essen kamen. Und es war der perfekte Einstieg - die riesen Gaumenfreuden hatten uns wieder. Nur Tobias musste noch lernen (unter Schwitzen und Schmerzen), in Thailand sind die grünen länglichen Dinger keine Paprikas sondern Chillies ... Nach ein paar Singha's ging es ab ins Bett um den Jetlag zu kurieren.

Soeben ist es Mittag und nach unserem ersten "Reissuppen-Frühstück" werden wir Richtung Weekend Market aufbrechen!

Ein Hinweis in eigener Sache: Photos scheitern leider atm noch am Installieren des Kameratreibers am PC, da brauchen wir ein Internecafe ohne Sicherheitsbeschränkungen.

14.07.08

Tag 2 - "Shop till you drop"

Den ersten Morgen in Thailand haben wir so richtig ausgeschlafen. Es tat gut, den Körper einmal nicht mehr nur sitzend auszuspannen. Die erste originale Reissuppe im Wendy Guesthouse schmeckte hervorragend, sehr ähnlich dem Rezept von Elisabeths Reissuppe :-)
Gestärkt machten wir aus auf den Weg zum sog. Weekend Market, welcher im Reiseführer so beschrieben wird: "Das ist er, der große, von dem jeder schon mal gehört hat, der Gigant unter den Thai-Märkten, wo man alles kaufen kann, was man sich nur vorstellen kann". Voller Erwartung (mind. eine Hälfte von uns hatte die) stürzten wir uns ins Vergnügen und der Markt wurde allen seinen Ankündigungen gerecht. Von Kleidung, Möbel, lebenden Tieren (Welpen, kleine Katzen, Hasen, Eichhörnchen, etc.) bis zu handgefertigten Bambusprodukten, Schmuck, Tätowierungen, alles was man sich vorstellen kann gab es hier zu kaufen. Und Gigant ist fast noch zu wenig! Das kann man nicht einmal annähernd beschreiben, muss man einfach gesehen haben.

Hasen
Elisabeth kauft zwei Taschen!

Zu Mittag aßen wir auf dem Markt mitten unter den Einheimischen (2 x Essen + Getränk ca. 1 Euro) Reis mit Chicken und Pad Thai.

"Shop till you drop" unter diesem Motto hatte Tobias 4 Stunden und Elisabeth 5 Stunden auf dem Markt durchgehalten. ;-) Wie durch ein Wunder schafften wir es dann auch noch uns in dem Park in der Nähe (wohin Tobias geflüchtet war) wieder zu finden. Um Punkt 18:00 Uhr kam dann noch "unser Hymnenerlebnis" - sogar die Jogger blieben stehen.
@Max: passend zu deinem Kommentar, es gab auf dem Markt ein T-Shirt mit dem Aufdruck: "The world ist a book. Those who do not travel read only one page." - dem können wir uns ohne Einschränkung anschließen ...

Auch am Abend wollten wir authentisch zu Abend essen, am Essenstand an der Strasse. Ob es die Ratte, oder das vegetarische Reisgericht war, irgendwas hatte nicht so ganz gepasst. Jedenfalls wanderten wir dann, um unseren Hunger zu stillen ins MBK (= Einkaufszentrum) und speisten dort, zwar nicht mehr so billig, aber herzhaft gut. Vor allem die Nachspeise (Sticky Rice with Mango) war ein echtes Gedicht!

Nachdem uns Bangkok schon sehr vertraut war, brannten wir schon darauf neue Abenteuer zu erleben. Die folgende Reise in den Nordosten des Landes (Flug nach Udon Thani und Weiterreise nach Nong Khai) wird uns sicher einige Erlebnisse bescheren. :-)

Auf diesem Wege wünschen wir Mama noch alles Gute zum Geburtstag!

15.07.08

Tag 3 - Es ist Reisezeit und wir verlassen Bangkok

Nachdem wir die Nacht zuvor den Jetlag in vollem Ausmass (wir sind um 22.00 Uhr Ortszeit (in Österreich ist es fünf Stunden früher) ins Bett gegangen und ab 03:00 Uhr konnten wir nicht mehr schlafen) zu spüren bekommen hatten, schafften wir es erst um 10:00 Uhr aus dem Bett. Dadurch war bis auf kurzem Shoppen im MBK mit anschließendem Mittagessen nur mehr Packen und Aufbrechen Richtung Flughafen angesagt.
Natürlich wiedermal mit dem Bus und diesesmal wurde es richtig knapp ... Nach einer dreimaligen oberirdischen Umrundung des Victory Monument (ein riesen riesen Kreisverkehr, anscheinend einer der Haupt-Verkehrsknotenpunkte in Bangkok) auf der Suche nach der richtigen Bushaltestelle warteten wir über eine halbe Stunde auf den Bus. Genau in dem Moment als wir uns schon innerlich nach Alternativen (Taxi ...??) umgesehen hatten bog der Bus mit der magischen Nr. 551 in die Bushaltestelle. Der Fahrer legte ein Mordstempo vor (anscheinend gelten für öffentliche Busse weder Sperrlinien noch Geschwindigkeitsbegrenzungen) und so erreichten wir schnellen Schrittes gerade noch rechtzeitig unseren Flug (vielleicht sollten wir beim Rückflug nach München doch ein Taxi nehmen ... ;) ), der uns nach Udon Thani brachte.
Dort angekommen merkten wir, dass wir das thailändische "Easy-Going" Feeling heuer noch nicht verinnerlicht hatten, denn wir ließen uns vom allgemeinen Stress und der Hektik am Flughafen gefangen nehmen und in einen VIP-Bus nach Nong Khai verfrachten anstatt, wie sonst schon oft praktiziert, den Trubel in Ruhe abzuwarten um dann mit den Öffis weiterzufahren. Schon unter der Fahrt schwörten wir uns, das war das erste und zugleich letzte Mal ...

Nach einer Stunde Fahrt (natürlich völlig überteuert, dafür bequem) inklusive einem Abstecher zur Grenze nach Laos ("Nein, wir wollen ins Zentrum von Nong Khai") kommen wir an unserem Ziel an und suchen uns ein gemütliches Guesthouse (die Preise sind hier schon mal deutlich niedriger als in Bangkok).
Der Flair der kleinen Stadt direkt am Mekong erfreut gleich unsere Herzen und wir sind froh aus der Riesen-Metropole Bangkok (6 x so viele Einwohner wie Wien) aufs Land gekommen zu sein.

Mekong
Erster Blick auf den Mekong.

Das Abendessen wurde dann zu einem echten Erlebnis: Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal gerieten wir per Zufall an ein kleines Flussboot am Mekong. Einige Thais sassen dort und aßen schon genüsslich. Und noch bevor wir uns aktiv für das Lokal entscheiden konnten hatte uns der Kellner schon einen Tisch zugewiesen. Die Tatsache, Touristen in das Lokal bekommen zu haben schien die riesen Attraktion zu sein. Dementsprechend war die Aufregung: Der Kellner war extrem nett, sehr höflich (Bier nachleeren, immer wieder schauen ob alles passt, ...) und konnte kein Wort Englisch. Mit Müh und Not bestellten wir 2 Fische und Reis. Wir bekamen 2 über dem Feuer gegrillte Fische, dazu Saucen und ein Körbchen Krauter, welche man zum Fisch dazu essen sollte. Wir machten uns drauf und dran die Fische zu verschlingen, obwohl einer der beiden Fische etwas glasig schien... Plötzlich kam der freundliche Kellner, der uns immer aus dem Augenwinkel beobachtete um uns an Annehmlichkeiten nichts fehlen zu lassen, an den Tisch gestürmt und begutachtet den glasigen Fisch nochmals genau. Er nahm uns den Fisch wieder weg (wir hatten schon gegessen davon) und verschwand, nach kurzem Ueberlegen, mit dem Fisch wieder in die Kueche. Ca. 20 min. später kam er mit unserem Fisch wieder und stellte uns den Fisch mit einem breitem Grinsen und einem "nothing, hihi" auf den Tisch. In diesem Moment hatten wir beide schon beschlossen, vorsorglich vor dem Bett gehen einen Schwedenbitter zu trinken.
Trotz dieses Ereignisses fühlten wir uns in dem Lokal am Mekong sehr wohl.
Zu Gast waren auch eine Gruppe von Thais, welche Karaoke sangen, ein Geburtstag wurde gefeiert. Kurz vorm Gehen, kam ein Thai (wir vermuten der Mafia-Boss von Nong Khai) an unseren Tisch heran und fragte uns woher wir seien. Wir plauderten kurz mit dem freundlichen Mann, er erzählte uns dass wir "snake fish" gegessen hatten, "very popular in Thailand ....". Zu guter Letzt hatte uns der gute Mann noch eine große Flasche Singha-Bier spendiert.

Snakefish
Snakefish (der auf dem Teller ...)

Noch kurz ein Versuch das bezaubernde Ambiente des Lokals zu beschreiben: über dem Mekong ein Blick auf Laos, wo Wetterleuchten die dunkle Nacht erhellten; unter einem Strohdach sitzend, welcher den (für uns) ersten Monsunregen abhält; frischer Wind vom Mekong, der uns Abenteuer-Luft schnuppern lässt. Dieser Fluss wird uns die nächsten 2 -3 Wochen Begleiter sein.

16.07.08

Tag 4 - Wir nehmen die Ruhe in uns auf

Mit viel Ruhe starteten wir in den Tag. Diese Ruhe sollte uns auch den Rest des Tages begleiten: Relaxen, Flair genießen, Relaxen, Ruhe genießen, Chillen, Eindrücke wirken lassen, Bier genießen, Kniffeln (das liegt glaube ich in den Genen), Essen genießen, ...
Am Nachmittag hatten wir dann soviel Ruhe und Energie, dass wir gleich zu Fuß zu einem Wat aufbrachen. Zu Fuß natürlich wieder mal um die Stimmung hier besser mitzubekommen und weil ja ein TuTuk so teuer (fast EUR 1.-) ist.
Das Leben im Wat faszinierte uns sofort wieder, es sind auch viele kleine (= junge) Mönche dort unterwegs und als einer auf einem großen Turm zum Essen läutete mussten wir das natürlich sofort auf Bild festhalten.

Wat mit kleinem Mönch
Zeit zum Essen, es wird zusammen geläutet

Am Weg zurück wanderten wir am Mekong entlang (es hatte übrigens ständig um die 35 Grad, also sparen wir uns mit dem Urlaub das Fitnessstudio) und "stolperten" auch auf diesem Weg immer wieder über diverse religiöse Prachtbauten.

Wat
Eines der Wats, das einem so nebenbei unterkommt

Beim Warten auf die Flussfahrt am Mekong begegnete uns dann noch ein Holländer, der vor etlichen Jahren "ausgestiegen" war. Mit ihm unterhielten wir uns ziemlich lange und er erzählte uns, dass er nach Thailand geflohen war weil Holland "zu laut, zu viel Stress und zu teuer" sei. Hier könne er sich ein gutes Leben leisten und mittlerweile war er schon seit 5 Jahren nicht mehr zu Hause gewesen. Seit über einem Jahr lebt er hier in Nong Khai, weil es so schön ruhig sei und der Flair einfach angenehm ist. Vielleicht sollte man sich da ein Beispiel nehmen ...

Nach dem Gespräch mit ihm leisteten wir uns eine romantische Bootsfahrt am Mekong, inklusive eines Bieres mit Cashew-Nüssen und "Mixed Fruit Season". Übrigens: die Früchte hier sind himmlisch, jede Ananas so reif und süß, da könnte man fast süchtig danach werden und sich von nichts anderem mehr ernähren.
Doch zurück zur Bootsfahrt - die war ein echter Genuss, gemütliches Entlangschippern am Mekong zum Sonnenuntergang und erste Blicke nach Laos konnten wir auch erspähen. Dazu gemütliche Musik zum romantischen Träumen ...

Ein Fischer am Mekong
Ein Fischer am Mekong fängt die Stimmung ein

Nach der Ankunft im sicheren Hafen rundeten wir den Abend noch mit einem vietnamesischen Abendessen ab. Die lt. Reiseführer kleinste Speisekarte der Welt enthielt genau zwei Gerichte, Frühlingsrollen und Ripperl und beides schmeckte hervorragend. Zum Desinfiszieren aßen wir lieber beide noch einen Chilli zur Nachspeise und da alles schon so scharf war mussten wir dann natürlich ins Bett gehen ... ;)

@unsere lieben Perwang und Munderfinger: wir wünschen euch einen wunderschönen Urlaub in Finnland und sind schon auf eure Eindrücke gespannt (bitte Link zum Weblog hier posten ;) )

Tag 5 - Kultur auf Rennraedern

Am heutigen Tag schafften wir es frueher aus dem Bett und wir gingen in unserem Guesthouse fruehstuecken (dafuer wird es im Reisefuehrer ja recht gelobt). Wir assen ein Continental Breakfast und hoerten dabei gemuetliche "Guten-Morgen-Musik".
Gestaerkt stuerzten wir uns auf unsere geborgten "Rennraeder" im Thai-Style (also doch eher Workout wie Renn ...) und starteten zur Mittagszeit /-hitze los zum "Sculpture Park". Auf dem Weg dorthin wollten wir uns noch Wasser besorgen. Wir waren schon etwas ausserhalb und machten bei einem Chips-Zentrallager (wirkte aufgrund der Unmengen von Chips auf uns so) halt. Auf die Frage nach Wasser wurde alles etwas schwieriger. Mit Haenden und Fuessen versuchten wir uns zu verstaendigen. Tobi wurde schliesslich in das Nachbargeschaeft geleitet, wo er von den Thais eine Flasche Wasser aus dem quasi Privatkuehlschrank fuer 10 Baht bekam. Wir dachten uns "Good for you - good for me!" und fuer die Thailaenderinnen war es DAS Event des Tages, dass ein maennlicher Farang zu ihnen ins "Wohnzimmer" kam um eine Flasche Wasser zu kaufen :)

Bei den thailaendischen Strassenverhaeltnisse ist auf der 2-spurigen Fahrbahn (als Radfahrer faehrt man am Pannenstreifen) schon mal mit einspurigen Geisterfahren zu rechnen ... doch die blinken alle rechts zur Warnung, dann kann ja nichts passieren.
Der "Sculpture Park" selbst ist ein Park mit surrealen Statuen (zB ein ca. 20 m hoher Riesen-Naga), beeindruckend und mysthisch.

Riesen-Naga
Die beeindruckenste Statue

Der Erbauer dieses Parks und der Skulpturen verstarb 1994 und wird seither im 3. Stock des Gebaudes am Gelaende hinter Glaswand (mumifiziert) zur Besichtigung aufgebahrt, natuerlich mit dementsprechender Reliquien/Verehrung, schliesslich war er ein grosser Schamane. Dieser, offenbar sehr esoterische Mann, war nach eigenen Angaben als Kind in ein Loch gefallen und wurde dann von einem Mann belehrt. Diese Lehren hat er dann auch in seinen Skulpturenpark einfliessen lassen. Zu seinen Lebzeiten hat der Mann eine relativ grosse Anhaengerschaft mit seinen Ideen und vermutlich auch mit seiner Ausstrahlung begeistern koennen.

Sculpture Park
Impressionen beim Schlendern durch den Park

Am Rueckweg unseres Ausfluges machten wir noch Halt in einem Wald-Wat. Dort erlebten wir die Aufnahme einer jungen Frau ins Kloster. Die ganze Familie der Novizin war anwesend, hat gebetet und geopfert. Dann haben sie sich noch bei uns bedankt, dass wir ein bisschen dabei waren.
Ob sie der jungen Frau die schoenen langen Haare abgeschnitten haben, wissen wir nicht, wird aber wohl so gewesen sein, denn alle Moenche und Nonnen haben eine Glatze ...
Das Wat, in dem die Feier stattfand ist uebringens eine "Copy of Luang Prabang". Gut denken wir uns, denn unsere Reiseroute fuehrt uns eh nicht dort hin, und so haben wir trotzdem einen Eindruck von dieser schoenen, laotischen Stadt durch einen speziellen Tempel gewinnen koennen.

Das Abendessen an diesem Tag war eine besondere Gaumenfreude und ist sehr zu empfehlen! DEE DEE heisst das Lokal, gut zu erkennen mit tuerkisen Sesseln und Alu-Tischen direkt an der Prajak-Strasse. Serviert werden dort Chinesische und Thailaendische Gerichte - sehr lecker Essen zu einem guten Preis.
Fuer uns das beste Essen in Nong Khai und damit ein wuerdiger Abschluss!

Morgen fuehrt uns die Reise ueber die Freundschaftsbruecke nach Laos - Vientiane, ein komplett neues Land fuer uns, die Spannung steigt und ob wir Internet haben koennen wir nicht versprechen.

17.07.08

Tag 6 - Ankunft in Laos

Wir wachten durch unseren Wecker (zum allerersten Mal) auf und hoerten den Regen auf das Dach unseres Guesthouses klopfen. Dadurch hatten wir gleich einen guten Grund noch liegen zu bleiben, den wir natuerlich sofort nutzten ;)
Als wir dann endlich beim Fruehstueck sassen beobachteten wir die Thais und ihren Umgang mit dem Regen. Fuer unser Gefuehl war es stroemender Regen, der Thai nebenan beschloss allerdings nach pruefendem Blick seinen Schirm doch zu Hause zu lassen ...
Mit dem TukTuk brachen wir Richtung Grenze auf um aus Thailand auszureisen. Danach ging es mit ziemlichen Chaos vollgestopft in einem Bus die paar Kilometer ueber die Bruecke nach Laos, wo wir zuerst mal um unser Visum ansuchten (lustigerweise muessen die unterschiedlichen Laender nicht gleich viel dafuer zahlen). Waehrend wir auf das Visum warten mussten holten wir uns eine Menge Spielgeld (= Laotische Kip). Fuer nicht einmal 80 EUR bekamen wir ueber eine Million Kip ... der groesste Schein ist ein 50.000er (nicht einmal 4 EUR), aber den kann ausserhalb von Vientiane fast niemand wechseln.

Wir sind reich
Wir sind reich :)

Danach zahlten wir noch jeder 10 Baht fuers Einreisen und weiter ging es mit dem Jumbo nach Vientiane. (Man beachte: wir mussten fuer das Einreisen in Laos mit Thailaendischem Geld bezahlen!) Auf dem Gefaehrt sassen wir dicht gedraengt zwischen Einheimischen und drei jungen Lehrern aus den U.S.A., die hier fuer ein Jahr in Bangkok unterrichten und gerade ihr verlaengertes Wochende fuer einen Kurz-Trip nach Laos nutzten.
Hoerte sich zu stressig an fuer uns in ein paar Tagen quer durch Laos, aber jeder wie er will, der kulturelle Austausch war auf jeden Fall sehr interessant.

In Vientiane angekommen war mal wieder Workout mit Extra-Gewicht angesagt und so schafften wir es erst nach einigen Kilometern beim fuenften Guesthouse eine passende Unterkunft zu finden.
Vientiane ist eine sehr gemuetliche (dafuer ist Laos beruehmt - Zitat: "the true meaning of "Lao PDR" is Lao - Please Don't Rush") Hauptstadt mit knapp ueber 350.00 Einwohnern und einem kleinen Zentrum. Der franzoesische Einfluss hier ist unverkennbar und so haben wir das erste Mal hier in Asien Baguette und Baeckereien gesehen.
Auch fuer die internationale Kueche ist die Stadt bekannt und so genossen wir unser ersten Mittagessen hier bei einem Inder. Danach war wiedermal Chillen mit unserem taeglichen Ritual (Kniffeln mit Coke light) angesagt sowie der Planung unserer naechster Schritte hier in Laos.
Das Abendessen war dann leider der erste Reinfall hier in unserem Urlaub (nicht mal Durchschnitt) und an die Bettler die mit Kindern zu den Tischen in den Lokalen kommen muessen wir uns auch erst gewohnen, so etwas kennen wir von Thailand nicht.
Sonst sind wir aber schon sehr gespannt was uns in Laos noch erwartet, morgen ist vorerst mal lokales Sightseeing (by feet) angesagt.

18.07.08

Tag 7 - Zu Fuss durch Vientiane

Heute setzten wir uns eine Tagestour zur Besichtigung Vientianes auf das Programm. Nach einem guten, franzoesischen Baguette mit chicken, cheese und Krautern (der laotische Teil dazu) machten wir uns zu Fuss auf zum sog. Arc de Triumph von Vientiane (Patu Xay). Der Triumpfbogen wurde in den 1960igern gebaut, mit Zement welcher eigentlich fuer den Bau des Flughafens geplant gewesen waere. Daher wird er manchmal "vertikale Rollbahn" genannt.
Am Bogen selbst wurde von den Laoten mit einigem Augenzwinkern die Inschrift angebracht: "Bei naeherem Hinsehen sieht es sogar noch weniger beeindruckend aus - wie ein Monster aus Beton". Wir finden, dass der Bogen sehr gut aussieht, vor allem als Endpunkt der "Champs-Elysees" erinnert es tatsaechlich ein klein wenig an Paris. Der Triumpfbogen eignet sich jedenfalls hervorragend fuer eine wunderbare Aussicht ueber Vientiane! Von dort oben sieht man erst so richtig, wie klein und beschaulich diese Hauptstadt ist. Es gibt keine Hochhaeuser, auch keine grossen Reklameschilder. Viel Gruen zwischen den Haeusern laesst die Stadt mehr wie einen kleinen Vorort erscheinen. Ausserdem faellt auf, dass sich hier in Vientiane (noch?) keine grossen internationalen Ketten wie McDonalds, KFC, BurgerKing, etc. nierdergelassen haben. Das ist doch eine Besonderheit und daher ein grosses Plus dieser 350.000 Einwohnerstadt.

Blick von Oben
Warum wir eigentlich immer diese bloede Lied im Ohr haben, die spinnen die Franzosen ...

Auf unserem Weg durch die Stadt machten wir auch an einem Market halt, durchquerten die unzaehligen Gaesschen und bewunderten die kunstvoll gewebten, laotischen Stoffe welche hier auf dem Markt zu Hauf feil geboten wurden. Natuerlich kaufte Elisabeth auch gleich eine Kleinigkeit fuer zu Hause ein. :-) Sie schleppt das natuerlich alles selbst ...

Der Weg fuehrte uns weiter, direkt zu 2 buddhistische Wats. Wat Si Saket und Ho Pha Keo. Der erste Wat strahlte eine besondere Ruhe aus. Er wurde 1824 erbaut und ist gleichzeitig der aelteste erhaltene Wat in Vientiane. Alle anderen wurden durch Kriege zB: von den Thailaendern zerstoert. Das 2. Wat ist gleichzeitig ein Museum. Interessant zu sehen war ein "europaeischer Buddha", bei welchem die Fuesse so abgebildet waren, als wuerde er auf einem Sessel sitzen (sehr ungewoehnlich, normal haben die Buddhas eine meditativere Haltung).

Wat
Viel Wat, viel Flair - hier thronte mal der Jade-Buddha bevor die Thailaender ihn nach Bangkok mitnahmen

Zum Mittagessen fanden wir ein gutes Lokal direkt am Mekong und beschlossen anschliessend unsere Tour fuer heute zu beenden und Siesta zu machen. :)
Am Abend ging der (fuer uns erste) richtige Monsunregen nieder, dh. ein Platzregen ergoss sich ueber Vientiane. Wir sassen eine Weile da, schauten dem Regen zu und nachdem das Groebste vorbei war gingen wir wieder in das hervorragende indische Lokal in der Naehe unseres Guesthouses. Wir beschliessen, das ist das allerbeste indische Essen, welches wir je in unserem Leben gegessen haben!

19.07.08

Tag 8 - Wir verabschieden uns von Vientiane

Die Gemuetlichkeit und Ruhe der Stadt war entgueltig bei uns angekommen - wir verbrachten einen richtig faulen Tag: In der Frueh blieben wir ewig lange im Bett liegen um dann mal gemuetlich fruehstuecken zu gehen. Schliesslich fuhren wir sogar mit dem TukTuk zum Pha That Luang anstatt zu Fuss zu gehen.
Wie vor jeder TukTuk Fahrt das uebliche Prozedere - man muss einfach verhandeln, und das laeuft immer gleich ab:
1) der Fahrer verlangt extrem viel
2) man bietet wenig viel
3) nach intensiver Diskussion inklusive der Drohnung weiterzugehen (= too expensive sagen und ein paar Schritte machen) einiget man sich auf viel
4) der Fahrer grinst und bietet einem an fuers Doppelte dort zu warten und einem wieder zurueck zu fahren
5) man bietet noch ein bisschen weniger fuer Beides und der Deal ist perfekt
Ergebnis des Ganzen: Good for you (= Preis gedrueckt und erfolgreich verhandelt) und Good for me (= Geschaeft des Tages).

Also nach diesem Prozedere waren wir bei dem laotischen Nationalheiligtum angekommen und bewunderten die grosse Reliquie, die schon etliche Male zerstoert und wieder aufgebaut wurde und viele buddhistische Weisheiten darstellt.

Pha That Luang
Der erste Blick aufs Pha That Luang


Pha That Luang
Einer der verzierten Aufgaenge


Pha That Luang
Der laessige, europaeische Buddha


Pha That Luang
Geschichtsstunde

Elisabeth war von dem Flair so begeistert, dass sie gleich noch einen handgemachten Seidenschal kaufte und die ganze Rueckfahrt davon schwaermte und ueberlegte wo er denn unsere Wohnung schmuecken wuerde. Beeindruckt von dem eben gesehenen schlenderten wir noch ein bisschen durch die Strassen, nahe am Mekong, wo wir ein paar Wats besichtigten und die Essensstaende am Fluss unter die Lupe nahmen. Diese Essensmeile besteht als lauter kleinen "Kuechen", wo die noch lebendigen, Fische in Bottichen herumschwimmen und kleinen Pavillions am Fluss, wo man am Boden sitzend das Essen zu sich nimmt. Unsere Entscheidung fiel trotzdem auf den Nachbarn, die koennen zwar kein Wort Englisch, das Essen ist aber gut und billig.

Mittlerweile hat auch Tobias seine Hoeflichkeit, die ihm einen Tag Durchfall gekostet hat, abgelegt - in Laos ist es anscheinend ueblich zu jedem Essen Wasser gratis dazu zu bekommen, nur sollte man es als Europaer nicht trinken, auch wenn man sich unhoeflich vorkommt dieses Geschenk stehen zu lassen ...

Morgen soll es weiter mit dem oeffentlichen Bus in den Sueden gehen, vorausgesetzt unsere Waesche wird noch rechtzeitig fertig (versprochen heute afternoon, aber um 16:00 Uhr nix fertig) und wir finden unsere Sachen wieder, die haben da ein eigenes System und scheinen auf Raetsel zu stehen ... kA wie es im Sueden dann mit Internet aussieht, aber wir werden sonst die Berichte nachliefern, also stay stuned :)

btw: Kniffelzwischenstand 5:1 fuer Tobias

23.07.08

Tag 9-11 - Das laendliche Laos

An diesem Tag waren wir erstmals richtig zeitig aufgestanden, die Reise in das unbereuhrte Hinterland von Laos stand auf dem Plan. Gestaerkt mit einer Nudelsuppe und mit viel Geld vom Bankomaten (jeder von uns hob 700.000 Kip = ca. 60 EUR = max. Ausgabebetrag vom Bankomat ab) ging die Reise via Tuk Tuk zum Busbahnhof.
Dort erkundigten wir uns am Schalter um den Weg in das Dorf Ban Khoun Kham (Ban Na Him) zu erfahren. Dies sollte der Ausgangspunkt fuer unsere Tour zur 7 km langen Hoehle Tham Khong Lo werden. Laut Auskunft gibt es keine direkte Busverbindung von Vientiane in diesen Ort; wir muessten in Vieng Kham den Bus wechseln.
Ein kurzer Blick in den Lonley Planet - er verriet uns ueber diesen Ort nichts, bis auf dessen Existenz. Wir stiegen in den Bus ein, welcher um 9.30 abfahren sollte. Die Fahrt mit dem Bus ging puenktlich los und wir machten nach ca. 500 m das erste Mal Halt. Unzaehlige Verkauferinnen boten ueber die Busfenster Verpflegung fuer die Reisenden an. Zu kaufen gab es gebratene Froesche, Reis, Fruechte, Getraenke, Kaugummi, etc. - wir kaufen mal nichts, obwohl das ja sehr praktisch ist, fuer eine Busfahrt von geplanten 4-5 h.
Wir sassen in der letzten Bank im Bus, das hatte den grossen Vorteil, dass wir einigermassen gut Platz fuer unsere Fuesse hatten, dafuer hatte uns der Motor aber recht gut eingeheitzt (Stichwort: heisser Popo...). Waehrend der Busfahrt blieb der Bus viele Male zusaetzlich stehen, normalerweise um "Boardservice" in den Bus einsteigen zu lassen, dh Frauen kamen wieder mit ihren Koestlichkeiten in den Bus, fuhren einige Kilometer mit, verkauften im Bus das Essen und stiegen dann wieder aus.
Nach ca. 2,5 h gab es einen weiteren Halt: Wir blieben ploetzlich stehen, weit und breit keine Haeuser oder Verkauferinnen in Sicht, der Fahrer sprang raus und pinkelte neben die Strasse. Auch viele andere Passagiere nutzten die Pinkelpause und machten es dem Fahrer nach (sogenanntes Panorama-Pinkeln).
Nach ca. 4,5 h machte uns der Bus-Beifahrer verstaendlich, dass wir jetzt aussteigen sollten. Wir beide waren die einzigen die ausstiegen. Nachdem wir aus dem Bus geklettert waren sahen wir uns kurz um. Wir befanden uns definitiv nicht an einem Busbahnhof (oder aehnlichem), sondern wir standen Irgendwo im Nirgendwo.

In diesem Moment waren wir ziemlich hilflos, wir wussten nicht wirklich wo wir waren, wir wussten nicht wohin wir gehen/fahren sollten bzw. wann oder wo ein Bus kommen sollte, der uns an unser Reiseziel bringen sollte. Fragen an den Busfahrer waren sinnlos, da dieser kein Wort Englisch sprach, so wie quasi alle Menschen in dieser Gegend. Danach war der Bus abgefahren und wir standen auf der Strasse in der Hoffnung, dass schon irgendwas passieren wuerde ...
Mit unserem Gepaeck marschierten wir los, kurz darauf kam ein Mann auf uns zu und machte uns deutlich, dass wir jetzt mit ihm mitfahren sollten. Wir kramten noch kurz im Lonley Planet, doch schon waren unsere Rucksaecke auf dem Dach des Jumbos und wir fuellten die 2 allerletzten Plaetze im Gefaehrt. Wir beide rekonstruierten waehrend der Fahrt, dass uns der "Anschlussbus" aufgegabelt hatte, welcher uns in unser Ziel Ban Khoun Kham (= Ban Na Him) brachte. Die malerischen Fahrt fuehrt uns im voellig ueberfuellten Jumbo, auf einer gefaehrlichen Strasse, durch die Berge.

Das landliche Laos
Impressionen von der Fahrt aufs Land

Eine Frau im Jumbo hatte sich waehrend der Fahrt mehrmals uebergeben (praktisch an Jumbos, was ja eigentlich nichts anderes ist wie ein Pick-Up mit selbstgebautem Dacherl, man kann sich vom hintersten Sitzplatz aus problemlos auf die Strasse uebergeben, ohne anhalten zu muessen). Auch bei dieser Fahrt stiegen Menschen zu (sie standen hinten am Jumbo, weil ja schon alle Plaetze besetzt waren). Ein aelterer Mann stieg zu, beim Aussteigen blieb der Jumbo nicht ganz stehen. Ungeschickt sprang der Mann vom Jumbo, liess aber die Haende nicht los - so wurde der Mann vor unseren Augen einige Meter mitgeschleift, bis er endlich loslies. Eine schreckliche Situation dies Ansehen zu muessen. Nach einem Schrei von Elisabeth, einem kurzen Schock aller Beteiligten, machten die Einheimischen Witze ueber den Mann und begannen laut zu lachen.

Nach mehr als 1,5 h Fahrt mit sich ueberschlagenden Eindruecken, hiess es neuerdings "aussteigen".

Wieder waren es nur wir zwei die ausstiegen und wieder waren wir Irgendwo im Nirgendwo. Unser Lonley Planet verriet uns, dass wir in der Naehe eines Guesthouses sein mussten. Wir gingen zu den einfachen Holzhaeusern am Strassenrand. Eine Frau deutete uns an, dass wir zum Nachbarhaus gehen sollten. Dort fragten wir nach einem Zimmer. Leider war alles ausgebucht und wir machten uns mit der Auskunft "800 m - Market - Guesthouse" mit dem Gepaeck zu Fuss auf den Weg. Es wirkte nicht so, als ob hier irgendwo ein Markt oder Zentrum sein koennte. Einziger Wegweiser war die Strasse auf der wir angekommen waren und auf dieser wanderten wir mal wieder auf gut Glueck los. Bald stellten wir fest, dass die 800 Meter geschaetzte 2,5 km waren und wir mit unseren schweren Rucksaecken ziemlich ins Schwitzen kamen... Am Markt bzw. im Ort (siehe Foto) angekommen suchten wir die im Lonley Planet beschriebenen Guesthouses.

Das laendliche Laos
Die Hauptstrasse von Ban Na Him

Viele gab es hier in dem kleinen Bergdorf ja nicht. Wir fanden kein geeignetes Guesthouse, da das eine geschlossen schien und das andere nicht zu finden war. Abgekaempft standen wir da und beratschlagten kurz, welche Moeglichkeiten wir noch haetten. Wir entschieden, den Weg wieder zurueck zu gehen und bei der "Touristeninformation" nachzufragen. Touristeninformation kann man sich so vorstellen: kleines selbstgebasteltes Schild mit der Aufschrift: "Tourist Information".
Wir schleppten uns zu dem kleinen Holzhaeuschen (mittlerweile waren wir mit vollem Gepaeck und leerem Bauch einige Stunden unterwegs).
Die Touristeninfo entpuppte sich als voller Erfolg! Wir trafen dort erstmals wieder andere Traveller :-) welche gerade eine Tour zu der Hoehle Tham Khong Lo buchten. Erschoepft nahmen wir an den Verhandlungen teil (allerdings so passiv, dass wir nur zu hoerten) und buchten gemeinsam mit den anderen (2 Australier, 2 Italiener, 1 Kanadier) eine 2-Tages-Tour zu einem sehr guten Preis. Die Details fuer die Tour wussten wir zu diesem Zeitpunkt nur ungefaehr: Wanderung zum Waterfall, Besichtigung der Hoehle und "Homestay" (Uebernachtung bei Einheimischen in einem kleinen Dorf).
Der geschaeftstuechtige Mann aus dem Touristenbuero hatte uns auch noch gleich eine Unterkunft besorgt, welche absoluten Komfort (Aircondition, etc.) zu einem super Preis bot.
Wir haetten es nie fuer moeglich gehalten in so einem Kaff so gut zu schlafen. :-) Vor dem Schlafengehen haben wir uns ausgehungert auf dem Weg nach ESSEN gemacht. Das naechste, geoeffnete Restaurant war das Guesthouse, welches kein Zimmer mehr fuer uns hatte. Dort speisten wir hervorragend, fuer den Rueckweg, gute 3 km in der Nacht zu Fuss, hatte uns der Australier (den wir dort angetroffen und der mit seiner Freundin uns bei einem Bier Lao Gesellschaft leistete) seine Taschenlampe geliehen. Gott sei Dank, denn die Strecke bei absouter Dunkelheit zurueckzulegen, waere eine kleiner Wahnsinn gewesen ... (rundherum Dschungel und sehr viele Rinder-Exkremente auf der Strasse).

Am naechsten Tag ging es sehr frueh los. Wir starteten unsere Wanderung zum Waterfall. Im Konkreten bedeutete das 2 h Wanderung durch den Dschungel unter bruetender Hitze und durch ueberflutete Wege, inmitten von unberuehrter Landschaft. Unser Guide legte ein ordentliches Tempo vor und nachdem unsere Turnschuhe komplett durchnaesst waren legten wir saemtliche Hemmungen ab und eilten hinterher. Der Weg erwies sich als sehr "slippery", da alles (die Steine, die Aeste und unsere Schuhe) nass und rutschig war. Nach dem ersten Teilweg liessen wir unsere Rucksaecke zurueck und kletterten zum grossen Wasserfall. Die Strapazen lohnten sich wirklich, eine wunderbare Landschaft und ein Bad im Wasserfall waren die Belohnung fuer unsere Muehen (erst im Nachhinein wurde uns klar wie gefaehrlich diese Kletterei eigentlich war ...).

Das laendliche Laos
Diese Wasserfaelle waren die Anstrengung wert

Wunderbar erfrischt wanderten wir den Weg wieder zurueck um nach einer kurzen Mittagspause Richtung Tam Khong Lo (den faszinierenden Hoehlen) aufbrachen. Es ging mit dem Jumbo durch die interessante Landschaft (inklusive Klettertour ueber eine noch nich vollendete Bruecke) bis zu einem Dorf wo wir auf Booten (besser gesagt Nusschalen fuer max. fuenf Personen) zum Cave aufbrachen.
Die Fahrt war landschaftlich schon sehr beeindruckend, aber als wir die Hoehle erreichten stockte uns erstmal der Atem:

Das laendliche Laos
Der Blick auf die Hoehle

Durch ging es dann in einem Moerdertempo, vorstellen muss man sich das so: Lauter Laerm der Motoren, zuerst verschluckt einem die Finsternis bis man sich an das Dunkel gewoehnt hat, zuckende Reflexionen der Stirnlampen unserer Guides und man wird foermlich vom Erdboden verschluckt (die Hoehle ist unglaubliche 7km lang). Gewuerzt wurde das Ganze durch eine kleine Wanderung zu beeindruckenden Stalag(m und t)iten. Insgesamt waren wir fast zwei Stunden unterwegs, aber jede Minute davon war ein echtes Erlebnis.

Nach der Fahrt kehrten wir puenktlich zum Sonneruntergang ins Dorf zurueck wo sich die Einheimischen gerade am Fluss wuschen (inklusive Zaehne putzen). Wir wurden bei unserer Familie untergebracht in einem typischen Haus fuer dieses Dorf, gebaut auf Pfaehlen und direkt am Mekong. Dort wurde uns ein herrliches Abendessen serviert - in Laos funktioniert das auf folgende Art und Weise:
Es gibt eine Schuessel wo sich jeder vor dem Essen die Haende waescht. Dann nimmt man auf dem Boden Platz, in der Mitte die Gerichte, und beginnt mit den Haenden aus dem Reis Kuegelchen zu Formen, die man dann ins Essen eintaucht um das schmackhafte Essen zu verspeisen. Nach dem Essen steht man auf, verneigt sich und bedankt sich, bevor man den Tisch verlaesst um damit zu symbolisieren, dass man fertig sei.
Bei uns gab es Schwammerl und Fisch, beides sehr delikat, wobei wir uns beim Fisch erst nach mehrmaliger Aufforderung drueber trauten den kompletten Fisch mit Schwanz und Kopf zu verspeisen ... Dazu wurden uns abenteuerliche "Gemuese-Sorten" gereiht, die nach einem Zoegern sehr gut schmeckten.

Nach dem Essen wurde unser gemuetliches Bett (am Boden mitten im Wohnzimmer) vorbereitet bevor wir uns mit den Bewohnern "unterhielten" (sie konnten kein Wort Englisch und wir kein Laotisch). Unsere Kuegelschreiber waren der Renner, die den Lichtkegel aenderbare Taschenlampe eine Sensation, die Digitalkamera fast unheimlich, aber als wir dann unseren Wuerfelbecher und die Wuerfeln hervorholten war das Event perfekt.
Wir wuerfelten einige Stunden mit den Bewohnern und amuesierten uns koestlich (sie noch mehr). Dabei lernten wir auch die laotischen Zahlen von eins bis dreissig. Gewonnen hatte gottseidank die Gastgeberin und als Tobi die Einzelsummen alle zusammenrechnete schauten alle verbluefft (wie im Zirkus ;) ).
Am naechsten Tag (in der Nacht schliefen wir erstaunlich gut) gingen wir zur Katzenwaesche in den stroemenden Regen, bevor die BACI-Zeremonie mit den anderen Farangs (= westliche Touristen) stattfand. Bei diesem Ritual wurden wir symbolisch verheiratet und es wurden uns Baender um die Arme gebunden, mit denen uns eine sichere Reise, Gesundheit ... gewuenscht wurde.

Das laendliche Laos
Hochzeitsphoto

Danach hiess es leider wieder Abschied nehmen und zueruck zu kehren in die Zivilisation.

In Ban Na Him angekommen brachen wir gleich weiter in den Sueden auf, um gemeinsam mit den zwei Italienern nach drei Stunden Thakek zu erreichen. Dann war wieder Workout angesagt: Da sich der Italiener mit den TukTuk Fahrern wegen 5000 Kip (nicht mal 50 Cent) nicht einigen konnte wanderten wir die 4km unter bruetender Hitze zu Fuss Richtung Busbahnhof, den wir natuerlich NICHT fanden. Halb verzweifelt machten wir Rast um uns mit einem Beer Lao zu staerken, nur um kurz darauf einen Bus daherfahren zu sehen, der uns aufschnappte und nach Savannakhet mitnahm. Da waren wir wirklich lucky lucky und vergnuegt doch noch weiter reisen zu koennen. Der Bus war diesesmal kein Markt, sonder ein Kino - der Beifahrer legte eine DVD, die bald mit Hilfe von mehreren Lautsprechern mit ohrenbetaeubender Lautstaerke uns unseren Schlaf beraubte ...
In der Stadt angekommen (nach weiteren 2,5 Stunden) fuhren wir mit einem freundlichen Moench am TukTuk (er hatte uns eingeladen mitzufahren) zu unserem Guesthouse.

Und hier sind wir nun, seit etwas mehr als einem Tag in Savannakhet um unsere Akkus wieder aufzuladen, bevor es dann morgen Richtung Pakxe in einer sechsstuendigen Fahrt weitergehen soll.

Viel Spass beim Lesen dieses "Monstereintrages" :) - er kann aber nur einen Ausschnitt der Erlebnisse bieten, die Eindruecke waren ueberwaeltigend.

26.07.08

Tag 12 + 13 - Akkus aufladen in Savannakhet

Wir erholten uns in Savannakhet von der anstrengenden und aufregenden Tour in Zentral-Laos. Das bedeutete vor allem mal wieder so richtig in einem echten Bett ausschlafen, Spazieren gehen, Kniffeln, Essen gehen, Bier trinken. Nebenbei schreiben wir noch einen wirklich langen Weblog-Eintrag ueber unsere Erlebnisse zuvor (@Max: wage es ja nicht Kritik zu ueben, es gibt Leute die lesen gerne viel ;) ).Komfortabel liessen wir noch unsere nassen Sachen waschen und erlebten typisches Monsunwetter (= es goss immer wieder wie aus Kuebeln fuer eine halbe Stunde).
Das eindeutig aufregendste war unser Haustier Silvio; diese Riesenkarkalake (wir hatten beide noch nie eine so imposante gesehen) suchte uns im Bad auf. Zuerst versuchte Tobias noch gutmuetig sie beim Abfluss wieder rauszuspuelen, da sie sich allerdings als sehr dickkoepfig erwies und wieder zurueck kehrte, nein sogar probierte Richtung Schlafzimmer zu eilen wurde sie von Tobias in einer Partie Tennis in den Wasserbottich geschossen. Dort verbrachte sie dann eine zweitaegige Gefangenschaft mit intensiven Schwimmuebungen ... leider ist sie kurz vor ihrer Freilassung dann verstorben :(

27.07.08

Tag 14 - The Trip

Wir schafften es zum ersten Mal seit Reiseanfang wirklich frueh aufzustehen und dank eines Hinweises unseres Guesthouse-Besitzers mussten wir nicht zum Busbahnhof fahren, sondern nur ein paar Schritte gehen wo uns der Bus dann mitnahm. Fuer unsere weiteste Reise in Laos erwischten wir leider den schlechtesten Bus (sehr eng, schlecht bis gar nicht gefedert, Kopf nicht anlehnbar) und fuer den ersten Teil (40km) der 220km langen Strecke brauchten wir unglaubliche zwei Stunden. Zu diesem Zeitpunkt war uns schon klar - das wuerde noch hart werden ...


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Der fahrende Marktplatz

Der Bus wurde immer voller und voller je weiter wir nach Sueden kamen, viele der Laoten sassen schon zu dritt in den (fuer uns viel zu engen) Reihen. Ploetzlich blieb der Bus wiedermal irgendwo stehen und der Fahrer sprang raus. Wir konnten ihn in intensiven Verhandlungen mit einer Frau beobachten, worauf diese einen Korb oeffnete und mehrere LEBENDIGE Schlangen herausnahm. So kaufte unser Fahrer ueber zehn dieser Schlangen und liess sie sich in ein Plastiksackerl geben (keine Angst, natuerlich nicht ungesichtert, ein Knoten kam schon rein ...) das dann mit uns auf Reisen ging.

Wir brauchten mehr als 6h fuer die Strecke nach Pakxe ... und dementsprechen erschoepft waren wir auch. Doch es hiess jetzt noch durchbeissen - ein TukTuk fanden wir sehr schnell um zum richtigen Busbahnhof (es gibt fuenf in Pakxe) Richtung Champasak zu gelangen. Wir fuhren wiedermal voellig ueberfuellt als ploetzlich ein Pfiff ertoente und die Polizei uns aufhielt. Uns war sofort klar - oje, das wird jetzt teuer fuer unseren Fahrer, aber denkste. Die Polizisten kontrollierten nur die Papiere und schickten uns dann mit einem Laecheln weiter ...
So charterten wir am richtigen Busbahnhof ein Jumbo nach Champasak. Um die Abfahrtszeit gab es Diskussionen, als Tobias nachfragt meinte der Beifahrer und Assistent 13:00 Uhr. Als im Tobias deutete es sei bereits halb zwei vorbei glaubte ihm der Laote kein Wort und tippte in sein Handy wieder die gleiche Zeit fuer die Abfahrt. Noch ein weiterer Versuch, auch mit der Zeit auf seinem Handy (da war es auch nach halb zwei) scheiterte und so warteten wir eben laechelnd bis 14:00 Uhr bis das voellig ueberfullte (immer wenn wir denken jetzt geht auf keinen Fall mehr was, weder Personen, noch Gueter wird noch nachgelegt) Jumbo losfuhr. Diesesmal hatten wir nicht einmal Platz unsere Fuesse auf den Boden zu stellen, so voll war das Gefaehrt.

Nach mehr als zwei Stunden Fahrt fuer 30km konnten wir uns entgueltig nicht mehr ruehren (Schmerzen in den Fuessen, im Kreuz, alles tat weh => wir waren seit mehr als 9h unterwegs), doch endlich konnten wir kurz aussteigen. Unser Gefaehrt fuhr auf die Faehre um den Mekong zu ueberqueren. Trotz unsere Erschoepfung hatten wir noch ein bisschen Energie um die wunderschoene Ueberfahrt zu geniessen.

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Mit der Faehre Richtung Champasak

Der erste Eindruck von Champasak war: wunderschoen, ruhig und nahezu keine Touristen. Wir erwischten ein Top-Guesthouse mit Blick auf den Mekong und waren zugleich froh und erschoepft den (vermutlich) anstrengendsten Teil unserer Reise geschafft zu haben.
Voeller Ueberraschung stellten wir fest, dass uns diesesmal der beruehmte Ankunftsschock (wir fuehlen uns im Guesthouse nicht wohl, alles ist schmutzig und ...) nicht ereilte, wenn das kein gutes Omen war!

Tag 15 - Easy going in Champasak

Aus unserem Plan an diesem Tag das Wat Phou zu besuchen wurde leider nichts, Elisabeth hatte das Abendessen vom Vorabend nicht so gut vertragen und deshalb beschlossen wir einen Ruhetag in der Naehe des Klos einzulegen.
Wegen diese Planaenderung hatten wir Zeit Champasak so richtig zu geniessen: Es ist soooooo ruhig und verschlafen hier, ein paar Beispiele gefaellig:
- Die Rezeptionistin schlief bei unserer Ankunft, wir mussten sie aufwecken um ein Zimmer zu bekommen
- Der Kellner im Lokal schlief in einer Haengematte, so bestellten und holten wir uns unser Essen eben selbst
- Die Pharmacie (= Apotheke) hier ist ein Schrank mit Medikamenten mitten im Wohnzimmer (da haben wir ja mehr Reiseapotheke bei uns ;-)
- Das Internetcafe von Champasak besteht aus drei Mini-Macs, die Internetverbindung geschieht per 33k-Modem (geteilt fuer alle drei ...)
- Die Touristeninformation = geschlossen
- Today have: No honey, und das noch die weiteren Tage, also wurde es nichts aus unserem LaoLao Cocktail

Wat in Champasak
Der Blick auf ein Wat beim Herumschlendern
Apotheke Champasak
Die Apotheke der STADT Champasak
Impressionen von Champasak
Impressionen von Champasak

28.07.08

Tag 16 - Wat Phou Champasak + Don Daeng

Diesen Tag standen wir um 7.10 Uhr auf, um das beruehmte Wat Phou Champasak zu besuchen. Wir mieteten 2 Fahrraeder von unserem Guesthouse, welche, wie sich kurz danach herausstellte, zu ungenau vor Inbetriebnahme von uns ueberprueft wurden ...

Wir schwangen uns auf unsere Drahtesel um die 10 km lange Strecke zum Wat noch am Vormittag zu bewaeltigen. Gleich nach 1-2 km machten sich bei Elisabeths Fahrrad Unzulaenglichkeiten bemerkbar und die Schweisstropfen auf ihrer Stirn wurden mehr ...
Nach ca. der halben Wegstrecke bis zum Wat war eine Pause notwendig, um das Rad nun doch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis => Das hintere Rad hatte einen 8er, streifte am Kotfluegel, Kotfluegel mit Rock- und Kettenschutz so stark fixiert, dass das gesamte Konstrukt nicht zu verbiegen war.
Kurz ueberlegt, kamen wir zu dem Fazit:
1) dass wir bei bereits zurueckgelegter Wegstrecke nicht mehr umdrehen um das Rad zu tauschen
2) wir immer noch unbedingt zum Wat wollten und
3) nun genau wissen, worauf man gemietete Fahrraeder UNBEDINGT VORHER ueberpruefen sollte (Luft in Reifen, Bremsen, event. Widerstand der Raeder).
Wir fuhren zum Wat weiter, die Schweissperlen auf der Stirn waren mittlerweile zu Baechen zusammengeflossen ....

Beim Wat Phou angelangt umhuellte uns eine mystische Stille und die beeindruckende ueber 1.000 Jahre alte Tempelanlage faszinierte uns jeden einzelnen Schritt, den wir weiter vordrangen, mehr.

Das mysthische Champasak
Das mysthische Champasak

Die Tempelanlage ist in 3 Ebenen gegliedert: Je weiter man in die Anlage voranschreitet, dh auch, je weiter man auf den heiligen Berg hinaufkommt, desto imposanter tritt das gesamte Kunstwerk, welches ueber mehrere Jahrhunderte gebaut wurde, in Erscheinung. Vom gesamten Komplex sind zwar lediglich Ruinen erhalten, wir koennen uns aber sehr gut vorstellen wie pulsierend das Wat in seiner Bluetezeit gewesen war. Nachdem wir keuchend ganz oben (= 3. Ebene) angekommen waren, hatten wir zuerst die Weite und die herrliche Aussicht ueber die Anlage bzw. die Landschaft genossen.

Blick aufs Wat Phou
Blick aufs Wat Phou
Was fuer ein Stamm ...
Was fuer ein Stamm ...
Hauptweg zum Heiligtum in Champasak
Hauptweg zum Heiligtum in Champasak

Bei der heiligen Quelle, welche dort ihren Ursprung hat, benetzten wir unser Gesicht und sind uns nun sicher keine einzige Falte zu bekommen :-)

Die heilige Quelle
Die heilige Quelle

Wir schlenderten ca. 2,5 Stunden auf dem Gelaende herum und machten uns dann auf den Rueckweg zum Guesthouse und diesmal fuhr Tobi auf dem kaputten Rad. Der Gesamtzustand des Fahrrades wurde schlechter und schlechter. Die Kette sprang ab, Tobi reparierte das Rad. Die Kette sprang nach ca. 400 m wieder ab, Tobi reparierte das Rad. Es begann zu regnen. Die Kette sprang nach weiteren ca. 900 m ab, Tobi reparierte das Rad. Dieses "Spiel" spielten wir auf dem 10 km langen Rueckweg noch 5-6 mal....

Beim Guesthouse angekommen, gab Tobi das Fahrrad mit kohlrabenschwarzen Fingern zurueck, worauf wir ein neues, dh. anderes Fahrrad bekamen. Vor Abfahrt wurde dieses (wie oben angefuehrt) ueberprueft und wir brachen nach einer Dusche und einer kurzen Mittagspause auf um die Insel Don Daeng zu erkunden, ebenfalls mit dem Fahrrad.

Fuer die Ueberfahrt des Mekong charterten wir ein Boot (die funktionierenden Fahrraeder :-) sind natuerlich am Schiff mit dabei)!
Die kleine Insel Don Daeng ist ca. 8 km lang und liegt inmitten des Mekongs. Auf der ruhigen Insel gibt es keine Autos, nur zu Fuss, per Rad oder mit kleinen "Sputniks" (2-Rad-Traktoren) kann man sich fortbewegen. Das verleiht der Insel natuerlich einen ganz besonderen Flair!
Die Inselbewohner sind ausserordentlich freundlich und von jedem Haus kommt ein herzliches "Sabadee". Vor allem die Kinder sind besonders suess. Sie liefen zur Strasse (vergleichbar mit einem Wanderweg auf einer Alm), winkten und gruessten schuechtern.

Kleiner Einwohner der Insel
Kleiner Einwohner der Insel

Wir verteilten unsere Geschenke (Kulis), mit denen wir bei den Kindern viel Freude ausloesten, welche wir dann auch per Foto festzuhalten versuchten.

Auf der Suche nach dem Weg rund um die Insel, war ploetzlich der Weg aus und wir standen in einer Bueffelherde. Alle Bueffel auf der Weide glotzten noch verblueffter als wir... Also doch keine Abkuerzung und wieder zurueck auf den "Highway".

Die Stimmung auf Don Daeng
Die Stimmung auf Don Daeng

Nach guten 2,5 h Radfahren auf der Insel am Nachmittag kehrten wir mit dem Boot ans Festland zurueck.

Nach dem Rucksackpacken (wir sind darin in punkto Geschwindigkeit und Logistik schon Profis geworden) goennten wir uns ein letztes "Beer Lao" am Mekong und verabschiedeten uns von dem beschaulichen Staedtchen Champasak.

30.07.08

Tag 17 + 18: Nebel + zurueck nach Thailand

Es hiess zur Abwechslung frueh aufstehen damit wir den Bus (= Jumbo mit einer Nummer drauf) erwischen. Also ging es wieder ab auf die Faehre und im Rekordtempo von weniger als 1 h (zur Erinnerung, am Hinweg hatten wir ueber 2 h gebraucht) zurueck nach Pakxe.
Wir hatten in einem demokratischen Entscheidungsprozess eine Reiseplananpassung beschlossen: Die 4-tausend Inseln im Mekong, ganz im Sueden von Laos, waren gestrichen worden, da wir ja schon Don Daeng besichtigt hatten und uns die Beschreibung im LP sowie die Schilderung anderer Farangs zu touristisch vorkam. Erleichtert wurde die Entscheidung auch durch die Tatsache, dass wir uns dadurch einen ziemlichen Umweg ersparen konnten.

Stattdessen sollte es weiter ins Landesinnere, aufs Bolaven-Plateau zum Tad-Fane (= beruehmtester Wasserfall in Laos) und zu den Kaffeeplantagen, gehen. Also ab per Jumbo dorthin. Nach ca. 1 h Fahrzeit gingen wir noch gut 1 km bis zum Tad Fane Ressort. Dichter Nebel umhuellte uns, die Sichtweite war sehr eingeschraenkt und es war angenehm kuehl.
Im Ressort angekommen hiess es - "keine Sicht auf den Wasserfall" ... Grund waren die starken Regenfaelle am Vormittag und der damit verbundene Nebel.
Wir beschlossen noch abzuwarten und gingen ins dazugehoerige Restaurant um Mittag zu essen. Da nach einer Stunde der Nebel nur minimal besser geworden war und es nach weiterem Regen aussah verliessen wir das Ressort wieder. Wir wollten nicht so extrem viel (+ 25 EUR) fuer diese schnuckelige Unterkunft bezahlen um dann vielleicht den Wasserfall gar nicht besichtigen zu koennen.

Tad Fane
Der verhuellte Blick auf Tad Fane

Also zu Fuss zurueck zur Hauptstrasse und dann wieder per Jumbo (Elisabeth hatte in der Zwischenzeit zielsicher ihren Rucksack in einer der vielen Drecklacken versenkt) nach Pakxe zurueck. Bei stroemenden Regen nahmen wir ein TukTuk zum VIP Busbahnhof um von dort per International-Bus verfrueht (= 1-2 Tage frueher als geplant) nach Thailand zurueck zu kehren.
Die 2 1/2 Stunden Wartezeit auf den Bus vertroedelten wir im komfortablen Internetcafe am Busbahnhof. Und dann mussten von Laos Abschied nehmen ...
Die Busfahrt verbrachten wir typisch: Elisabeth nutzte die Zeit um Schlaf zu tanken und Tobias schaut zum Fenster raus auf die vorbeiziehende Landschaft und droehnte sich die Ohren zu (Volbeat laeuft neben Life of Agony rauf und runter, freu mich schon auf das Konzert im Rockhouse => danke an Franz fuer den Tipp).

Die Aus- bzw. Einreise verlief problemlos und flott (wir bekamen auch ein frisches Visum fuer Thailand, also genug Zeit fuer den restlichen Urlaub), und so fetzten wir bald in Richtung Ubon Ratchathani (die Strassen sind in Thailand deutlich besser), das wir gegen 18:15 Uhr erreichten. Der Plan war zu Fuss das, laut Reisefuehrer ca. 2km entfernte, Hotel aufzusuchen. Die erste Schwierigkeit war die richtige Richtung zu finden. Manche TukTuk-Fahrer schauten uns etwas verwundert an als wir nach dem Weg ins Zentrum fragten ...

Nach mehreren Anfragen mit unterschiedlichsten Antworten (einer meinte das Hotel sei gleich um die Ecke) marschierten wir drauf los, immer geradeaus, der Nase nach die Hauptstrasse entlang.
Wie lange die Hauptstrasse der Stadt wirklich war wurde uns erst bewusst als wir nach ca. 1 h und 5 km Marsch (mit vollem Gepaeck = fuer jeden ca. 20 kg) noch immer unterwegs waren. Die Orientierung war unmoeglich, es gab keine Schilder in lateinischer Schrift und wir kamen uns wie die einzigen Touristen in der ganzen Stadt vor - diese Tatsache sollte uns noch einmal auf den Kopf fallen.
Als dann noch knapp neben uns ein Unfall mit einem Moped passierte gaben wir auf!
Wir baten einen Einheimischen ein Jumbo fuer uns aufzuhalten und sagten dem Fahrer den Namen eines grossen Hotels in der Naehe unseres Wunschhotels. Der Weg war dann sicher noch einmal mindestens 5 km (gedankt sei an dieser Stelle den praezisen Angaben von Entfernungen im LP ... - wir wollten das alles gehen) bis wir vor dem Riesenhotel standen. Na dann straight forward zu unserer Unterkunft, die hier irgendwo in einer Seitenstrasse sein musste. Fast eine Stunde spaeter, wir irrten noch immer herum erbarmte sich uns eine Gruppe Jugendliche und fuehrte uns direkt zum Hotel.
Denkste mussten wir alle feststellen - "under construction", das Hotel wurde gerade umgebaut und war deshalb geschlossen!

Wir gaben zum zweiten Mal an diesem Abend auf, mittlerweile war es halb neun und es regnete. Also zurueck zum Start (= das Riesenhotel) und behebe 200 ATS, nein, rein ins Hotel.
Die Rezeptionistinnen staunten nicht schlecht als wir zwei Backpacker, voellig verdreckt, durchgeschwitzt, nass, jeder mit 2 grossen Rucksaecken beladen, seit 14 h unterwegs ein Deluxe-Zimmer um 1200 Baht (25 EUR) buchten. Uns war alles egal, Hauptsache Dusche und Bett!
Als der Hotelpage unsere Rucksaecke aufs Zimmer gehievt hatte staunten wir nicht schlecht wo wir gelandet waren - ein Zimmer ungefaehr so gross wie unser Wohnzimmer - zum Verlaufen ...

Das Hotel war wie im LP beschrieben - eine Klasse tiefer gerutscht: der Teppich abgetragen, die Tischdecken im Restaurant mit grossen Loechern, der Kuehlschrank eine Antiquitaet, aber das Bett war himmlisch und gross.

Am naechsten Tag checkten wir nach dem Fruehstueck (wir kamen uns wie die einzigen Gaeste vor) trotzdem aus und liessen uns zu einem anderem Hotel (einem VIEL besseren Hotel) kutschieren.
An diesem Tag erledigten wir viele Dringlichkeiten wie Waesche waschen lassen (gar nicht so leicht eine Laundry zu finden ohne englischsprachige Schilder - wir erklaerten mit Haenden und Fuessen bis wann wir die Waesche wieder braeuchten), Geld abheben, Thai-Essen geniessen (es schmeckt einfach grandios) und Internetcafe aufsuchen.
Das Unterfangen stellte sich gar nicht so einfach dar, Internet war zwar das scheinbar einzige englische Wort in der Stadt, aber dafuer waren die ersten paar gleich besetzt, von lauter Rotzloeffeln die laut schreiend irgendwas zockten.
Dafuer fanden wir dann ein special Internetcafe (voellig in rosa mit Hello Kitty - @Judith: Photo wir nachgeliefert) zum Special Price (pro Stunde 20 cent). Die Entscheidung fuer unsere Badelocation im Sueden schafften wir trotzdem nicht, wir schwanken zwischen West- (einsam und guenstig) und Ostkueste (vom Wetter beguenstigt), im Detail: Ko Sukorn und Ko Phangan.

Hello Kitty Internet Cafe
Hello Kitty Internet Cafe

3.08.08

Tag 19 - "nix verstehen!"

Wir dachten uns, dieses Mal machen wir es schlauer - wir lassen uns ein TukTuk von unserem Hotel aus zum Bahnhof bestellen, dann gibt es auch kein Sprachverstaendigungsproblem. Gesagt, getan; zur Sicherheit sagen wir unserem Fahrer nocheinmal "Trainstation" und machen Activity-Phantomime mit Gerauschen dazu, doch er nickt zu schnell, dass wir uns sicher sind - das wird schon passen!
Und los gings (wir hatten genug Zeitpolster um den Zug problemlos zu erreichen - wir schossen durch den Morgenverkehr von Ubon, staendig auf der Suche nach der Luecke. Wieder wunderten wir uns ueber die Distanz, doch unserem LP trauten wir einfach nicht mehr ueber den Weg.
Nach ziemlich langer Fahrt kamen wir an, und wir waren uns mit einem Blick sicher, dass ist NICHT der Bahnhof ... Also aussteigen, umschauen, Erkenntnis manifestieren: das ist der Busbahnhof, mit TukTuk-Fahrer gestikulieren, der nix verstehen, andere Thais kommen dazu, wieder gestikulieren, die auch nix verstehen, eine Thai kommt dazu, die kann ein bisschen Englisch - erklaert uns: das ist der Busbahnhof, wir sagen: wollen zu Zug nach Bangkok, Thais diskutieren wieder, usw. Irgendwann fanden wir uns im Jumbo Richtung Bahnhof wieder, dem TukTuk-Fahrer hatten wir nicht den vollen Fahrpreis bezahlt, obwohl der vermutlich gar nichts dafuer konnte, wir aber auch nicht!
Der Jumbo-Fahrer, war der erste Thai, der richtig langsam furh. Und wir hatten zum ersten Mal Stress => diese Kombination konnte sich natuerlich nicht ausgehen und so kamen wir 15 min. zu spaet am Bahnhof an (nach einer Fahrt die uns den kompletten wieder zurueck, an unserem Hotel vorbei und in die entgegengesetzte Richtung fuehrte). Durch die Verkettung dieser Umstaende, hiess es fuer uns jetzt erstmal 3,5 h warten auf den naechsten Zug. Also noch schnell 2 Tickets fuer die 3. Klasse gekauft und dann die Zeit am Bahnhof herumtroedeln.
Nach mehr als 6 Stunden Verspaetung (der Zug war dann natuerlich auch noch deutlich langsamer, dafuer bekamen wir vom lustigen Schaffner Herzerl ins Ticket gezwickt ...) erreichten wir Buriram.

Jetzt hiess es nur noch den Bus nach Nang Rong (= zu unserer Unterkunft fuer die Nacht) zu finden. Eine nette Thai riess uns (wir waren weit und breit noch immer die einzigen Touristen) am Bahnhof auf und erklaerte sich bereit uns fuer ein bisschen Geld zum Busbahnhof zu kutschieren. Dort unterstuetzte sie uns noch beim Ticketkauf uns setzte uns in den richtigen Bus. Zuvor hatte unser Engel (na gut, Engel nehmen vermutlich gar kein Geld ...) noch bei der Unterkunft angerufen und nachgefragt, ob ein Zimmer fuer uns frei sei.
Das war uns fast zu einfach vorgekommen, und diese Vorahnung sollte sich noch bestaetigen ...
Also sassen wir wieder einmal eingequetscht zwischen Menschen und Guetern und bewunderten die schoene Landschaft die an uns vorueberzug - die Gegend im Nordosten von Thailand ist wirklich sehr laendlich und reizend.
Irgendwie dauerte uns die Fahrt schon zu lange, der Bus wurde leerer und leerer, aber mit den Entfernungsangaben im LP war das ja so seine Sache und bisher hatten uns die Thailaender immer nett aufs Aussteigen hingewiesen. So hielt sich unsere Beunruhigung in Grenzen, bis unsere "Schaffnerin" nach hinten kam um intensiv mit dem "Beladungsverantwortlichen" zu diskutieren. Mit einem Blick zu uns fragte sie mit einem Laecheln "Nang Rong?" und wir nickten, bevor sie uns dann an der naechsten "Haltestelle" (= wo der Bus stehenblieb) deutete auszusteigen.
Draussen angekommen liess sie einen Schwall Thailaendisch auf uns los ... Nach laengerem Gestikulieren und Erwaehung unseres Zielortes inkl. Zeigens in die Richtung aus der wir gekommen waren, drueckte sie uns noch 50 Baht in die Hand (wir hatten fuer die gesamte Fahrt 80 Baht bezahlt). Damit war auch jedem Optimisten klar, wir waren zu weit gefahren.
Sie diskutierte noch weiterhin intensiv mit Elisabeth (die Schaffnerin auf Thai, Elisabeth auf Oesterreichisch, denn da verstanden sie hier genau so viel wie auf Englisch und man konnte besser gestikulieren) bevor uns dann der Bus auf der Schnellstrasse stehen liess. Ein vorbeifahrender TukTuk-Fahrer weigerte sich bis in unseren Zielort zu fahren uns setzte uns nur bei einer anderen Haltestelle ab. Gott sei Dank kam dann hier ein anderer Bus, der uns genau fuer die 50 Baht mitnahm und uns dieses Mal richtig absetzte. Erschoepft (wir waren mal wieder seit ca. 12 h mit dem Reisen beschaeftigt) liessen wir uns ohne Experimente zu der nahen Unterkunft "Honey Inn" bringen.

Diese Unterkunft erwiess sich als Oase: die komplette Umgebung wirkte sehr familiaer (3 alte Damen schaukelten den Laden) und wir genossen den Small-Talk mit den anderen Travellern (die wir zu unserer grossen Ueberraschung dort angetroffen hatten). Farangs sind hier eine wirkliche Sensation und ein Blickfang auf der Strasse. Viel Zeit zum Plaudern blieb uns vor dem Abendessen nicht mehr, denn wir wurden von unserer Gastgeberin (eine pensionierte, befehlsgewohnte Lehrerin) zum Duschen und Umziehen abkommandiert ;-)
Gemeinsam mit den anderen Gaesten der Unterkunft gab es ein grosses, hervorragendes Mahl mit regionalen Koestlichkeiten und so grossen Portionen, dass sogar unser Riesenhunger gestillt wurde.

Danach sanken wir nur noch voellig erschoepft ins Bett mit der Vorfreude des Ausfluges zu den umliegenden Sehenswuerdigkeiten am kommenden Tag. Richtig amuesiert hat uns dann noch der Zettel, den wir ausgeteilt bekamen als wir unser Interesse ankuendigten ein Moped auszuleihen, hier der genaue Wortlaut:
* Please parking close the gate.
* If fuel full when you comeback you full.
* If fuel no full you fill full first.
* On the land use forth gear.
* On the top of the hill used second gear.
* When you down you break together parking.
* When you parking you can lock next too.

Auf diesem Wege wuenschen wir Papa noch alles Gute zum Geburtstag!

5.08.08

Tag 20 - Auf den Spuren der Khmer

Wir waren wieder einmal zeitig aufgestanden um zu fruehstuecken, "eat as much as you can" war der Befehl der Lehrerin, und wir stopften uns die Baeuche voll. Nachdem wir die Anreise zu dem Khmer Monument Phanom Rung per Moped geplant hatten, warfen wir einen Blick auf die "home-made"-Karte vom Honey Inn. Ca. 60 km sollte die Strecke von unserem Guesthouse zu der Staette sein, so lasen wir es zumindest vom Plan ab. Andere traveller meinten, es sei nur ca. 5 km weit entfernt ... Spontan trafen wir die Entscheidung, mit einem franzoesischem Paerchen, welche auch im Honey Inn uebernachtet hatten, mitzufahren. Diese waren fuer 3 Wochen mit einem Leihauto in Thailand unterwegs und boten uns bereits am Vorabend an mit ihnen gemeinsam Phanom Rung zu besichtigen. Nachdem wir nicht unbedingt aufs Mopedfahren scharf waren (und schon gar nicht auf 120 km mit einem Moped bei Thai-Strassenbeschilderung und Linksverkehr), waren wir froh auf das Angebot der Franzosen zurueckzukommen.
Die Fahrt zum Khmer-Monument dauerte mit dem Auto ca. 1 Stunde. Ueber die Schaetzung der Strecke von 5 km verschwendeten wir keinen Gedanken mehr und waren abermals froh mit dem Auto unterwegs zu sein, da die Strassen Riesenloecher hatten...

Bei Phanom Rung selbst durchschreiteten wir zuerst den schoen angelegten und restaurierten Aufgang zur Tempelanlage. Diese, ca. 1000 Jahre alte, Khmer-Staette ist die am besten erhaltene Tempelanlage aus dieser Zeit in Thailand. Das Restaurieren dauerte ganze 17 Jahre! Die Anlage steht auf einem erloschenen Vulkan und von der Spitze hat man eine fabelhafte Aussicht ueber die flachen Reisfelder bis nach Kambodscha. Wir verbrachten ca. 2 Stunden auf dem Gelaende und genossen das Ambiente.

Der Aufstieg zur Anlage
Der Aufstieg zur Anlage
So einen wollen wir auch mal im Garten haben
So einen wollen wir auch mal im Garten haben
Goettinnen unter sich (by Tobi)
Goettinnen unter sich (by Tobi)

In 10 km Entfernung war noch ein weiteres Khmer Monument zu besichtigen: Prasat Meuang Tam. Diese wunderschoene Tempelanlage ist von einer Mauer umgeben und hat insgesamt 4 Wasserbecken, in welchen Lotusblueten wachsen. Die Stimmung bei diesem Wat hielt uns auch fast 2 Stunden in Bann, obwohl die Anlage kleiner und unscheinbarer war.

Die besondere Stimmung beim Prasat Meuang Tam
Die besondere Stimmung beim Prasat Meuang Tam

Nach der heissen Besichtigungstour (ca. 33 Grad bei Sonnenschein) suchten wir uns fuer das Mittagessen ein nettes Plaetzchen im nahegelegenen Dorf. Wir waren offenbar in einem laotischen Lokal gelandet und bestellten, wieder mit Haenden und Fuessen, das Gleiche wie die Einheimischen vor uns, was in fetter Suppe mit Schweinefleisch, Laab (= Fleischsalat), sticky rice und Gemuese resultierte. Wir luden die Franzosen als kleines Dankeschoen zu diesem deftigen Mahl ein (was uebrigens billiger war, als das Moped fuer einen ganzen Tag auszuleihen ...).

Nach der Mittagspause liessen uns die Franzosen im naechsten Ort am Highway Richtung Westen aussteigen (sie selbst fuhren Richtung Osten weiter). Finden konnten wir die Bushaltestelle in diesem Ort nur Dank einem freundlichen Einheimischen, der uns persoenlich per Moped dort hin eskortierte. Vom Busbahnhof aus nahmen wir einen Bus nach Nakhon Ratschasima (Khorat). Die unterschiedlichen Angaben, wann der Bus abfahren sollte, schwankten von 10 min. bis zu 1 Stunde, weshalb wir im stroemenden Regen den Bus fast versaeumt haetten.

Nach ca. 2 h Busfahrt kamen wir in der Stadt an und liessen uns per TukTuk zum Hotel kutschieren. Waehrend der erschoepfenden Suche nach einem Lokal verfestigte sich der Beschluss in uns den National Park zu streichen und gleich Richtung Sueden, Richtung RELAXEN, weiterzureisen.
Wir gingen frueh zu Bett, um am naechsten Tag via Bangkok per Nighttrain in die Provinz Trang, auf die Insel Ko Sukorn aufzubrechen.

Tag 21 + 22 - Ab in den Sueden

Es war Reisezeit! Also in der Frueh flott nach Bangkok - naja, flott ... nach einer Schaetzung von 3 h durch die Rezeptionistin in unserem Hotel waren wir dann doch fast 6 h unterwegs. Dort ging es ab ins Wendy Guesthouse um Elisabeths Einkaeufe einzubunkern bis zu unserer Rueckkehr und ein Zimmer fuer unsere letzte Nacht in Thailand (daran wollten wir eigentlich noch gar nicht denken ...) zu buchen.
Dann haben wir noch ein Zugticket fuer den Nachtzug inklusive "luxurioeser" (wir leisteten uns sogar zweite Klasse) Betten fuer die 15 Stunden dauernde Fahrt gekauft und uns mit Reiseproviant fuer die lange Fahrt geruestet.

Die Nacht verlief erstaunlich ruhig, es war ein echter Vorteil diesesmal Betten unten ergattert zu haben, da war das Schaukeln zumindestens halbwegs auszuhalten. Ein paar Mal krachte es in der Nacht wie wenn der Zug frontal auf ein Hindernis aufgefahren waere, aber oh Wunder, wir "ueberlebten" auch diese Fahrt ;)

Zugreise in Thailand
Zugreise in Thailand

In Trang angekommen wurden wir schon von einem Angestellten unseres Ressorts abgeholt und der Transfer auf die Insel wurde flott und unkompliziert in die Wege geleitet.
Wir hatten uns den wirklichen Luxus geleistet eine Top-Unterkunft zu buchen, aber auch nur weil in der Nebensaison die Preise auf 40% gefallen waren.

Hier am Strand in der Sonne sitzen wir noch immer, und falls wir beim ganzen Relaxen die Zeit und Energie finden einen weiteren Eintrag zu schreiben gibt es auch bald Details zu unserem Aufenthalt im Sueden auf der Insel Ko Sukorn, wir werden unser bestes geben :)

10.08.08

Tag 23 bis 30 - Reif fuer die Insel

In dem Ressort hier, wo wir gelandet sind fuehlen wir uns rundum wohl! Es ist extrem geplegt, thailaendischer Luxus ist hier gepaart mit europaeischer Perfektioin (merkt man bei Bad, Klo, Service und der gepflegten Gartenanlage). Dick (Hollaender) + Dee (Thai) sind die Inhaber dieses kleinen Paradieses und sie sind mit ihren Angestellten um das Wohl der Gaeste bemueht. Apropos Gaeste: Wir sind die einzigen 2 Gaeste im ganzen Ressort, sogar am Strand findet sich ausser uns niemand! :-) Wahrlich ein Vorteil der Nebensaison hier! Das Meer ist super, das Wetter ist perfekt (min. 26 Grad, max. 33 Grad) und wir erleben von beeindruckenden Sonnenuntergaengen bis zu heftigen Monsununwettern (unsere Huette inkl. Bett vibriert beim Donner) die Naturgewalten hier in unserer Huette mit Strandblick und Meerrauschen hautnah.
Strom, erzeugt durch ein riesen Dieselaggregat im Hauptort, gibt es hier auf der Insel nur von 18:00 - 24:00 Uhr. Uns beeintraechtigt dieser Umstand kein bisschen, im Gegenteil, wir geniessen sogar irgendwie die Romantik mit der Stirnlampe in der Nacht aufs Klo zu gehen ... Wir kommen gut zurecht nur einige Stunden am Tag den Luxus: elektrisches Licht, Klimaanlage und Warmwasser zur Verfuegung zu haben, wie es fuer die Inselbewohner im Alltag aussieht ist natuerlich eine andere Geschichte.

Abgerundet wird unser Aufenthalt hier in "unserem Paradies" durch fabelhaftes Thai-Essen und vor allem frischem Fisch und Meeresfruechten. Unsere Highlights sind Barrakuda mit Sweet and Sour und Garnelen mit Chilli ("Thai-local-style, very good taste", Zitat von unserem Favourite-Kellner).

Blick von der Terrasse aus
Blick von der Terrasse aus
Sonnenuntergangs-Flair auf Ko Sukorn
Sonnenuntergangs-Flair auf Ko Sukorn
Unser Ressort
Unser Ressort

Wir vertreiben uns die Zeit mit:
- dem Meer zuhoeren
- den Wind auf unserer Haut spueren
- Faulenzen
- Schwimmen gehen
- stundenlangen Gespraechen
- am Strand spazieren gehen
- Laufen gehen
- Kniffeln (19 :15 fuer Tobias)
- Lesen
- Musik hoeren
- Thai-Massage (Elisabeth)
- wunderbarem Essen geniessen
- Garten und Haus planen
- Schmuck einkaufen
- im Liegestuhl sonnen
- Sonnenuntergaenge beobachten
- uns aus der eigenen Huette aussperren (gleich am 1. Tag, wird durch Raeuberleiter uebers Fenster wieder behoben)
- Radtour ueber die Insel:
Wir starten nach unserer kraeftigenden Reissuppe und Fahrrad Intensivcheck ausgestattet mit einem Plan der Insel voller Energie nach einigen Tagen der Ruhe und Entspannung los. Die Insel bot uns vor allem Ruhe, unberuehrte Landschaft und scheinbar endlose Einoede aufgelockert durch die freundlichen Inselbewohner, die uns froehlich gruessen.

Zu Mittag essen wir im "take-away" des Hauptortes koestliches Pad Thai. Alle Thailaender am Essenstand sind extrem bemueht uns zwei Auslaendern einen super Service zu bieten. Ein Tisch wird fuer uns zum Essenstisch umfunktioniert und das beste Geschirr wird hervorgeraeumt. Eine verschleierte Kundin, die uns zuvor die Nudeln empfohlen hatte, laesst uns sogar bei ihren soeben erworbenen frittierten Bananen kosten. Und so kaufen wir dann auch gleich 2 Portionen zum take-away, wobei es hier beim Vorsatz bleibt. Der koestliche Duft der Bananen verleitet uns dazu, gleich alles auf einmal zu verschlingen.

Zum Abschluss unserer Mittagspause rasten wir noch am Pier und geniessen die sanfte Meeresbrise, die uns angenehme Abkuehlung verschafft, bevor es dann wieder mit dem Rad Richtung Ressort (uebrigens das einzig geoffnete auf der Insel; diese Erkenntnis konnten wir bei unserer Tour gewinnen) geht.
Fazit des Ausfluges: heiss, steil, viele Kurven, viele Irrwege, die Landschaft ist reizend, es gibt keine Autos, keine must-sees gefunden, das Beeindruckende ist die Ruhe und Natuerlichkeit.

On the road of Ko Sukorn
On the road of Ko Sukorn

11.08.08

Tag 30 - Vertreibung aus dem Paradies

Nachdem am Samstag eine Horde Russen in unserem Paradies eingefallen war machte uns dieser Umstand den Abschied am Tag darauf um einiges leichter. Wie in "The Beach" ist das Paradies ja nur unentdeckt ein solches ... Als dann auch noch zwei der Spezies Lieblingsnachbarn eintrafen wurde es Zeit das verschwitzte Spanien Leiberl noch einmal auszupacken und voller Freude und mit geschwellter Brust beim Essen zu tragen ;)
Zu unserem letzten Fruehstueck gab es dann noch special fruits fuer uns. Die sahen nicht nur spannend aus, sondern schmeckten auch grossartig.
Diesesmal hatten wir beschlossen mit den "Oeffis" zurueck zu fahren, das heisst mit dem Boot vom Pier aufs Festland, dort per Jumbo in den naechsten Ort um dann per Minibus nach Trang zurueck zu kehren.
Funktionierte alles dank der freundlichen Hilfe der Thailaender perfekt, unser Highlight war das Warten auf das Jumbo am Festland; wir fragten nach dem "Bus" und sofort wurde uns verstaendlich gemacht erst mal hier zu warten. Wir bekamen zwei Stuehle angeboten (die vorherigen Besitzer wechselten auf den Boden) und durften Olympia mitschauen, wobei die Thais ihre Badmington Spielerin frenetisch anfeuerten. Eine Stunde spaeter wurden wir noch in das richtige Gefaehrt verladen und weiter gings. Fazit: 20 Euro gespart und zwei Stunden laenger gebraucht, so ist das in Thailand, zum Reisen braucht man entweder Geld oder Zeit ...
In Trang vertroedelten wir dann die Zeit mit herum irren (wir schaffen das immer wieder) und Internet-Cafe, bevor wir dann mit dem Nighttrain (wiedermal 15 Stunden Fahrt) nach Bangkok zurueck kehrten. Da es diesesmal nur mit Klimaanlage gab (= teurer) schliefen wir mit den geschlossenen Fenster deutlich besser, bis es soweit war brauchten wir etliche Zeit um uns genug aufzuwaermen (die Klimaanlage blies sehr kalt herunter und wir froren zum ersten Mal).

Heute (zurueck in Bangkok) haben wir wiedermal wie die Wilden eingekauft, im MBK Souvenirs und sonst noch eine riesen Ladung Lebensmittel zum Kochen. Morgen wollen wir noch ein bisschen Sightseeing machen und den Geburtstag der Koenigin (= Feiertag) mit den Thailaendern feiern, bevor es dann Abschied nehmen und nach Muenchen zurueck fliegen heisst :(

14.08.08

Tag 32 - Abschied von Thailand

Die Zeit verrennt, vor allem im Urlaub extrem ... so hieß es für uns nach 4,5 Wochen Abschied von Südostasien nehmen, wir konnten es nicht glauben, dass die Zeit so schnell vergangen war!

Doch noch hatten wir einen Tag in Bangkok zur Verfügung und wir (zumindestens die männliche Hälfte von uns) waren top-motiviert den Tag für Sightseeing zu nutzen. So ging es wieder einmal (ein Muss bei jedem Bangkok Aufenthalt) per Khlong-Taxi in die Innenstadt. Dort probierte uns ein Thailänder mit dem typischen Touristentrick aufzureißen, was uns nur ein Lächeln kostete.
Pünktlich, kurz bevor wir beim Golden Mount und Wat Saket angekommen waren, setzte strömender Regen ein und sie wagten wir nur einen kurzen 360 Grad Blick über Bangkok bevor wir uns im Wat vor dem Regen versteckten.

Bangkok hatte an diesem Tag vor allem eines zu bieten: Regen, Regen, Regen, ... und so beschlossen wir nach zwei Stunden aufzugeben, in unser Guesthouse zurück zu kehren und etwas Trockenes anzuziehen. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch viel Spaß mit einem TukTuk-Fahrer, der uns aufreißen wollte, und uns anbot für 100 Baht ins Guesthouse zu fahren. Als wir im erklärten, dass das Khlong-Taxi nur 24 Baht kostet musste er schmunzeln und wies uns bereitwillig den Weg zur "Haltestelle". Nur um uns kurz darauf nachzufahren und uns zuzurufen er würde um 30, nein 20 Baht dorthin fahren. Interessiert hielten wir an, worauf er sagte: "Just one stop ...". Jetzt mussten wir grinsen, den Trick kennen wir schon und erwiderten "No stop, we have a plane tonight", worauf er sein Angebot wieder auf 100 Baht erhöhte. Jetzt mussten wir alle drei schon lachen und verabschiedeten uns ...

Im Guesthouse angekommen hatten wir aufgrund des schlechten Wetters genügend Zeit einige Postkarten zu schreiben. Dann brachen wir wiedermal ins MBK auf um die letzten Einkäufe zu erledigen und noch ordentlich Lebensmitteln für unsere Thai-Kochkünste zu Hause zu bunkern. Also hieß es rein ins Vergnügen - hier mal eine kurze Schilderung was einem im MBK so erwartet:
Der erste Eindruck ist eine reine Sinnesüberforderung. Aus unzähligen von bunten, vollgestopften Standerl muss man sein Interesse bündeln. Dazu ohrenbetäubender Lärm von all den, ihre Ware feilbietenden, HändlerInnen ("Special price for you", "You can try", "I have your size", ... am meisten amüsiert hat uns eine junge Frau die nachdem wir allen Anmachsprüchen widerstanden waren gemeint hat, "Please, I want to sell!" - worauf wir alle lachen mussten) inklusive dröhnender Musik aus den größeren Shops. Jetzt muss man sich das ganze noch riesengroß (89000 Quadratmeter über 8 Stockwerke) vorstellen, gewürzt mit etlichen Ladyboys, die man aber erst beim Verhandeln an der tiefen Stimme erkennen kann.

Unser letztes Abendessen haben wir dann auch im MBK genossen, lustigerweise hatten wir uns für indische Küche entschieden, um den Urlaub abzurunden wählten wir allerdings noch "Stick rice with mango" (ist dort wirklich top) zur Nachspeise.

Dann ging es noch mit dem Taxi (wir wollten diesesmal nichts riskieren und hatten auch noch genügend Baht) zum Flughafen um Richtung Dubai wegzufliegen - das hier konnten wir uns irgendwie nicht sparen:

Ein letztes Sawadii
Ein letztes Sawadii

Nach der Zwischenlandung in Dubai kamen wir um 13:00 MEZ in München an, von wo aus wir schwer bepackt (insgesamt 7(!!) Gepäckstücke, Gepäck von 43 Kilo + Handgepäck) per Zug nach Hause fuhren. Die vielen vollgepackten (obwohl sie gegen uns nichts schleppten ...) Frequency-Reisende ließen uns kurz überlegen gleich spontan dorthin weiter zu fahren, doch am Ende waren wir sehr froh in unserer Wohnung inkl. Dusche, Klo mit Spülung, endlos Trinkwasser, Deluxe-Bett ... alles was wir fast fünf Wochen eingeschränkt bis gar nicht hatten, anzukommen.

Über diese Seite Thailand/Laos Juli + August 2008

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