Nachdem wir die Tage zuvor ausschließlich zum Baden am traumhaften Strand und Nichtstun im Schatten verwendet hatten und sich unser Aktionsradius auf ca. 40 Meter (inkl. Baden, Essen, Einkaufen, Internet, etc.) beschränkt hatte, beschlossen wir einen Ausflug per Moped zu machen um so Ko Lanta etwas besser kennen zu lernen. Wir lechzten bereits nach neuen Abenteuern, da auch sämtliche Bücher ausgelesen waren.
Früh am Morgen mieteten wir uns "Sky", unser Automatik-Moped bei unserem Bungalow-Vermieter zum Preis von 300 Baht (ca. 6 Euro). Sogleich brausten wir (Elisabeth am Steuer) los und das erste Abenteuer wurde das Tanken bei einer Tankstelle gleich ums Eck, welche aus einem Fass mit Benzin + Schlauch und Pumpe bestand. Tankwart war eine schwarz verschleierte Frau, welche nebenbei auch noch einen "Tankstellenshop" betrieb. So, aber danach stand unserem Ausflug nichts mehr im Wege. Doch bald gelangten wir an einen abenteuerlichen Straßenabschnitt von mehreren Kilometer Länge, welcher nicht wie gewohnt asphaltiert war, sondern aus gepresster Erde bestand , in die sich durch Abnutzung und Regen riesige Schlaglöcher und Rinnen hineingegraben hatten. Während der Fahrt auf dieser Teilstrecke waren wir nur darauf konzentriert den besten Weg quer über die Strasse zu finden und hofften dabei keinem Gegenverkehr zu begegnen.
Nichts desto trotz schafften wir es zu unserem ersten Ausflugsziel: Tham Khao Mai Kaew, ein Höhlenkomplex im Herzen Ko Lantas. Wir parkten unser Moped im Schatten und gingen zu einer Hütte, die so aussah, als ob wir uns dort für eine Tour zu den Höhlen anmelden könnten. Wir bezahlten 200 Baht für die Tour und wurden zusätzlich mit Taschenlampen ausgestattet. Dort war sehr wenig los: Nur ein Mädchen, Natalie aus Südafrika, wartete auch schon auf den Tourguide. Wir plauderten ein wenig mit der Südafrikanerin und gleich darauf ging es zu Fuß los, geleitet von unserem Guide, zu den Höhlen.
Wir marschierten ca. 2 km entlang eines kleinen Trampelpfades durch einen für Ko Lanta typischen Mangrovenwald. Die Wanderung durch den Wald war bereits ein Abenteuer für sich und die Geschichten von unserem Guide, welcher davon erzählte, dass es im Wald armdicke Schlangen gibt, ließen die für uns fremden riesigen Bäume, Blätter, Sträucher und Farne noch mysteriöser erscheinen.
Plötzlich blieb der Guide, der als erster durch den Wald marschierte, stehen und deutete auf eine Baumstamm neben dem Weg. Ein Salamander (Gecko) sass darauf und schien die vereinzelten Sonnenstrahlen zu genießen. Der Guide griff schnell zu und nahm den ca. 25 cm langen Gecko am Schwanz und hielt ihn Elisabeth drohend vor die Nase - so ein Spaßvogel :-/
Wagemutig nahm auch Tobi den Gecko am Schwanz, welcher sich vor Furcht windete. Nach dem Beweisfoto wurde der Gecko wieder auf seinem Baumstamm abgesetzt und wir zogen weiter.

Suchbild: wer findet das Reptil?
Nach ca. 30 Minuten flottem Fußmarsch, teils bergauf, teils unter riesigen liegenden Baumstämmen durch, gelangten wir völlig verschwitzt und außer Atem zum Eingang der Höhle.
Nach einer kurzen Pause und der Inbetriebnahme der Taschenlampen glitten wir durch einen schmalen Spalt im Fels hinab in die Höhlenwelt, die uns sogleich in ihren Bann zog. Auf steilen Bambusleitern stiegen wir weiter, tiefer in das Höhleninnere ein.

Fernab von jeder Zivilisation erforschen wir die Höhle
Wir gelangten zu den verschiedensten Arten von Höhlen, so groß wie eine Kirchenhalle mit wunderbarem Echo, Höhlen, deren Boden beim Auftreten ein hohles Geräusch wiedergaben und schmalen Passagen, die wir kniend oder gar robbend durchqueren mussten. Dies alles erforschten wir im schwachen Schein von vier Taschenlampen, was den Gesamteindruck zu einem noch intensiveren Erlebnis machte. Untermalt wurde das Abenteuer von der lebhaften Tierwelt in Form von handtellergrossen giftigen Spinnen, Fröschen und einem Schwarm Fledermäusen. Während der gesamten Tour durch die Höhlen schwitzten wir beide wie noch nie zuvor in unserem Leben, zum einen Teil bedingt durch die körperliche Anstrengung, zum Anderen durch die sehr warme/schwüle Luft in der Höhle. Der Schweiß tropfte unentwegt vom Gesicht und den Armen und unsere Kleidung war komplett durchnässt.
Als wir wieder das Tageslicht erblickten, brauchten wir einmal eine intensivere Rast. Erst jetzt merkten wir, dass wir von der Höhlentour sehr schmutzig geworden waren und unsere Kleidung für den restlichen Tag nicht wechseln konnten ...
Wir kehrten zu unserem Moped zurück und führten unsere Inselerkundung fort, weiter in Richtung Norden der Insel. Während der Fahrt entlang der Küste genossen wir das wunderbare Panorama und staunten über die Tiere (Affen am Straßenrand, tote Schlangen direkt auf der Strasse), bis wir an der Spitze der Insel ankamen, wo wir uns zuerst ein gemütliches Restaurant in der Nähe des Piers suchten. Mit traumhaften Ausblick auf das Meer und die gegenüberliegende Insel mit Palmenstrand genossen wir unser sensationelles Mittagessen: Elisabeth verzehrte ein butterweiches Thunfischfilet, während Tobias Curry mit Riesenkrebsen aß - inkl. Getränke zum Spottpreis von 400 Baht (8 Euro).

Der Blick beim Mittagessen lässt einem fast aufs Essen vergessen
Nach dieser Stärkung brachen wir dann frisch gestärkt zu einer kleinen Einkaufs- und Internettour im Hauptort der Insel auf, bevor wir dann ganz in den Süden der Insel zu unserem nächsten Ausflugsziel fuhren - einem Leuchtturm an einem einsamen Strand.

Dieser wunderbare Leuchtturm könnte auch in der Bretagne stehen
Doch als wir unser Moped in der Nähe des Leuchtturms parkten, mussten wir fest stellen, das es der kaputten Strasse Tribut zollen musste - in Form eines Platten. Zuerst ließen wir uns den wunderbaren Leuchtturm nicht verderben, doch wieder zurückgekehrt zu unserem fahrbaren Untersatz mussten wir uns trennen - Elisabeths Auftrag war es das Moped so heil wie möglich zu unserer Unterkunft zu bringen und dann nach "Hilfe" Ausschau zu halten, während Tobias den beschwerlichen Weg zu Fuß auf sich nahm (der ganze Weg hätte allerdings sicher bis Einbruch der Dunkelheit gedauert und da ist auf einer Strasse durch den Dschungel zu gehen doch nicht so wirklich angenehm - da fällt einem nur eines ein: SCHLANGEN!!)
Doch so weit kam es Gott sei Dank nicht - Elisabeth traf auf ihrem Weg zurück Brad Pitt (oder einen der so aussah, da sind wir uns noch nicht einig ;) ) und der erklärte sich spontan bereit Tobias zu suchen und zur Unterkunft zu bringen - und so kamen wir doch noch beide vor dem Einbruch der Dunkelheit wohlbehalten zu Hause an, nur müssen wir uns jetzt aus Dankbarkeit alle Filme von Brad Pitt ansehen ;)

Zu Fuß auf dem Nachhause-Weg
Was blieb sonst noch in Erinnerung ... die Strandhits waren: Elisabeth "Regina Spektor" und Tobias EAV (das Einzige was uns in Thailand noch nicht untergekommen war ist das Lied Samurai) und die Besten (oder in diesem Fall Schlechtesten)-Liste der unnötigesten Sachen unseres Gepäcks wird bereits erstellt!